Testa, Pietro

Testa, Pietro, Maler und Radierer , genannt Lucchesino, wurde nach Baldinucci 1611 zu Lucca geboren, nach Lanzi's Angabe er- blickte er aber 1617 das Licht der Welt. Mit den Anfangsgründen der Zeichenkunst vertraut ging er nach Rom , um die Schule Do- minichino's zu besuchen, schloss sich aber später an Pietro da Cor- tona an, mit dessen Kunstweise er indessen wenig gemein hat. Testa strebte nach Originalität, welche er in seltsamen, theils phanta- stischen Erfindungen zur Schau trug. Auch trug sich sein Hang zur Melancholie auf seine Bilder über, und es spricht sich na- mentlich in seinen männlichen Figuren ein düsterer Charakter aus. Selbst im Grässlichen gefiel er sich. Belege hiezu liefern seine Darstellungen der Marter des heil. Erasmus und des Todes des Cato von Utica. In ruhigen Momenten machte sich aber auch wieder eine gewisse Weichheit des Gefühls geltend. In diesen ent- warf er sehr gefällige Bilder, in welchen würdige Frauengestalten und Kinderfiguren den ernsten Männern gegenüber einen schönen Gegensatz bilden. Die Kinder zeichnete ausser ihm Niemand bes- ser als Fiamingo, mit dem er überhaupt im Studium des Nack-

Testa, I'ello;

Romualdo alla Lungara in der Tiber, und beerdigte ihn mit Zeichen des Mitleids und der Achtung für sein Talent in S. Biagio zu Rom. Allein als Selbstmörder wäre er zu jener Zeit kaum in

eweihetes Erdreich begraben worden. In der Sammlung der Ma- lerbildnisse in der Tribune zu Florenz ist sein eigenhändiges Bild- niss. Auch in der Gallerie zu Leopoldskron war ein solches. Dann hat er es selbst radirt, und G. C. Testa ein solches gestochen. Auch J. Waesbergen hat Testa's Bildniss gestochen, sowie B. Eredi. Ferner fügte Sandrart das Portrait dieses Meisters seinem Werke bei, und in der Serie de ritratti ist das florentinische Bild ge- stochen.

Dann wurden auch mehrere Zeichnungen und Gemälde die- ses Künstlers gestochen. Die Blätter von G. C. Testa sind im Ar- tikel desselben verzeichnet,

St. Michael stürzt den Dämon. Ohne Namen,

Abraham bedient die drei Engel, nach einer Zeichnung von Calme gestochen, gr. 4.

Die Anbetung der Hirten, nachgeahmte Federzeichnung. F. Collignon formis, kl. qu. fol.

Die Anbetung der Hirten, von einem Ungenannten radirt, kl. qu. fol.

Die Darstellung im Tempel, gestochen von G. F. Schmidt, fol.

Die Flucht in Aegypten, gestochen von A. Scacchi, fol.

Die heil. Familie in einer Landschaft, gestochen von Barto- lozzi, fol.

Die Kreuzabnehmung, nach einer Skizze von B. Vialart ge- stochen, kl. qu., fol.,

Die Kreuzabnehmung, gest. von P. del Po, fol.

Der Leichnam des Herrn von einem Engel bewacht, nach einer Skizze von B. Vialart gest., kl. qu. fol.

St. Petrus vor dem Heilande knieend. F. Colligny exeud., kl. fol.

Die Marter des heil. Angiolo, aus dem Carmelite-Orden, in Heller dunkel von Caylus und N. le Sueur, für Crozat Werk,

  1. fol. Die Marter des heil. Erasmus, gest. von P. Aquila m. fol.

Jupiter und Juno, rechts drei Amoretten, der eine auf einem Ad- ler, Gest. von P. S. Bartoli, gr. qu. fol.

Das Opfer der Iphigenia, gest. von Picart, qu. fol.

Satyren und Nymphen, B. Picart fec. Aus dessen Innocentes innocentes, gr. qu. 8.

Der Kopf einer Frau, von Francois gestochen. Ein Pastoral, gest. von A. Westerhout. Eine Anzahl geistreicher Compositionen und Studien von Fi- guren, nach Zeichnungen und Skizzen leicht radirt, mehr als Äquivalente. In der Gräflich Sternberg'schen Sammlung von 5; solcher Blätter, mit Vincenzo Billi's Adresse, Füssly nennt das Heft unter dem Titel: Pensieri diversi, darunter könnten die genannten Radirungen zu verstehen seyn, 4. und qu. fol.

Eigenhändige Radirungen,

Die Blätter dieses Meisters, wurden früher den Künstlern zum Studium empfohlen, aber zu diesem Zwecke sucht niemand mehr, er müsste denn an den langen und mageren Figuren und an den manierierten Draperien derselben Geschmack findendie sicher ist, dass Testa's Blätter theuer bezahlt wurden, mehrere mit zehn Dukaten, Sie sind leicht radirt, manchmal sogar nachlässig. Die

Die guten Abdrücke haben keine Adresse, dann folgen sie mit Adressen von Gio. Jac. Russi und G. Rossi. Die Abdrücke mit der Adresse des letzteren sind schwach. Auch A. van Westerhout hat einige Blätter debutirt. Die meisten Platten sind Eigenthum

der Calcografia Romana, aus welcher noch immer schlechte Ab- drücke bezogen werden können.

