Teniers, David

Teniers, David, Maler, der Jüngere, geb. zu Antwerpen 1610, war anfangs Schüler seines Vaters, und bereits im Stande, in der Weise desselben ein Bild zu componiren und zu malen, als er sich an A. Brouwer anschloss, in dessen Kunstweise er vollkommen einzu- gehen im Stande war, Teniers konnte aber in Folge seines Stu- diums der classischen Werke der Kunst auch die Manieren aller grossen Meister nachahmen, ohne zum Nachahmer geschaffen zu seyn, und mit Unrecht wurde er daher von neidischen Zunftge- nossen der Affe der Natur genannt. Bei aller Vortrefflichkeit lebte er dennoch geraume Zeit im unverdienten Dunkel, und er sah die weit geringeren Arbeiten eines Tilborg, van Heil, Ar- tois u. a., den seinigen vorgezogen. Die Ursache dieser Zurück- setzung scheint theilweise auch in der Wahl seiner Gegenstände zu suchen zu seyn, da er die Bauernwelt in künstlerischer Vollen- dung vorzuführen suchte, wobei er in leichter und geistreicher Touche von keinem andern übertroffen wurde; Teniers musste längere Zeit seine Erzeugnisse nach Brüssel und Antwerpen zu Markte bringen, da er im Dorfe Berk zwischen Antwerpen und Mecheln lebte, dessen landschaftliche Umgebung ihm gewöhn- lich die Hintergründe zu seinen Gemälden bot, woher sich die Einörmigkeit derselben erklärt. Seine ländliche Wohnung war voll von eigenhändigen Bildern, die Niemand kaufte, so dass er zuletzt nach Antwerpen zog, um sie leichter an Mann zu brin- gen. Allein selbst seine besten Werke wurden schlecht bezahlt, und zuletzt kam der Künstler auf den Einfall, sich für todt aus- zugeben zu lassen. Seine Frau und seine Kinder mussten Trauer- kleider anziehen. Jetzt strömten die Kenner von allen Seiten zu seiner Wohnung, rissen sich seine Gemälde aus den Händen und bezahlten sie mit grossen Summen. Nach einiger Zeit er- schien Teniers wieder unter den Lebenden, und man freute sich seiner Kunst, die noch reiche Früchte versprach. Sein Ruf war jetzt ein europäischer, und die Bestellungen waren kaum zu be- friedigen, obgleich Teniers mit ausserordentlicher Fertigkeit ar- beitete. Seine Bilder gingen in königliche und fürstliche Samml- ungen über, und jeder reiche Kunstfreund beeiferte sich, ein Werk von ihm zu besitzen. Der König von Spanien richtete eine eigene Gallerie für seine Gemälde ein, die Königin Christina von Schwe- den fand ebenfalls Freude an den Bildern dieses Meisters, und sie überreichte demselben eine goldene Kette mit ihrem Bildnisse. Nur der König von Frankreich wollte nichts von ihm wissen. Am französischen Hofe scheinen seine Bilder noch später Anerkennung gefunden zu haben als im Vaterlande, denn Ludwig XIV. rief beim Anblick eines der Bilder dieses Meisters mit Abscheu: Qu'on m'ôte ces magots! und jetzt gehören diese Gegenstände im Musée français zu den Sehenswürdigkeiten. Die französischen Grossen geizten aber bald nach Bildern von ihm und mancher Kunstfreund glaubte schon einen Schatz zu besitzen, wenn er ein sogenanntes Apres-diner von ihm aufweisen konnte. Teniers malte nämlic in einem Nachmittage ein Bildchen zusammen, und mit solchen geistreichen, aus wenig Figuren bestehenden Skizzen befriedigte er die vielen Liebhaber, die kein ausgeführttes Werk von ihm erhalten konnten. In kleinem For- mate sind auch meistens die sogenannten »Pastiche«; Bilder in täuschender Nachahmung der Manieren grosser Meister, wie eines Rubens, Lang-Jan, G. Coquez, H. Zorg u. s. w., wovon aber

