Tesi, Mauro

Tesi, Mauro, Zeichner und Maler, wurde 1730 zu Montalbano im Modenesischen geboren, und hatte das Glück, an dem Grafen Algarotti einen Gönner zu finden, der mit väterlicher Sorgfalt seine Ausbildung übernahm. Er wies ihn auf das Studium älterer Vor- bilder hin, außer der Antike besonders der Werke Vignola's, Mi- telli's, Colonna's und Dentone's, und somit gewahrt man in sei- nen Werken einen viel reineren Geschmack, als dies in jenen seiner Zeitgenossen der Fall ist. Sein Hauptfach war die Orna- ment- und Architekturmalerei , worin er Ausgezeichnetes leistete, und einen grossen Reichthum der Phantasie entwickelte, da er auch geistreiche Figuren malte. Letztere, so wie seine Miniaturen, Vasen , Reliefs u. dgl. gefielen besonders. Zuweilen malte Tiepolo

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XVIII., 17

C. M. Gini stach nach ihm zwei innere Ansichten grösserer Gebäude in Aquatinta, 4. Ein anderes Blatt ohne Namen, eben- falls in Aquatinta, stellt ein reiches Monument dar, unter dem Titel: Idea d'una machina Funebre, Mauro Tesi inventore. Das Grabmal des Grafen Algarotti hat Volpato gestochen.

Eigenhändige Radirungen.

Die Aetzarbeiten dieses Meisters fanden grossen Beifall, und sie verdienen der künstlerischen Behandlung wegen auch wirk- lich das Lob, welches ihnen gezollt wurde. Folgende Blätter finden wir ihm beigelegt, aber nicht genau beschrieben.

  1. Das Bildniss des Grafen Algarotti, im Profil, ohne Namen,

demnach, wenn die Angabe richtig ist, von dem von Fr.

Schmidt radirten Bildnisse dieses Grafen zu unterscheiden 2) Das Titelkupfer zu Algarotti's Werken, mit den drei Grazien, 3) Das Leichengerüst, welches bei dem Tode des Kaisers Franz I, errichtet wurde.

  1. Abbildung einer Münze von Syracus, welche der Prior Bianci durch eine gelehrte Abhandlung erläutert hat,

  2. Eine Folge von 6 Blättern mit Vasen, Copien nach St. della Bella, mit Tessi's Monogramm, qu. 8.

  3. Eine Folge von Vasen nach Entwürfen des Grafen Algarotti. Diese Blätter sollen mit dem Namen »Maurino« bezeichnet werden.