  1. Ritratto di Pietro Testa Pictore eccel. delineavit et sculpsit Romae etc. Halbe Figur mit einem Gemälde in der Linken Hand. Crayon in der Rechten. Oval. H. 8 Z. 3 L., Br.

Z. 2 L. Die späteren Abdrücke haben die Adresse von Franco Collignon, und dann jene von A. Westerhout,

  1. Abraham im Begriffe den Isaac zu opfern. Links oben Gott Vater in der Glorie von Engeln. H. 10 Z. 2, 7 L., Br. 8 Z. 7 L.

  2. Die Anbetung der Könige. Unten nach links das Mono- gramm mit: Pinxit et sculp. Im Rande: Vt morti rerum Do- minus etc. Dieses Blatt ist dem Geronimo Bonaisio dedi- cirt und eines der besten Blätter des Meisters. H. 15 Z. 4 L. mit 8 L. Rand, Br. 13 Z. 2 L. N. Cochin hat es im Kleinen copirt,

  3. Die heil. Jungfrau kniend bei dem Jesukinde, welches das vom Himmel gesendete Kreuz umarmt. Im Grunde rechts weckt ein Engel den Joseph aus dem Schlafe und befiehlt ihm nach Aegypten zu fliehen. Unten die Dedication an Cassiano daffozzo und im Rande: Fuggendo il benedetto etc. H. 12 Z. 10 L. mit 7 L. Rand, Br. 10 Z. 10 L. Es gibt eine verkleinerte Copie.

5—8) Die Geschichte des verlorene Sohnes, Folge von vier Blättern. H. 7 Z. 8 L., Br. 11 Z.

G. A. Wolfgang hat diese Folge copirt,

  1. Seine Abreise vom väterlichen Hause. Links unten: L' Hi- storia del figliolo prodigo. P. Testa in. et fecit Romae. J- R. cum privilegio Regis.

  2. Er verschwendet sein Vermögen. Links unten: P. Testa in. et fec. Romae.

  3. Er hütet die Schweine. Mit derselben Schrift.

  4. Die Rückkehr zum Vater und die Aufnahme des Reuigen. Mit derselben Schrift, wie Nr. 6.

  5. Die Madonna mit dem säugenden Kinde. Sie streckt die rechte Hand nach dem kleinen Johannes aus, welcher einen Apfel hält. Links im Grunde liest Joseph im Buche, Rechts unten das Zeichen. H.6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 7 L.

  6. Die heil. Jungfrau an einem Portal sitzend und auf das Je- suskind blickend, welches von Johannes ein kleines Kreuz erhält. Links sitzt Joseph bei der Maria. Eines der frühe- stem und seltensten Blätter des Meisters, ohne Zeichen. H.

4 Z. 6 L., Br. 6 Z. 5 L. 11) Die heil. Familie. Maria sitzt mit dem schlafenden Kinde auf dem Schoosse an der Säule, und zieht den Schleier von demselben, um es dem Johannes zu zeigen. Im Grunde

  1. Maria und Joseph am Baume sitzend von drei Engeln be-

gleitet, wovon einer eine dem Kinde Wasser reicht, die bei-

den anderen Früchte bieten. Links unten am Steine Testa's Name. H. 8 Z. 8 L., Br. 11 Z. 4 L.

  1. St. Rochus und St. Nicolaus flehen um den Schutz der heil. Jungfrau, welche rechts von Engeln umgeben auf Wolken steht. Links unten das Zeichen. H. 10 Z. 2 L., Br. 7 Z. 2 L. ;

Es gibt eine Copie von der Gegenseite, Maria links. Geistreich radirt von J. M. Faichtmair 1701.

  1. Die Marter des heil. Erasmus, Im Rande: S. Erasme ora pro nobis — — Allo _ spirito nobile etc. Rechts unten das Zeichen. H. 9 Z. mit 1 Z. 2 Z. Rand, Br. 6 Z. 10 L.

Die ersten Abdrücke sind ohne alle Schrift, dann fol- gen jene mit obiger Schrift, und die letzten sind die mit der Adresse von J. J. Rossi,

Auf der gegenseitigen Copie ist das Monogramm links.

  1. St. Hieronymus in der Wüste, im Profil nach rechts. Zu seinen Füßen rechts ist der Löwe, und zwei Engel halten den Cardinalshut, Links unten das Zeichen, rechts: Calisto ferranti for, H. 11 Z. 3 L., Br. 8 Z. 5 L.

Dieses zart radirte Blatt ist von der Gegenseite copirt.

16.) St. Magdalena mit dem Todtenkopf in der Wüste sitzend. Sie betrachtet das Kreuz, welches rechts oben zwei Engel halten. Ohne Zeichen, H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z.

