Teyler — Johannes — Maler, Zeichner und Kupferstecher von Nymegen, wird von Houbracken unter jene niederländische Maler gezählt, welche in Rom Mitglieder der Schilderband waren, wo er Teyler den Beinamen Speculatie führte, und im Leben des Jakob de Heius sagt er, dass der Künstler , welchen er jetzt Teyler, anders Speculatie nennt, vorher Professor an der Hochschule zu Nymegen gewesen, und zuletzt Kriegsbaumeister des Königs Friedrich I. von Preussen geworden sei. Weyerman fügt noch bei, dass N. Tailler, ein wahrhaft kunstreicher Herr und ehema- liger Hochlehrer in Nymegen, der Erfinder der Manier, Kupfer- stiche in verschiedenen Farben zu drucken sei. Auch Weyerman behauptet, dass Teyler später Ingenieur des Königs von Preussen worden, bestimmt aber eben so wenig die Zeit, als Houbracken. Beide kennen den Meister nicht weiter, und führen ihn sogar un- ter zweierlei Namen auf.
Dass Teyler Professor der Mathematik an der Akademie in Nymegen war, lesen wir in den Annales Noviomagi von Johann van de Betouw p. 212, es ist aber die Zeit der Anstellung nicht be- stimmt. Unter den ersten Mitgliedern von 1654 scheint er nicht gewesen zu sein, gehört aber wahrscheinlich zu den späteren Pro- fessoren, wovon 1671 Gerard Noodt der letzte war. Dieses ver- muthet R. van Eynden, Geschiedenis der vad. Schilderk. S. 175, so wie auch, dass Teyler als Professor die Kunst nur nebenbei be- trieben, dass er sie aber nach dem Verfall der Akademie zur Haupt- sache gewählt habe. Sein Erfindungsgeist dürfte ihm in Rom den Beinamen »Speculatie« erworben haben. Nach seiner Rückkehr gründete er in Nymegen eine Kunstschule mit einem Institute, in welcher Kupferstiche in Farben gedruckt, und wahrscheinlich auch Tapeten gefertigt wurden; denn van Eynden sagt, er habe bei dem Bürgerhauptmanne Bakker in Nymegen eine auf Leinwand gedruckte Tapete gesehen. Dann vernachlässigte Teyler auch die Wissenschaft nicht. Wir haben von ihm eine »Architectura militaris,« welche 1607 zu Rotterdam mit 41 Blättern und einem von B. Stopendaal gestochenen Titel in 4 erschien. Wolf sagt in den Anfangsgründen der mathematischen Wissenschaften, dass in diesem Werke der Vestungsbau durch die Algebra gelehrt werde.
Was die Erfindung des Druckes von Kupferplatten mit Far- ben anbelangt, glaubt R. van Eynden, dass Teyler früher auf diese Behandlung gekommen sei, als P. Schenk, welchem A. Fokke Si- monsz. diese Erfindung zuschreibt. Schenk trug seine Farbe nur auf eine Platte auf, die auch schwarz gedruckt werden konnte. Teyler fertigte aber für die Farben eine eigene Platte, und setzte dann die Lichter und andere Partien mit dem Pinsel auf, da diese Stellen ausgespart waren. Er druckte auf Papier und auf Leinen-
zeug, theils um Bilder in Rahmen, theils um Tapeten zu erzielen. Man muss indessen den eigentlichen Farbendruck unterscheiden, der schon früher erfunden, und von Le Blon vervollkommnet wurde. Teyler druckte nur mit einer geätzten oder gestochenen Platte, Le Blon bediente sich aber mehrerer Platten,
Die Werke dieses Meisters sind ausser seiner Vaterstadt we- nig bekannt. Ölmalereien finden sich nach R. v. Eynden gar nicht. In Kunstsammlungen findet man wohl noch ein grosses Blatt, welches eine Ansicht des Y gibt, mit grossen und kleinen Fahrzeugen auf wogender See, anscheinlich nach Backhuizen von Teyler selbst gestochen und farbig gedruckt. Auch einige farbig gedruckte Ansichten von Nimwegen, Grave und der Umgegend dürf- ten noch vorhanden seyn. Was von ihm selbst herrührt, ist schwer zu bestimmen, da er keinen Namen auf die Platten setzte. Dann finden sich auch grosse Zeichnungen von ihm, welche Genrebil- der, Vögel, Blumen und Ornamente enthalten, mit Tusch und schwarzer Kreide meisterhaft behandelt, und fast nur im Umriss. In der Sammlung des Herrn von Leyden zu Amsterdam war von ihm eine Ansicht von Paris, welche gestochen ist und farbig aus- gegeben wurde. Den Namen des Stechers tragen die Blätter nicht. Von Teyler selbst rühren nur die Aetzungen her,