seine früheren Copien nach Rubens u. a. wieder zu unterschei- den sind. Das Wort »Pastiches« gebraucht vornehmlich d'Argens- ville von Teniers Copien der Werke in der Brüsseler Gallerie. Der genannte französische Schriftsteller will solche Copien im Schlosse des Herzogs von Marlborough zu Blenheim gesehen haben, und andere haben geglaubt, es sei diess eine Reihe von einzelnen Gemälden; allein darunter sind wohl nur die Bilder zu verstehen, welche den Saal der Gallerie des Erzherzogs Leopold von Oester- reich in Brüssel vorstellen, wo Teniers die einzelnen Gemälde nachbildete, und sich selbst als Gallerie-Inspektor einführte. Die- ser Fürst übertrug ihm nämlich an der Stelle seines Bruders Abraham die Aufsicht über seine Gallerie, deren Schätze später mit jenen der k. k. Gallerie in Wien vereinigt wurden. Von die- ser Zeit an war die Anwesenheit des Künstlers in Brüssel noth- wendig, während er früher auf seinem Schlosse zu den drei Thür- men in Bierk lebte, von wo aus seine Werke in alle Welt aus- jengen, und die so zahlreich sind, dass der Künstler behauptete, zur Aufstellung derselben sei eine zwei französische Meilen lange Gallerie nöthig, wozu freilich auch die zahllosen Skizzen gehören.

Teniers malte keine streng historischen Darstellungen, sondern beherrschte mit seinem Pinsel die Bauernwelt mit einem Geiste und mit einer Virtuosität, wie kein anderer Meister seiner Zeit. Er durchstreifte das Land, um die Sitten und Gebräuche des Volkes kennen zu lernen, wohnte den Festen, Tänzen, Spielen, Gelä- ßen desselben bei, und beobachtete es in allen Situationen. Als ann von Geist und Geschmack vermied er aber alles Unschöne und Abstossende. Er sah mehr auf das Einfache, Naive und Unschuldige, als auf Ausprägung heftiger Leidenschaften. Selbst bei stürmischen Scenen, wenn der Zorn das Gemüth beherrscht, beabsichtigte er nur die Wirkung des Moments festzuhalten. Das Laster drückt sich in seinen Köpfen nie aus, er schreckt nie ab, gibt nur Scenen stürmischer Freude und den Zustand länd- licher Sitte, und wenn es ja zu leidenschaftlichen Auftritten kommt, so stellen sich seine Helden so dar, dass sie die näch- ste Stunde wieder besänftiget werden können. Selbst die Werke der Barmherzigkeit lässt er durch Bauern ausüben, und wie es scheint gefiel diese Darstellung, da sie zu wiederholten Malen vorkommt, wie im Louvre, bei Lord Ashburton in London u. s. w. Auch der Heiland feiert mit den Bauern die Hochzeit in Cana, oder er sitzt in der Wachstube verspottet. Seine Trinker sind nur von der Liebe zum Trunke beseelt und von der Lust des Wirthshausle- bens, wobei die Pfeife eine Rolle spielt. Dann malte er auch Sol- datenscenen, mit Vorliebe Wachtstuben, seltener nahm er die trau- rigen Folgen des Krieges und der Plünderung zum Gegenstand seiner Darstellung. Mit Vorliebe malte er Höllen- und Gespensterschei- nungen, so wie er deren bei Breughel gesehen hatte. Die Versu- chung des heil. Antonius sagte seiner Phantasie besonders zu, und dabei geht es gewöhnlich launig her. In anderen Gemälden führt er den Beschauer in alchemistische Laboratorien, in Küchen u. s. w., wo allerlei buntes Geräth zusammengehäuft ist. Eine Gallerie von allen Werken Teniers würde eine unglaubliche Mannigfaltigkeit bieten. Seine Leichtigkeit und Fertigkeit war so gross, dass er jeden Meister nachahmen konnte. Er bezeichnete aber die bess- ten Bilder dieser Art, worunter die oben erwähnten »Pastiches« gehören, mit dem Namen, denn er wollte nicht täuschen. Ausser den eigentlichen Genrebildern finden sich dann auch Landschaften von seiner Hand, die er mit verschiedener Staffage ausstattete,

