Thaeter, Julius Caesar, Kupferstecher , geb. zu Dresden 1804, verlebte seine Knabenjahre in drückender Lage der Armuth, und musste sich mancherlei Dienstleistungen unterziehen, wofür er ge- ringen Lohn erhielt. Im Jahre 1817 nahm ihn endlich der Hofku- pferstecher Schulze in sein Haus auf, gab ihm Kleidung und Kost und ertheilte ihm auch Unterricht im Zeichnen; allein das mürr- ische Wesen des Mannes und die vielen Auffräge, die Thäter für ihn und dessen Söhne zu besorgen hatte, hinderten jeden Fort- schritt in der ihm lieb gewordenen Kunst, und er verliess nach einem halben Jahr das Haus. Nun lag er seiner Mutter bestän- dig an, Zeichnen und Kupferstechen zu lernen, doch erst nach vielen vergeblichen Bemühungen fand sie den Weg zum Direktor der Akademie, der ihn im als Zögling aufnahm. Aber um zu leben musste er ausser den Unterrichtsstunden durch Abschreiben sich Einiges verdienen, und zur Weihnachtszeit ganze Nächte hindurch Bilderbogen coloriren. Nach zweijährigem Stu- dium auf der Akademie verschaffte ihm der Hofrath Böttiger, für den er Mehreres aus kostbaren englischen Werken durchzeichnete, eine kleine Unterstützung aus der Freimaurerloge ; bald nahmen sich auch andere Männer seiner an, so dass er statt der bisheri- gen Nebenbeschäftigungen seine Uebung im Stechen fortsetzen konnte. Gegen Ende des Jahres 1820 begann er seine Versucht beim Professor Seiffert, und brachte es in kurzer Zeit dahin, für eine Zeitschrift Conturen nach Bildern der Dresdner Gallerie zu stechen, und dadurch wieder einiges zu verdienen. Auch der Prinz Friedrich (jetzt König von Sachsen) sagte ihm eine kleine Unterstützung zu, um mit grösserer Musse den akademischen Stu- dien sich widmen zu können; aber im Kupferstechen machte es keine Fortschritte, und schien alle Lust daran zu verlieren, da er von Seiffert nur immer auf die Stichweise hingewiesen wurde, in welcher er keine Bedeutung finden konnte. Nach dem 1824 erfolgten Tode dieses Meisters stand er wieder allein und ohne Rath, und wusste nicht, wie er es dahin bringe, in der Stecher- kunst etwas zu leisten. Da sah er eines Tages in von Münch's Sammlung eine Federzeichnung von Cornelius: Faust's Spazier- gang am Ostertage. Dieses Bild mit seinen schönen charakter- istischen Formen schien ihm ein trefflicher Stoff zu einer Grabstich- übung, und er erhielt die Erlaubnis, es in Kupfer nachzu- bilden; er unternahm die Arbeit mit lebhaftem Interesse, und vollendete sie 1825 neben seinen akademischen Studien, nicht ohne Sorge für den Broderwerb. Quandt nahm den Stich mit Beifall auf, und empfahl ihn einem Kunsthändler, der die Platte kaufte.
Diese nach dem jetzt gereiften Urtheile des Künstlers ganz ma
Thäter bekleidet jetzt die Stelle eines Professors der Kupfer- stecherkunst in Dresden.
Das Standbild des Predigers Franke, des Wohlthäters der Armen und Waisen der Stadt Halle, mit einer Gruppe von zwei Kindern, nach dem Monument desselben von Ch. Rauch, fol.
Dr. L. von Schorn. Nach B. Neher's Zeichnung, fol.
General Canikoff, russischer Gesandter am sächsischen Hofe in Dresden, nach dem Gemälde von Vogel von Vogel- stein, fol.
Einige Bildnisse neuerer deutscher Künstler, radirt, 8.
Der Traum des Agamemnon, und Venus von Diomedes verwundet, nach den Deckenbildern von Cornelius in der Glyptothek zu München, für die Geschichte der neueren Kunst von Grafen Raczynski Il. 1810, gr. qu. fol.
