Teunissen, Cornelis

Teunissen, Cornelis, Maler, Formschneider und Kupferstecher , wird auch Cornelis Antoniusz und Antoniuss von genannt, d. h. Cor, Sohn des Antonius. Dieselbe Bedeutung hat auch Teunissen oder Teunisse, was im Volksdialekt Sohn des Teunis (Antonius) bedeu- tet. Den letzteren hält Sotzmann (Ueber des Anton von Worms Abbildung von Cöln 1531. Cöln 1819, S. 53) für den Formschnei- der Anton von Worms, welcher in Cöln arbeitete, unser Cornelis dürfte aber in Amsterdam seine Kunst geübt haben, da er die Ansicht dieser Stadt gemalt hatte, und mehrere Formschnitte daselbst

von ihm erschienen. In der Kunstkammer zu Amsterdam ist ein Gemälde, welches Amsterdam vorstellt, wie es aussah, von Houbracken I. 23 dem Cornelis Antoniusz von Amsterdam zuge- schrieben, welchen wir mit unserm Teunissen für Eine Person hal- ten. Auch ein grosses Formschnittwerk erwähnen wir unten, wel- ches die Ansicht dieser Stadt gibt, und das Zeichen trägt, wel- ches auf Cor. Teunissen erklärt wird. Dieses Monogramm (Tafel II. S. 2319) kommt auf mehreren Holzschnitten vor, und besteht aus den Buchstaben C. T., zwischen welchen das Zeichen des heil. An- tonius angebracht ist. Dieses Zeichen nahmen einige wahrschein- lich für die alte Form des Buchstaben A, und somit lesen wir bei Füssly (Lexicon, unter Franz Floris) und bei Heller (Gesch. d. Holzsch. S. 170), dass auf einem Blatte in Helldunkel nach F. Floris, welches das Urtheil Salomons (das Abendmahl?) vorstellt, die Buchstaben C. A. T. stehen. Aus dem Namen C. Teunissen scheinen dann Orlandi, Gandellini, Marolles, Christ und Florent le Comte die falsche Lesart Heuvissen und Hemsen gebildet zu haben, so dass zuweilen der Künstler auch unter diesem Namen er- scheint. Marolles ging noch weiter. Er besass, wie Heinecke be- merkt, ein Blatt (Taf. 50), auf welchem das deutsche Wort »Kennt- niss« stand. Daraus fabricirte er einen Heunissen oder Heris- sen. Cornelis Teunissen bekleidete von 1544—1550 in Amster- dam die Stelle eines Schöffen. Im Jahre 1545 war er auch Mit- glied des Rathes,

Holzschnitte mit dem Zeichen dieses Meisters,

  1. Johannes Rex Portugalie, Arabie, Persie, Indie. Er reitet nach links, Unten das Zeichen, und im Rande: Imprime en Anuers par moy Siluestre de Paris Tailleur de Figures.

  2. Das Abendmahl des Herrn. Links unten das Zeichen, In zwei Blättern. H. 11 Z. 6 L., Br. 29 Z. 20 L. Bartsch IX. p. 152 Nr. 1. I. Abdrücke von einer Platte. II. Helldunkel von zwei Platten.

  3. Mutius Scaevola, wie er die Hand über das Feuer hält

  4. Eine geflügelte Frau auf der Schlange stehend, mit der Kö- nigskrone auf dem Haupte. Sie trägt mit der Linken den Scepter, und in der anderen ein flammendes Herz. Im Grunde breitet sich eine Stadt aus. Links unten am Steine das Zeichen. H. 8 Z. 10 L., Br. 6 Z. 2 L. Bartsch l.

p. 153. Nr. 3. | 5) Allegorie auf die Vergänglichkeit des Lebens. Links zeigt der Tod einem alten Manne die Worte: Nascendo morimur, Der Greis ist in halber Figur dargestellt, und vor ihm ist ein Kind mit der Sanduhr, an welcher steht: Velocitas tem- poris. Rechts im offenen Buche liest man: Cognitio dei et naturae rationalis etc. Rechts oben ist das Zeichen und die Jahrzahl 1537. H. 16 Z. 5 L., Br. 12 Z. 4 L. Bartsch l. c. p. 154. Nr. 4. *

  1. Diligentia, allegorisch durch ein geflügeltes Weib, fol. R. Weigel's Kunstkatalog Nr. 8245. *

  2. Ryckdon, reich geschmückte weibliche Figur mit einer Perle in der Hand, fol. Weigel's Kunstkatalog Nr. 8246.

  3. Reiche Allegorie. Links hält ein Mann das Pferd am Zaume, und auf der Linken trägt er den Falken. Darunter steht: Ick mach rijden, vlieghen of gaen etc. Weiter nach rechts zeigt sich ein Mann mit Flügeln, deren Federn ausfallen, und neben ihm ist ein Jagdhund. Dann kommt ein Mann mit der Krücke, zu dessen Füssen eine Eule sitzt. In der Nähe ist das Zeichen. Die Füsse des hierauf folgenden Mannes sind mit Ringen und einem Schlosse belastet, und über letzterem steht: Ongeluck. Hinter ihm und über ihm bläst ein Engel Todtenköpfe aus dem Munde, und man liest: Quade fortun. Zuletzt, noch weiter rechts, steht ein in Pelz gekleideter Mann mit Barett, und die hier befindliche Unterschrift lautet: Die vlieghen wil eer dat hy vloghe- len heeft etc. Die Adresse des Druckers lautet: Gheprent tot Aemstelredam, aen die oude side in die Kerkstraet, By mi Jan Ewoutzoon Figuersnijder wonende inden vergulden gaer. G. Rathgeber's Annalen der niederländischen Kunst

  4. Ein Frauenzimmer, welches links auf einem Esel reitet, mit einem Schweine und einer Katze. Unten am Boden ist das Monogramm, und links sehr viele Schrift. Ganz unten rechts ist die obige Adresse. Rathgeber, l. c., *

  5. Der Triumph des Esels in vier Blättern zum Zusammen- fügen. Auf dem zweiten Blatte steht das Monogramm und die Jahrzahl 1544. H. 8 Z. 3 L., Br. 54 Z.,

Dieses Formschnittes erwähnt Bartsch IX. p. 154. Nr. 5. 11) Die Ansicht von Amsterdam, in 12 grossen Blättern, mit Dedications an Kaiser Carl V., und dem Zeichen des Künst- lers. Dieses seltene Formschnittwerk erschien um 1544.

  1. Abbildung des Grabsteines des Mainzer Erzbischofs Willi- gisius von 1450. Das Ganze hat eine Umschrift und links steht: millesimo ccccL. Rechts ist das bekannte Zeichen von Teunissen und unter diesem steht der Buchstabe M.

Heller hält dieses Blatt für das trügerische Machwerk eines neueren Formschneiders, was wir dahingestellt seyn

Jassen. Die Jahrzahl 1450 bestimmt wahrscheinlich nur das Todesjahr des Bischofs oder die Zeit der Errichtung des Monuments, so dass Teunissen hundert Jahre später dasselbe in Holz hätte schneiden können. Es mag aber immerhin ein neuerer Meister C. T. das Grabmal abgebildet haben, der vielleicht in Mainz lebte, wohin das M. deutet.

Kupferstiche. Brulliot (Dict. d. Monogr. 3319) sagt, dass er auch zwei Kupferstiche mit dem genannten Zeichen gefunden habe, er beschreibt sie aber nicht genau. 13) Das Bildniß des Kaisers Carl V. 14) Eine allegorische Darstellung mit einer Frau, welche ein Kind in den Armen trägt, und das Füllhorn hält.