Theilly, Johann Gottfried Benedikt, Dekorationsmaler , geboren zu Dresden 1745, begann seine Studien an der Akademie in Bayreuth , und setzte dieselben zu Dresden unter Leitung des Hoftheatermalers Müller fort. Im Jahre 1770 begab er sich nach Italien , um sich in der Dekorationsmalerei weiter auszubilden, wobei er auch die Werke der italienischen Architektur zu Rathe zog und landschaftliche Studien machte. In Bologna ernannte ihn die Akademie zum Professor honorarius, was indessen gerade kein Beweis seiner großen Tüchtigkeit ist; denn Theill huldigte in der Architektur dem schlechten Geschmacke seiner Zeit, und blieb in der Zeichnung stets manierirt. Dennoch fanden seine architektonischen Entwürfe großen Beifall, und die Decorationen, welche er malte, galten für das Schönste, was man bis dahin in Dresden gesehen hatte. Nach seiner 1781 erfolgten Rückkehr aus Italien wurde er Hoftheatermaler, und dann auch Professor an der churfürstlichen Akademie zu Dresden. Später besuchte er noch zweimal Italien, wo er jetzt mehrere Zeichnungen ausführte, die in Landschaften und architektonischen Ansichten bestehen, theils ge- tuscht, theils in Aquarell behandelt. An diesen Zeichnungen fand der Churfürst grosses Wohlgefallen; er erwarb mehrere italienische Ansichten und ließ dann durch diesen Künstler auch eine Anzahl von Gegenden um Dresden und Pillnitz perspektivisch aufneh- men. Andere Zeichnungen besass der Graf Marcolini, und auch in mehreren Sammlungen waren solche zu finden. Die Ölgemälde dieses Meisters sind selten, und auch nur als gewöhnliche Dilettantenarbeiten zu betrachten. Zu seinen Hauptwerken gehören die Deckenbilder der Kreuzkapelle in der katholischen Kirche, wo er frostige religiöse Allegorien anbrachte. Diese Pla- tond hatte schon früher Hutin gemalt; allein das Gemälde dieses Meisters hatte sich abgebröckelt. Zu seinen besten Werken, wel- che er hinterlassen hat, gehören immerhin noch die Zeichnungen, deren Verkauf auf Auktionen vorgenommen. Sie stellten meistens Prachtge- bäude mit Gärten und Springbrunnen, Kirchen, Stadtthore, Was- serleitungen, Ruinen und Landschaften mit Gebäuden und Figu-
Theill hat auch mehrere Blätter radirt, meistens im Umrisse zum coloriren. Die Ausmalung besorgten seine Schüler. C. 6. Geyser stach nach seiner Zeichnung das Festmahl bei der Vermäh- lung des Prinzen Anton von Sachsen mit der Prinzessin Caroline von Savoyen in Turin 1783. Die Zeichnung in Tusch und Was- serfarben kam 1830 in einer von Weigel in Leipzig veranstalteten Auktion vor, roy. fol. H. F. Laurin stach zwei Ansichten von Fano, qu. fol. Von ihm selbst radirt sind folgende Blätter.
Eine Colonnade von dorischer Ordnung, rechts ein grosses Gebäude von moderner Architektur, und zwischen beiden eine gothische Kirche. Mit Staffage von kleinen Figuren. J. B. Theill fec. 1777. Geistreich radirtes und erisch aufgefasstes Blatt, welches selten vorkommt, kl. qu. fol.
Das sogenannte Frau Mutter-Haus in Dresden, im Um- riss zum coloriren, fol.
Der königliche Marstall mit der Reitbahn in Dresden. Eben- so, fol.
Die Brücke zu Fossombrone im Herzogthum Urbino. Eben so, fol.
Die Zwinger-Allee in Dresden. Ebenso, fol.
Zwei Ansichten von Gärten 1777. Ebenso, fol.