Die frühesten Werke dieses Meisters sind in der Weise seines Vaters behandelt, von kräftiger, warmer und frischer Färbung, so wie sie der Rubens'schen Schule eigen ist. In seiner mittleren Periode liebte er einen hellen, klaren, aber warmen Ton. Einige sind im vollsten Tagslicht gehalten, und so schön durchgeführt, dass dieses selbst neuen Glanz zu erhalten schien. Seine Touche ist immer fein und geistreich, so wie sie nur ein kecker und leichter Pinsel zu ge- ben vermag. Die Bilder im leuchtenden Tone und von zarter Be- handlung gehören zu den Kostbarkeiten. Die dritte Gattung von Bildern ist jene, in welchen er den Brouwer nachahmte, und die von schwerem Tone sind, so dass sie neben den Gemälden von wun- derbar klarer Harmonie nicht bestehen können. Jene silberne Klarheit des Helldunkels, welche ihm in seiner besten Zeit eigen ist, vermisst man in diesen Werken. Auf diesen Irrweg soll ihn die Critik seiner Feinde gebracht haben, welche behaupteten, Te- niers Bilder hätten keine Dauer, und wären mit Oelfarbe bloss ausgetuscht. Von dieser Zeit an soll er die Bilder mehrmals über- malt haben, wodurch sie an Wärme und Klarheit verloren, und einen graulichen oder röthlichen Ton erhielten. Rubens war der jenige, welcher ihn wieder auf besseren Weg leitete. Er rieth ihm, die Lichter nach Belieben stark aufzutragen, aber in den Schatten stets die Grundirung durchscheinen zu lassen. Daher sind in seinen besten Werken die Gegenstände selbst im völligen Dunkel noch sichtbar. Zum Schwarz bediente er sich des gebrann- ten Elfenbeins, was wir aus seinen eigenen Worten wissen. Als er eines seiner letzten Bilder, das Portrait eines Anwaltes malte, sagte er zu diesem, er hätte im Ermangelung der Elfenbeinasche seinen letzten Zahn zur Kohle brennen müssen.

Teniers war zweimal verheirathet. Der Tod seiner ersten Gat- tin, der Anna Catharina Breughel, brachte ihn aber in grosse Verlegenheit, da er den grössten Theil seines Vermögens, welches auf dem Schlosse Berk ruhte, den Kindern herausgeben musste. Die zweite Ehe schloss er mit Isabella de Frene, der Tochter eines brabantischen Rathes. Das Schloss zu den drei Thürmen war sein Lieblingsaufenthalt, und nur nothgedrungen kam er nach Ant- werpen und Brüssel. In Berk war immer eine Anzahl von Schü- lern, worunter Abshoven, Hellemont, de Hont und Ertebout zu den vorzüglichsten gehören. Mehrere ihrer Bilder dürften für jene von Teniers gelten. G. van Tillburg und van Harp arbeiteten ebenfalls in der Weise dieses Meisters. In Berk besuchten ihn Hohe und Niedere, Einheimische und Fremde, selbst Fürsten. Te- niers war nicht allein als Künstler hochgeehrt, sondern auch als Mann von Charakter und angenehmen Sitten. Seine unbehülfliche bäuerische Welt hatte ihn nicht auch zum gemeinen Bauer ge- macht. Der Prinz Juan d'Austria wohnte oft bei ihm. Er nahm Unterricht in der Malerei, und malte eines Tages sogar das Bild- niss des Sohnes unsers Meisters. Teniers malte dagegen das Bild- niss dieses Fürsten, welches in der Brüsseler Gallerie war und

