Tesche, Nicodemus, Architekt, geb. zu Stralsund 1610, stammte aus einer adeligen Familie, und trat als Kriegsbaumeister in kö- nigliche Dienste. Nach einigen Feldzügen, zu welchen ihn seine Stelle rief, fand er es gerathener als Civilarchitekt eine Anstellung zu suchen, da er als solcher nicht geringere Ausbildung erlangt hatte. Eine Reise nach Italien machte ihn mit den Werken der früheren italienischen Schule vertraut, und er hielt fortan an dem besseren Style der Architektur fest, namentlich an jenem des 14 Jahrhunderts, sodass sich seine Bauten im Vergleiche mit jenen seiner späteren Nachfolger auszeichnen. Im Jahre 1645 wurde er Hofarchitekt und von der Königin Christine mit Ehren über- häuft. Seine früheren Werke sind in Nykoeping zu suchen. Spä- ter baute er in Stockholm den Palast de la Gardi und den Skok- loster. Sein Werk ist auch das Gustavianum in Upsala und die Domkirche in Calmar. Dann fertigte er auch Zeichnungen zu Decorationsarbeiten und zu Schaugerüsten. Das Grabmal des Königs Carl Gustav in Stockholm wurde nach jenem Entwurfe errich- tet. Sandrart scheint ihn theilweise mit dem jüngeren Nicodemus Tessin, seinem Sohne, zu verwechseln, da er Bauten aufzählt, welche dem letzteren angehören. Starb zu Stockholm