Teufel, auch Teubel oder Thüfel

Teufel, auch Teubel oder Thüfel, Johann, Formschneider, arbeitete nach der gewöhnlichen Angabe um 1540—70 in Witten- berg, und hinterliess viele Blätter. Darunter sollen Bildnisse säch- sischer Fürsten und Herren, und eine grosse Anzahl von bibli- schen Darstellungen seyn, wie in der Bibel von Dr. M. Luther, welche zu Wittenberg von Hans Luft gedruckt, und 1584 wic-

Nach der obigen Erklärung bliebe dem Johann Teufel kein Blatt übrig. Allein es frägt sich, ob der Monogrammist J. T., der auch der Initialen J. T. zur Bezeichnung seiner Blätter sich bediente, wirklich dieselbe Person sey mit dem Formschneider J. L. C., oder J. L. C. T. bei Brulliot II. Nr. 1570, und dem Mo- nogrammisten J. C. und JLC bei Brulliot I. 1342. Auffallend wäre die verschiedenartige Bezeichnung des einen und desselben Meisters. Es mag allerdings ein Lucius Cronstadensis Transylva- nus unter den genannten Buchstaben zu vermuthen seyn, aber dieser nennt sich nach Brulliot II. 1570 auch Jacob Siebenbürg. und somit könnte auch der fragliche Johann Teufel in dem Mo- nogrammisten J. T. seine Erklärung finden, auf welchen sich dann auch die Initialen J. T. beziehen. Dieses Zeichen kommt auf meh- reren Blättern der Bibel Luther's vor, dann auf den Bildnissen der Fürsten, und auf Blättern der sächsischen Chronik von H. Bünting, Magdeburg 1586. Ein einzelnes Blatt, eines der gröss- ten des Meisters, stellt ein Fest vor, welches in Rom gefeiert wird. Dieses Blatt ist von 1558, qu. fol.

Die Existenz des Johann Teufel ist nicht zu läugnen, und so- mit könnten die genannten Werke Proben seiner Kunst enthalte. Christ und Malpe sind noch nicht vollkommen widerlegt. Es sind aber auch die Verhältnisse der späteren sächsischen Schule, wel- cher die genannten Bilderwerke angehören, noch nicht erforscht. Dass eine Künstlerfamilie Namens Teufel gelebt habe, beweiset auch der folgende Artikel.