Tetrode oder Tetrodius, Willem Danielsz, Bildhauer von Delft , machte seine Studien in Italien , und führte da mehrere Werke aus, die ihm einen rühmlichen Namen machten. Nach seiner Rückkehr übertrugen ihm die Kirchenmeister der Oude Kerk in Delft die Ausführung des prächtigen Hochaltars in Mar- mor, welchen er mit Statuen, Pilastern und Zierwerken versah, was alles so schön befunden wurde, dass sich die berühmtesten Dichter und Gelehrten seiner Zeit darüber in Lob ergossen, wie Hadrian Junius, P. Opmeer, Quicardyn und C. Musius. Letz- terer nennt ihn einen zweiten Praxiteles, und sagt, man habe nie etwas Schöneres gesehen als diesen Altar. Prinz Wilhelm I. schützte dieses Werk vor den Bilderstürmern, es ist aber nicht mehr vollständig vorhanden. Die Statuen der zwölf Apostel erhielt ein Graf von Schwarzenburg, und später sollen sie in einer Kirche zu Strassburg aufgestellt worden seyn. Die Zeit der Versendung derselben nach Deutschland ist nicht bekannt. H. van Bleisw l€ findet es aber in seiner Beschreibung von Delft wahrscheinlich, dass sie erst einige Jahre nach dem Bildersturme entfernt wurden. Über andere Bildwerke scheinen die unten erwähnten Stiche von Tetterdil oder Tettesdet Auskunft zu geben, worauf wir verwei- sen. Das Todesjahr dieses Meisters ist unbekannt. Sicher über- lebte er die genannte Epoche einige Jahre. Es findet sich näm- lich ein Blatt, mit Venus und Amor, belauscht von einem Faun, welcher in der Linken einen Baumast hält, bezeichnet: Gul. Te- trodius Delfinus Batavus Sculptor Colonia formuils Petri Conradi Colot 1574. Aug. 24., gr. qu. fol. Ein zweites Blatt stellt Venus, Jupiter und Merkur dar, gr. qu. fol.
Der Stecher beider Blätter ist nicht auf allen Abdrücken an- gegeben. Er heisst Tetterdill, oder G. Tettesdet, s. beide Ar- tikel. Unter Tettesdet ist noch ein drittes Blatt angegeben. Viel- leicht ist auch der an seiner Stelle erwähnte Wilhelm Telrho mit Tetrodius in Verbindung zu bringen, so dass der Stecher J. de Gheyn allenfalls Tetrho habe schreiben wollen.
Tetrodius s. Tetrode,