  1. Die Marter des heil. Sebastian. Zwei Henker binden ihn an den Baumstamm, zwei Bogenschützen sitzen links auf dem Boden und im Grunde erscheint ein Orientale an der Spitze der Soldaten, Links unten: Pietro Testa Inu. e fece, Im Rande die Dedication von Pedrignani an Tomaso Ghi- silieri., Dieses Blatt ist aus der früheren Zeit des Meisters, oben rund. H. 13 Z. 7 L., Br. 8 Z. 4 L.

  2. Die sieben Weisen Griechenlands am Tische in Unterre- dung. Links in halber Höhe: Vina, dapes onerant animos, sapientia nutrit, Unten steht: Illustrissimo atque ornatiss, — additissimus Petrus Testa 1648. H. 9 Z. 8 L., Br. 14 Z.

  3. Sinorix im Tempel der Diana von Camma vergiftet. Die Diener bringen ihn in seinen Wagen, Rechts unten das Zeichen., H. 10 Z. mit 7 L. Rand, Br. 15 Z.

  4. Der Tod des Cato von Utica, Rechts unten: Sic fortitudi- nis Cato — in tuto est. P. Testa 1648., H. 10 Z. 3 L.,

  5. Thetis taucht den jungen Achilles in das Wasser des Stix, um ihn unverwundbar zu machen, Rechts unten: P. Testa fecit. H. 9 Z. 10 L., Br.: 15 Z. 4 L.;

  6. Achilles schleppt den Hektor um die Mauern von Troja. Unten gegen die Mitte zu: P. Testa fecit. H. 9 Z. 10 L.,

  7. Das Opfer der Iphigenia, figurenreiche Composition, Unten: A. C. in. aq. P. T. Pinxit et sculp, H. 13 Z. 3 L., Br. 30 Z. 10 L.,

  8. Venus auf dem Wagen in der Luft an einer Baumgruppe vorbeifahrend bringt dem Aeneas die Waffen. Links im Rande: Pietro Testa in or et fecit, H. 13. Z. 2 L., Br. 14 Z. 8 L.

G. A. Wolfgang hat dieses Blatt copirt,

  1. Venus und Adonis auf einem Hügel sitzend von Amoretten umgeben. Im Vorgrunde liegen zwei Eber und zwei Rehe als Jagdbeute. Im Rande steht: Al Molto Ill.mo Sig. etc. H. 12 Z. 5 L. mit 10 L. Rand, Br. 16 Z. 8 L.

  2. Venus in einem Garten ruhend in Mitte von Liebesgöttern, welche die Terme des Silvan mit Blumen und Guirlanden zieren. Rechts unten das Zeichen, H. 12 Z. 5 L., Br. 13 Z. 4 L.

I. Ohne Monogramm, II. Mit demselben,

  1. Eine junge Frau in Ohnmacht von Liebesgöttern umgeben, wovon einer ein brennendes Herz trägt. In der Mitte bietet ein Amor dem andern die Schale zum Trinken, und von den zwei Amoretten zur Linken hat der eine den Korb mit Blumen vor sich, Rechts unten das Zeichen. Dieses Blatt ist sehr selten. H. 6 Z. 3 L., Br. 9 Z. 2 L.

  2. Dieselbe Darstellung von der Gegenseite und mit einigen Veränderungen. Die Frau lehnt sich an den Baumstamm, und der Liebesgott hat kein brennendes Herz. Im Rande unten: Ill.mo et, Rmo D. Hyeronimo Bonuissi D. C. P.

  3. Die Malerei in Mitte der berühmtesten Meister sitzend, wie sie ihre Schüler zum Studium der Natur auffordert, Rechts liegt Saturn auf der Erde. Im Rande: All. Emi- nent.mo et Reu.mo Sig.re etc., H. 9 Z. 8 L. mit 8 L. Rand,

Die gleichseitige Copie hat gegen die Mitte unten die Adresse: Colignon formis. Eine andere Copie ist von G. A. Wolfgang,

  1. Allegorie auf Innocenz X. Glaube, Hoffnung und Liebe auf einer Wolke dem Greife folgend, der nach dem Pie- destal zu fliegt, an dessen Fuss die Gerechtigkeit, die Stärke die Mässigung und die Klugheit stehen. Diese Gestalten und das Piedestal erscheinen links. Etwas tiefer sieht man den Tiber mit vier Nymphen, und im Vorgrunde Amoret- ten mit der römischen Ölfink, Am Piedestale steht: All® apparir dell' indicio Pastore etc. Ohne Zeichen. H. 13 Z. 6 L. mit 1 Z. 5 L. Rand, Br. 11 Z. 2 L.

Dieses Blatt ist sehr selten, besonders vor der Adresse, Es gibt eine gegenseitige Copie, vielleicht von F. Co- lignon.

Der Friede malt mit den Farben der Iris das Bildniss des

Papstes Innocenz X. am Piedestale, Rechts vorn bekränzend Amoretten den Tiber, und die Nymphen im Wasser streuem

Blumen. Unten nach rechts: Dno. Stephano Garbesı No- bili Viro etc., H. 14 Z. 6 L., Br. 18 Z. 4 L.

  1. Ein junger Mann hält sich an die Tugend und die Liebe