Thietland, Architekt , von Geburt ein Herzog von Schwaben, er- scheint der Sage nach zu Maria Einsiedeln im Gefolge des Her- zogs Eberhard von Franken, welcher als Stifter und erster Abt des Klosters bekannt ist. Thietland soll im Auftrage desselben den Plan zum alten Kloster gefertigt und den Bau geleitet haben, an der Stelle der von St. Meinrad erbauten Celle. Somit wäre die alte Capelle zu Einsiedeln sein Werk, die 102 unter Abt Eber- hard von St. Conrad, Bischof zu Costnitz eingeweiht wurde, oder wie der Einsiedler Chronist wissen will, vom Heiland selbst un- ter Assistenz der heil. Jungfrau, der heil. Märterer und Apostel und einer Schaar von Engeln, welche den himmlischen Sänger- chor bildeten. Eine alte Handschrift, welche von St. Conrad her- rühren soll und den Titel führt: De secretis secretorum, bestimmt sogar die Verrichtungen, welche jeder Himmelsbewohner hatte, während der Heiland die Messe las.
Diesen Thietland nennt Felibien in seiner Hist. de l'Abbaye royale de St. Denis. Paris , und behauptet, dass er nach dem Tode Eberhard's Abt des Klosters geworden sei. Allein die An- nales Einsidelenses kennen keinen Abt dieses Namens, der nach 102 gestorben seyn soll. Es wird auch ein Baumeister Dietland von Gosslar genannt, der um 110 lebte. Der Zeit nach stimmt dieser mit Eberhard, der 113 als Decan des Domes in Strassburg nach Einsiedeln zog.
Thil, Beiname des Malers Beaugard. Thill, J. C. von, s. TILL.