Terwesten, Matthäus, genannt Arents, geb. im Haag 1670, wurde von seinem Bruder, Augustin (Snip) in den Anfangsgrün- den der Kunst unterrichtet, fand aber dann an W. Doudyns und D. Mytens weitere Meister. Später begab er sich nach Berlin , wo Augustin Terwesten sen. bereits thätig war, und sich der Hülfe des Bruders bediente. Matthäus erlangte aber schon früh Selbst- ständigkeit, und ein Dianenbad, welches er im Hause des könig- lichen Günstlings H. von Schulenburg malte, machte ihm einen rühmlichen Namen. Hierauf ging er nach Italien , um zu Venedig unter Carl Loth seine weitere Ausbildung zu erlangen. Im Jahre 1600 traf er in Rom ein, wo er den Bruder Elias in seiner Ver- wilderung kaum mehr erkannte, und von diesem in die Silder- bent eingeführt wurde. Allein in derselben Nacht erging ein Ver- haftsbefehl an die Mitglieder derselben, und Matthäus theilte vier und zwanzig Stunden das Gefängniss. Man hatte den Verdacht, dass dieses wilde Corps sich zur Versammlung von Wiedertäu- fern gestempelt habe, was theilweise Richtigkeit hatte, da jedes Mitglied einen eigenen Namen erhielt. So wurde unser Terwe- sten Arents genannt. Er malte in Rom nur wenige Bilder, wo- von er drei seiner Schwägerin schenkte, die sich in grösser Noth befand. Das Leben des Bruders trieb ihn bald wieder von dan- nen. Seine Rückreise nahm er durch Deutschland , und hielt sich einige Zeit in Berlin auf. Im Jahre 1600 gelangte er wieder im
worin er Hirtenstücke malte. Auch auf dem Rathhause sind grosse Plafondsbilder von ihm, deren zwei von J. C. Philips für J. de Riemer's Beschryving van s'Gravenhage, Delft 1730, radirt sind, figurenreiche Compositionen mit Architektur. In der Jansenisten- kirche ist ein Altarblatt von ihm, welches Christus am Oelberge vor- stellt. Im Museum zu Amsterdam sieht man das Bildniss der Anna von England, der Gemahlin Wilhelm IV. Der Künstler besuchte vom Haag aus auch noch einmal Berlin, vielleicht nach dem Tode des Bruders, da er die von jenem begonnenen Arbeiten vollendete. Vielleicht stammen aus dieser Zeit auch die vier Rund- bilder mit Kinderspielen, welche im Gallerie-Saale des Landgra- fen von Cassel sich von ihm finden. Nach seiner Heimkehr wurde er Direktor der Akademie im Haag, an welcher er schon früher als Professor gewirkt hatte,
Terwesten war ein Künstler von Talent, der in einer besse- ren Zeit Vorzügliches geleistet hätte. Für die seinige befriedigte er vollkommen, und Descamps sagt sogar, seine Werke seyen eben so viele Muster für die Künstler; man finde darin Geist, richtige Zeichnung, ein gutes Colorit und grosse Leichtigkeit der Behand- lung. Auch Mannlich spricht ihm in seinem Kataloge der Ge- mälde-Gallerie in Schleissheim Verdienste zu und sagt, Terwe- sten habe auf eine fleissige geschmolzene Art eine Menge gros- sen und kleineren historischen Stücke gemalt, welche man in hol- ländischen Sammlungen und Privathäusern antreffe.« In der ge- nannten Gallerie ist von ihm eine schlafende Nymphe vom Satyr entblösst, ganze Figuren auf Kupfer. Ein zweites Bild stellt den Frühling vor, unter Kindern, welche mit Blumen spielen. Ein drittes Gemälde enthält eine Allegorie auf die Blüthe des Handels und Feldbaues nach errungenem Frieden. Der Künstler starb im Haag 1751, nach van Gool in einem Alter von 80 Jahren. Bei Descamps ist sein Bildniss.