Thelott, Johann Andreas, Zeichner und Goldschmied , geb. zu Augsburg 1654, war vermutlich der Sohn des Goldschmieds Joh. Philipp Thelott, der um 1667 daselbst tätig war. Er hatte als Künstler Ruf, und seine in Silber getriebenen Arbeiten galten als Meisterstücke. Darunter rühmt man vornehmlich einen Becher mit Deckel, an welchem er die Fabel der Sphinx in erhabener Arbeit darstellte. Dies ist wahrscheinlich jener Becher, welcher im Besitze der Familie des geheimen Raths Paul von Stetten sich befindet, an welchem die Geschichte des Oedipus, des Jason und einiges aus der Fabel des Herkules getrieben erscheint. Thelott verfertigte dieses Meisterwerk 1689, in der kurzen Zeit von vier Wochen. In der k. Residenz zu München sieht man von ihm einen vortrefflich gearbeiteten Schreibtisch mit getriebener Arbeit
Übrigens finden sich auch Zeichnungen von ihm, mit der Feder ausgeführt und getuscht. In der Sammlung des Grafen Sternberg war eine solche von 1675. Sie stellt das Innere eines runden mit Statuen gezierten Saales vor. Im Vorgrunde ist ein Krieger vor der Statue eines Kaisers, qu. fol. Mehrere seiner Zeichnungen wurden gestochen; so von P. L. Leidenhoffer eine Folge von allegorischen Darstellungen. Auch J. U. Kraus, G. Ehinger, L. Heckenauer, G. A. und A. M. Wolfgang, W. Sper- ling und Reinhardt haben nach seinen Zeichnungen gestochen. Setletzky stach grosse Thesen und Almanachs nach ihm, die bei Pfeffel erschienen. In dem Werke: Neu eröffnete Ottomanische Pforte 2 Th. in fol. Augsburg 1694 — 1701, sind ebenfalls Stiche nach seinen Zeichnungen. Von J. G. Wolfgang haben wir ein sches Blatt, welches ein Monument auf einer architektonischen Basis darstellt, umgeben von allegorischen Figuren und kleinen Genien, mit der Schrift: J. A. Thelot del. Joh. Georg Wolfgang sc. A. V. 1702 gr. fol. Ein anderes Blatt enthält eine Allegorie auf die Niederlage der Türken. Jupiter schleudert den Blitz auf das Heer, und Herkules vernichtet die Ungeheuer. In der Luft schwebt die Fama; und die Inschrift lautet: Vivat Leopoldus. Tur- carum Victor et Triumphator. J. A. Thelot del. Gab. Ehinger sc. u. gr. fol.
Thelott starb zu Augsburg 1734 im 80. Jahre.
Eigenhändige Radirungen.
Eine Allegorie mit der Inschrift: Nosce te ipsum, fol.
Scenen aus der Aeneide, unten deutsche Verse eingedruckt, 24 gut radirte Blätter in Luycken's und Hoogstraaten's Ma- nier. Thelott inv. et fec., qu. 8.
Eine Folge von 8 Blättern mit Darstellungen aus der Fa- bel der Psyche. Mit deutschen Unterschriften. Joh. And. Thelott del. et fec., qu. 8.
4.) Eine Folge von Soldatenstücken, 6 Blätter. J. And. The- lott del. et fec., kl. qu. fol.
Eine Folge von vier mythologischen Darstellungen in klei- nen Rundem, 12.
Die vier Jahreszeiten, reiche Compositionen, J. A. Thelott sc., kl. qu. fol.
Die Leidenschaften. Solche Darstellungen sollen nach Füssly in folgendem Werke seyn, welches aber erst nach dem Tode des Künstlers erschienen ist: Ch. Hallmann das von der Liebe handelnde Pastorellgedicht, zum Nutzen und Ver- gügen derer, die da lieben und sich verheirathen, mit von Joh. Andreas Thelot gestochenen Kupfern, die Leiden- schaften vorstellend. Augsburg 1750, 4. Thelott, Johann Gottfried, Kupferstecher, geb. zu Augsburg 1714, der Sohn des Johann Andreas, hinterliess verschiedene Blätter;
Ein Crucifix, nach J. D. Herz, fol.
Die Kreuztragung, nach Mignard, fol.
Der Kindermord, nach Rubens, fol.
Die Marter des heil. Sebastian, nach Dominichino, fol.
Die Tagszeiten, unter den Figuren der Evangelisten vor- gestellt, nach Baumgärtner.
Die Jahreszeiten, unter Heiligen dargestellt, nach Baum- gärtner.
Die fünf Sinne, unter den klugen Jungfrauen vorgestellt, nach Baumgärtner.
Herkules und Omphale, nach Cazes, qu. fol.
Die Hirschjagd, nach J. C. Weyerman, gr. qu. fol.
Die Reiterbeitze, nach demselben, gr. qu. fol.
Eine Folge von Landschaften mit Bäumen, nach den radir- ten Blättern von A. Waterloo frei copirt. Bartsch Nr. 113 bis 118. Mit dem Namen oder J. G. T. sc. J. D. Hertz exc., qu. fol.
Merkwürdige Thiere aller Art aus der Menagerie von Schön- brunn, in guten malerischen Zusammenstellungen, zum Theil mit Umgebungen des Pflanzen- und Thiergartens, 12 gute Blätter nach Sal. Kleiner. Thelott et Probst sc. qu. fol.