Tevini, Alexander

Tevini, Alexander, Maler und Lithograph; geb. zu Trient 1785, widmete sich ohne Anleitung der Kunst, und malte anfangs Por- traits in Miniatur. Zur Zeit der bayerischen Herrschaft über Ti- rol kam er nach München , erwarb da das Indigenat und wurde dann an der königlichen Steuercataster-Commission als Litho- graph angestellt. Er war in dieser Lage der erste, welcher Fi- guren in Stein gravirte, und gab diesen Arbeiten eine zu jener Zeit nie gesehene Vollendung. Doch konnte er nur die Neben- stunden diesen Kunstversuchen weihen, da er für die Commission in anderer Weise beschäftigt war. Nebenbei mußte er auch Por- traits in Miniatur und Aquarell , bossirte Bildnisse und Figuren in Wachs, und schnitt auch kleine Bilder in Elfenbein . Der König Maximilian I. erhielt ein Blumenbouquet , welches äusserst fein in Elfenbein geschnitten ist. Dann schritt er auch die ver- bundenen Köpfe des Königs und der Königin Carolin, vertieft

Folgende Blätter sind von Tevini auf Stein gravirt, und ge- hören in ihrer Weise zu den beachtenswerthesten Erzeugnissen der Lithographie .

  1. Das Brustbild Dante's mit dem Lorbeerkranze nach rechts, das neueste Blatt des Künstlers und ohne Namen. Es kam bisher nicht in den Handel, wäre aber als Beigabe einer Ausgabe des Dante in 8. oder gr. 8 zu verwenden.

  2. Die Madonna mit dem schlafenden Kinde, wie sie mit der rechten Hand das Tuch unter dem Kopfe erfasst, und mit der linken dasselbe gegen den Schenkel hinzieht. Die Haare der Heiligen fallen auf die Schultern herab und der nach links geneigte Kopf ist mit einer Strahlen Glorie umgeben. Halbe Figur im Oval, ohne Namen, gr. 8.

  3. Diana mit dem Pfeil am Felsen ruhend, wie sie mit der Linken den einen der beiden vor ihr stehenden Hunde am Halse erfasst. Rechts unten zwischen den beiden Einfas- sungslinien: Tevini fec. qu. 4.

  4. Eine nackte schlafende Nymphe oder Schnitterin, als wel- che sie die zu ihren Füssen liegende Sichel und die Aech- ren kund geben. Sie schläft sitzend mit überschlagenen Beinen auf einem faltenreichen Tuche, und stützt den Kopf auf die linke Hand. Rechts zu ihren Füssen ist eine Quelle und oben wird ein Theil des durch eine Draperie verdeckten Baumes sichtbar. Links unten: F. Boucher gemalt, rechts: Alexander Tevini grav. fol.

Die Abdrücke sind äusserst selten, da der Stein beim Drucke zu Grunde ging.

  1. Die Engelsburg in Rom mit der Tiberbrücke, und weiter- hin in Perspektive die S. Peterskirche mit anderen Gebäu- den. Die Burg erhebt sich rechts. Ohne Namen, gr. qu. 4.