von J. Troyen gestochen wurde. Nach Brüssel führten ihn nur seine Dienstverhältnisse beim Erzherzog Leopold, und nach Ant- werpen kam er noch seltener, obgleich er den 6. Juli 1603 die dürftige Akademie gründete. Er konnte daher den Sitzungen nur selten beiwohnen. Im Jahre 1810 beschloss der König von Belg- ien zum Andenken des Künstlers die Reorganisation dieser Aka- demie als National-Institut. Über die Gallerie in Brüssel veran- staltete Teniers ein Werk, zu welchem er aber nur einige Zeich- nungen lieferte. Indessen trägt es seinen Namen an der Spitze, wo- zu er sich als Inspektor der Sammlung berechtiget fand. Er wollte alle Bilder derselben stechen lassen, es blieb aber zuletzt bei der italienischen Schule. Die Stiche nach derselben erschienen 1658 bei Abraham Teniers in Antwerpen einzeln und ohne Nummern. Nach zwei Jahren gab sie David Teniers gesammelt unter folgen- dem Titel heraus: Davidis Teniers, Antwerpiensis Pictoris et a Cubiculis Ser. Princ. Leopoldo Guil. Archiduci et Joanni Austriaco, Theatrum Pictorum, in quibus exhibentur ipsius manu delineata ejusque cura in aes incisae picturae archetypae italicae, quas ipse Ser. Archidux in Pinacothecam suam Bruxellis collegit. Eidem Prin- cipi ab autore dictum, Sumptibus autoris. C. Priv. Reg. Antwerpiae apud Henricum Aertsens Typographum 1660, fol. Es finden sich auch Exem- plare mit französischem Titel: Theatre de peintures de David Te- niers etc., theils mit spanischer, theils mit französischer Vorrede, Bruxelles aux depens de l'auteur Anno 1660. Auch unter fol- gender Adresse: A Anvers chez la veufve de Abr. Teniers 1660 (?) Die Blätter dieser ersten vollständigen Ausgabe belaufen sich mit Einschluss des Bildnisses von D. Teniers und des Titelblattes auf 246. Sie sind von L. Vorsterman, W. Hollar, van Hoy, J. Po- els, Ossenbeck, A. Boel, D. Claassens, R. Eynhouets, T. van tessel, Lauwers, Lisebetius, J. Troyen, F. van Steen gestochen. Die heilige Jungfrau mit dem Leichname des Heilandes auf dem Schoosse, nach Carracci, kommt zweimal vor, von Lisebetius, und grösser von Steen gestochen. Die Nummern sind noch nicht beige- fügt. Bei der zweiten Ausgabe wurden die Platten numerirt, und unter demselben Titel ausgegeben: Antverpiae apud Jac. Peters 1673. Die dritte Ausgabe ist aus anderem Verlage, und betitelt: Theatrum pictorium Davidis Teniers, Antverpiensis Pict., Ser. Princ., Leopoldii Guil. Archid. Aust., etc. Antverp. ap. H. et C. Verdussen 1684. Die Abdrücke sind noch sehr gut. Das in der ersten Aus- gabe erwähnte Blatt von van Steen fehlt in den beiden letzten. Die vierte Ausgabe ist von 1755, mit französischem Titel: Le grand Cabinet des tableaux de l'Archiduc Leopold Guillaume, peint par des maîtres italiens et dessinés par David Teniers, dit le vieux. Dass das Werk vom älteren Teniers herrühre, ist ein Irrthum. Teniers starb zu Brüssel 1690. Über sein Todesjahr herr- schen verschiedene Angaben. Nach d'Argensville starb er 1690; nach anderen 1689, 1694 oder 1696. Von Brüssel wurde seine Lei- che nach Bork gebracht und in der Frauenkirche beigesetzt. Dem Brüsseler Galleriewerke ist das Bildniss des Meisters im Kniestück beigegeben, nach P. Thys von L. Vorsterman gesto- chen. P. de Jode stach es im Kleinen nach einem eigenhändigen Gemälde, so wie Ph. le Bas das Familienbildniss desselben. J. B. Michel stach als Gegenstück zu Teniers' Bildniss auch jenes der Catharina Breughel, seiner Frau. Auch von Chenu haben wir sein Bildniss. Dann kommt es in den Werken von Houbracken, d'Argensville, Descamps und in der Sammlung der Soraninischen Malerbildnisse vor.

Gemälde von David Teniers, Die Scheidung der Werke der beiden D. Teniers ist, wie bekannt, mit großer Schwierigkeit verbunden. Die schönsten sind jene des jüngern Teniers, und ihm wird die größte Anzahl beigelegt. Wir lassen hier ein Verzeichniss der vorzüglichsten folgen, nach den Ländern und nach den Cabineten, in welchen sich dieselben befinden. Die Werke des Privatbesitzes waren von jeher dem Wechsel unterworfen.