Die Hunnenschlacht, nach W. Kaulbach. Für die Geschichte der neueren Kunst von A. Raczynski, gr. qu. fol. Es gibt Abdrücke auf chinesisches und auf weisses Papier,
Siegfried's Tod, nach J. v. Schnorr's Frescobild im Königs- bau zu München, für dasselbe Werk, gr. qu. fol.
Rudolf von Habsburg wahrt den Landfrieden. Nach dem Carton von J. Schnorr zu dem enkaustischen Gemälde im Saalbaue der Residenz zu München. Für den sächsischen Kunstverein 1844, roy. qu. fol.
Kampf zwischen Sachsen und Franken aus den Kriegen Karl's des Grossen, nach W. Kaulbach. Für den sächsi- schen Kunstverein 1840, roy. qu. fol.
Die Mailänder von Friedrich Barbarossa hezwungen, nach H. Mücke's Freskobild im Schlosse des Grafen von Spee in Heldorf, für das oben genannte Werk des Grafen A. Rac- zynski, gr. qu. fol.
Friedrich Barbarossa's Zusammenkunft mit Papst Alexan- der III, in Venedig, nach Schnorr's Carton zu dem Ge- mälde im Saalbaue zu München. Der Kunstverein in Mün- chen seinen Mitgliedern 1844, gr. roy. fol.
Friedrich Barbarossa's Einzug in Mailand, nach Schnorr's Carton zum Gemälde in demselben Saale. Der Münchner Kunstverein seinen Mitgliedern 1842, gr. roy. fol.
Faust's Spaziergang am Ostertage, wo alles zum Thore hinaus wandelt, nach einer Zeichnung von Cornelius, gr. fol.
Episode aus Göthe's Götz von Berlichingen: Es kommen die Zeiten des Betrugs etc. Gezeichnet von E. Rietschel. Fast nur Umriss, gr. 4ul.
Der Becher, nach einem Gedicht vom Grafen Löwen von Retzsch componirt, und für die Chronik des Dresdner Kunst- vereins gestochen, qu. fol.
Die Beschneidung des Johannes, nach G. Jäger, für die Bilderchronik des Dresdner Kunstvereins, qu. fol.
Christus erscheint den Jüngern, nach A. L. Richter für das- selbe Werk gestochen, qu. fol.
St. Stephan vor dem hohen Priester, nach Peschel.
Der Evangelist Johannes, nach dem Freskobilde von Cor- nelius in der Ludwigskirche zu München, 8.
Die christlichen Tugendenden, nach W. Wach, für den dritten Band der Geschichte der Kunst von Grafen A. Raczynski,
4°. qu. fol,
Die Entstehung der Malerei, nach Schinkel, für dasselbe Werk, gr. qu. fol.
Nemesis, die Nacht, die Parzen und das Schicksal, nach Carstens, für dasselbe Werk, gr. qu. fol.
Die Architektur, nach dem Deckengemälde von Vogel von Vogelstein im Schlosse zu Pillnitz, gr. fol.
Die Zurückbringung des entflohenen Megapenthes, nach Lucian's Erzählung: die Ueberfahrt. Nach einer Zeich- nung von Carstens im Museum zu Weimar, 1844. H. 113 Z., Br. 173 Z.
Thaeter beabsichtigte eine Folge von Stichen nach sol- chen Zeichnungen. Das zweite Blatt, welches noch nicht angezeigt ist, stellt die Geburt des Lichtes nach Sanchu- nıaton vor. I. Vor aller Schrift, auf chines. Papier. 9 Thl. II. Vor der Unterschrift, blos mit den Künstlernamen, auf chines. Papier, 6 Thl. III. Mit der Unterschrift und den Namen, 3 Thl.
Die Entwürfe zu den Fresken des Campo santo in Berlin, nach Cornelius. Dieses Werk ist auf 11 Blätter berechnet, und begann 1845. H. 22½ Z., Br. 34 Z.
Die Blätter nach den plastischen Werken von Ch. Rauch,
Die Blätter zur Volks-Bilderbibel von F. Olivier, kl. fol.
Teutsche Trachten aus dem 16. Jahrhunderte (nach alten Holzschnitten von Nürnberger Meistern), bearbeitet von J. Thaeter. Heft von 6 radierten Blättern 1827, 4°.