Terzi oder Terzo, Francesco, Maler und Kupferstecher von Bergamo . wurde um 1520 geboren. Er gehört keiner bestimmten Schule an, scheint sich aber nach Vorbildern grosser Meister gebildet zu haben, und gelangte auf diese Weise selbst zu Ansehen. In Sanctuarium von S. Simpliciano zu Mailand sind zwei grosse Ge- mälde von ihm, welche Christus und die Apostel vorstellen, etwas
steif in der Zeichnung aber von warmer Färbung. Auch in der Karmelitenkirche zu Bergamo ist ein schönes Bild von ihm, die Geburt Christi vorstellend. Nach der Aufhebung des Klosters wurde diese Kirche zur Pfarre erhoben und selbe der heil. Agatha ge- weiht. In der Sala del Scrutinio zu Venedig sind ebenfalls Pro- ben seiner Kunst.
Später erhielt Terzo einen Ruf an den Hof des Kaisers Ma- ximilian II. nach Wien, begab sich aber nach einiger Zeit nach Innsbruck, da ihn Erzherzog Ferdinand zum Hofmaler ernannte. Hier zeichnete er die Bildnisse der Fürsten des Erzhauses Oester- reich in ihren Prachtharnischen und gab diesen Bildern archi- tektonische Einfassungen mit Ornamenten. Caspar ab Avibus Pa- tavinus stach diese Zeichnungen in Kupfer, welche von 1560 — 1573 in 66 Blättern zu Innsbruck unter dem Titel: Austriacae gen- tis imaginum partes manu Franc. Tertii Bergomatis erschienen, und das Hauptwerk des Meisters bilden, gr. fol. Näheres über dieses Werk s. Zeitschrift für Tirol VII 281 und VIII 316.
Von Innsbruck aus begab sich der Künstler nach Florenz , wo er 1589 bei der Vermählung der Prinzessin Christina von Loth- ringen eine Festdecoration zeichnete, welche im Stiche bekannt ist. Auf demselben grossen Blatte erscheint auch eine Allegorie auf den Prinzen Carl Emanuel und seine Gemahlin Catharina von Spanien. Terzi starb zu Rom um 1600.
"Terzo nennt Benvenuto Cellini in seinem Pamphlete über den Wettstreit der Sculptur und Malerei einen Krämer von Ferrara, der als solcher mit Vorliebe die Architektur studirte, mehrere Ge- bäude aufführte, und zuletzt nur Bramante und San Gallo über sich anerkannte. Diese Anmassung zog ihm den Spitznamen Terzo zu, d. h. des Dritten nach den genannten Meistern. Das Fac- tum scheint nicht geläugnet worden zu seyn, man nennt aber kein Gebäude, welches er errichtet hat. Cellini sagt nur, er habe mehrere bedeutende Männer überredet, nach seinen Plänen bauen zu lassen.