England.

Eine grosse Anzahl von Werken dieses Meisters ist in englischen Sammlungen zu finden, welche Waagen im I. und III. Bande seines Werkes über Kunstwerke und Künstler Englands beschreibt und beurtheilt.

Einen Schatz von Gemälden Teniers besitzt die Privatsammlung des Königs Georg IV. 1) Vier Bauern um einen Tisch, von denen zwei Karten spielen, in einem hellen, klaren, aber warmen Ton, und von der feinsten, geistreichsten Touche. Waagen hält dieses aus der besten Zeit des Künstlers stammende Bild für das vortrefflichste von allen. Ungefähr 8 Z. hoch und 1 F. breit. 2) Der Tanz von Bauern in der Nähe der Mauern eines Schlosses, von welchem aus der Herr mit seiner Familie zusieht.

Eine Composition von ungefähr 30 Personen, mit dem Namen und der Jahrzahl 1645. In diesem fleißigen Bilde, von wahrhaft leuchtendem Tone, hat Teniers im Herrn und seiner Familie sehr glücklich dem Gonzales Cázquez sich genähert. Es war ursprünglich der Deckel eines Claviers, H. 2 F. 8 Z., Br. 4 F. 3) Eine Gesellschaft von ungefähr 50 Personen im Hofe der Schenke bei Tanz, Geträuk und Speise, 1649. In Anordnung, Zeichnung und fleißiger Ausführung zu seinen besten Arbeiten gehörig, aber im Ton etwas schwer. 4) Dortbewohner, welche sich auf verschiedene Weise Lustig machen, während ein junger Mann milde Gaben für die Armen sammelt. Aus der besten Zeit, vortrefflich in Beobachtung der Luftperspektive, fein im Ton, zart in der Ausführung. H. 1 F. 8 Z., Br. 2 F. 3 Z. 5) Eine Dorftänze. Sechzehn Personen zechen noch am Tische, zwei Männer werden von ihren Weibern weggebracht, und drei Paare tanzen nach der Sackpfeife. Durch die reiche und lustige Composition sei ausgezeichnet und klar in der Farbe, H. 2 F. 6 Z., Br. 3 F. 3 Z. 6) Eine Gesellschaft von 30 Personen beim Tanze, beim Trunke und in Unterhaltung im Hofe der Schenke. Die Composition ist zerstreut, die meist 1 F. hohen Figuren sind decorationsmäßig behandelt, der Ton schwer, wie ihn Teniers allmählich annahm, als er den Brouwer nachahmte. H. 4 F. 1 Z., Br. 6 F. 2 Z. 7) Das Lager einer Bürgerwache, welche auf den Ruf der Trommel unter das Gewehr tritt, bezeichnet 1657. Ein reiches Bild von jener Saftigkeit der Farbe, jener kühlen Harmonie, jenem trefflichen Impasto, welche mehrere der Wachtstuben von Teniers so anziehend machen. H. 1 F. 8 Z., Br. 2 F. 4 Z. 8) Eine geräumige Küche mit der Ruben schälenden Köchin, ein an Verdienst dem obigen gleiches Bild, welches zeigt, dass die Kunst auch solchem Gegenstande Reiz zu verleihen weiss, H. 4 F. 10 Z., Br. 2 F. 2 Z. 9) Eine Landschaft mit steilen Felsen, die Ferne von zartem, hellem Tone, der Vorgrund kräftig, braun im tüchtigsten Impasto. Ungefähr 10 Z. hoch und 1 F. 2 Z. breit. 10) Vier Fischer an der Seeküste, ein treffliches Bild von grosser Wahrheit. H. 2 F. 10} Z., Br. 3 F. Z. 11) Der Gutsherr vor einem grossen Bauernhofe und zwei Frauen mit den Bewohnern im Gespräche, Jenseits des Was-

