Teuber, der Name einer Kunstdrechsler Familie von Regensburg

Teuber, der Name einer Kunstdrechsler Familie von Regensburg , welche in ihrer Art Vorzügliches leistete. Martin Teuber stand um 1654 in solchem Rufe, dass ihn Kaiser Ferdinand III. oft in seiner Werkstatt besuchte, um sich unter seiner Leitung im Kunst- drehen zu üben. Sein Sohn Martin Christoph brachte die Kunst, Portraite zu drehen, zu glücklichem Resultate, und lie- ferte auch viele andere künstliche Arbeiten, deren Mag in der Kunstkammer zu Wien bewunderte.

Noch grösseren Ruf erlangte aber sein Sohn Johann Mar- tin, welcher in allen Hauptstädten Deutschlands Werke hinter- liess. Er erfand eine Maschine, mittelst welcher er Portraite er- haben und vertieft, Landschaften, Jagden, Viehstücke und Schrif- ten drehen konnte. Auf einer anderen Maschine verfertigte er runde und halberhabene Figuren in verschiedener Stellung, Rah- men, Säulen, Gesimse und viele andere architektonische Theile, dann künstliche Augen, Ohren, Microscope, Sphären von Elfen- bein, astronomische und Erd-Fernröhre u. s. w. Er druckte auch Wappen und Figuren in Glas, verstand die Kunst in edlen Steinen Figuren und andere Darstellungen zu ätzen, selbe zu schneiden, und war überhaupt ein Tausendkünstler seiner Zeit. Er schrieb auch ein Werk über Drehkunst, welches Chr. Drexel 1730 zu Regensburg herausgab, 4.

Verschieden von diesem Toreuten ist wahrscheinlich der Gem- menschneider Teucer (Teukros), dessen Name auf einem Amethist im florentinischen Museum vorkommt. Diese berühmte Gemme stellt Herkules und Jole (?) dar, und war früher im Besitze eines adlichen Florentiners, Namens Pierantonio Andreini. Der Name TETKPOT erklärc sie als Arbeit des Teukros, welcher unter der Regierung des Kaisers Augustus gelebt haben soll. Abgebildet ist dieses Werk bei Winkelmann, Monum. inediti, tratt. prel. XIV.; Bracci II. tab. 112.; Mus. Florent. IL 5.; Gal. di Fir, V. 26. 1.3 Millin, Gall. mythol. 455. Graf Carlisle in London besass einen Glasfluss aus dem Cabinet des Baron v. Stosch, mit dem Namen TETKPOT, Er stellt einen Faun vor, wie er einen Epheukranz windet, J. A. Schweickhart hat'diese Paste gestochen. Winckel- mann nennt dann auch noch ein drittes Werk von Teucer, wel- ches nach der Ansicht des genannten Schriftstellers den über Aga- memnon ‚zürnenden Achill vorstellt, oder wie Murr glaubt, den Peleiden , welcher die ihm von der Mutter gesendeten Waffen be- schaut. Dieser Stein war früher in der Sammlung des Baron Stosch, später besass ihn der sächsische Leibarzt Hofrath Hannel zu Dresden.