Tesselschade, Maria, und ihre Schwester Anna, waren Töch- ter des Kaufmanns Roemer Visscher in Amsterdam, und erhielten die sorgfältigste Erziehung. Der Vater war einer der eifrigsten Kunstfreunde, und die Töchter ausübende Künstlerinnen. Sie zeich- neten sehr schön und gravirten mit Diamant auf Glas, so dass die von ihnen verzierten Trinkgläser als wahre Kunstwerke be- trachtet wurden. Vornehmlich gefielen die von ihnen gezeichne- ten Borduren und Arabesken, von einer dieser Schwestern sind wahrscheinlich die schönen Blätter in Roemer Visscher's »Zinne- oppen« gezeichnet. Visscher sagt indeß in der Vorrede nur, daß er die Sinnbilder auf Papier habe zeichnen und malen las- sen, ohne den Namen des Verfertigers zu bestimmen. Scheltema gab eine Denkschrift über diese Künstlerinnen heraus: Verhande- ling over Anna en Maria Tesselschade, Amsterdam 1808, und sagt, dass sie fünfzig Jahre die Lust ihrer Zeit, der Ruhm ihres
Anna heirathete in Dortrecht den Mr. Dominicus Booth van Wezel, und bildete da die Margeretha Godewijck zur Künstlerin heran. Als Wittwe liess sie sich mit ihren Söhnen in Leyden nie- der und starb daselbst im 67. Jahre.
Maria lebte mit ihrem Gatten Allard van H. Krombalg in Alk- maar, und starb daselbst 1649 im 55. Jahre.