In der Sammlung des Robert Peel sind zwei treffliche Bil- der. Das eine stellt einen bejahrten Bauer dar, wie er das die Schüssel scheuernde Mädchen liebkoset, während seine bejahrte Gattin unerwartet zur Thüre hereintritt. Dieses Bild ist sehr fleis- sig und geistreich behandelt, Die Wirkung des einfallenden Lich- tes ist wunderbar hell und doch warm, der Hintergrund von sel- tener Klarheit des Helldunkels. H. 1 F. 4 Z., Br. 1 F. Das zweite Bild stellt einen Zauberer vor, der vor den höllischen Gei- stern, die er heraufbeschworen, selbst erschrickt, Dieses Gemälde ist reich an abentheuerlichen Gestalten, von grosser Wirkung, in einem kräftigen Goldton meisterlich impastirt. Ein Hauptbild die- ser Art auf Holz. H. 1 F. 54 Z., Br. 2 F. 14 Z.

In verschiedenen Manieren lernt man ihn in der Bridge- water-Gallerie kennen. 1) Kegelspiel in einem Hofe, neun Figuren voll Leben, aus der früheren Zeit, wie der sehr braune Ton der Gesichter beweiset, 2) Der Alchymist bläst das Feuer unter dem Schmelztiegel an, neben ihm ein Jüngling und rück- wärts zwei Arbeiter, bezeichnet 1640. Dieses höchst geistreiche Bild stammt aus der Gallerie Orleans, und ist aus Teniers bester Art und Zeit. In der Zusammenstellung der Töne aus der kalten Farbenleiter herrscht seltene Klarheit und Feinheit der Abtönung, H. 1 F. 4 Z., Br. 1 F. 8 Z. 3) Spielende Bauern, flüchtig be- handelt, doch aus der Zeit des vorigen. 4) Vorn zwei Raucher und im Hintergrunde vier Bauern beim Kartenspiel. Dieses nur 5/2 Z. hohe und 8 Z. breite Bildchen aus derselben Zeit, ist von der seltensten Feinheit des Tons in der kühlen Harmonie. 5) Ein Bauer mit einem Korbe nähert sich einer Frau vor der Hausthüre. Dieses flüchtige Bild zieht ungemein durch eine schlagende Be- leuchtung an, und wird irrig dem alten Teniers beigelegt. 6) Eine Dorfkirmes, in der Ferne das Landhaus von Teniers und eine Gesellschaft von Herren und Damen, Der lebendige und mannig- fache Ausdruck ländlicher Fröhlichkeit, die bequeme Anordnung, die feine Touche, die helle, heitere Harmonie des Ganzen, der vortreffliche Luftton in der landschaftlichen Ferne machen dieses Hauptbild sehr anziehend. H. 2 F. 12., Br. 2 F. 4 Z. 7) Eine Bauernhochzeit, welche von ungefähr 34 Personen in einem Dorfe gefeiert wird. Vortrefflich in den Motiven und sehr fleissig aus- geführt, doch glatter und minder geistreich in der Touche, und etwas schwer in der Farbe, besonders in dem fahlen Himmel und der Landschaft.

In der Sammlung im Staffordhouse zu London ist ein ausgezeichnetes Bild, welches eine Hexe vor dem Zauberkessel die Geister beschwörend vorstellt. Ein zweites Gemälde zeigt eine Ge- sellschaft von Enten, von grosser Wahrheit und dabei in einem saftigen, kräftigen Ton fleissig ausgeführt.

In Dulwich College bei London ist ein Bild, welches einen Mann vorstellt, der vor dem Bauernhofe Hackel schneidet, ne- ben ihm ein Schimmel und Federvieh. Von vieler Wahrheit und Haltung.

Lord Dudley in London besitzt ein besonders reiches und fleissiges Bild, welches einen Alchimisten vorstellt,

In Lutonhouse, dem Sitze des Marquis von Bute, ist ein Gemälde von der feinsten Qualität, in einem lichten Goldton wun- derbar klar, harmonisch und fleissig durchgeführt. Drei Karten-

8 In Burleigh House, dem Sitze des Lord Winchelsea, ist das Bild eines Schäfers mit seinem Hunde und seiner Herde, leicht im hellen Tone touchiert.

Die Gemäldesammlung zu Althorp, dem Sitze des Grafen Spencer, besitzt von Teniers' eigener Manier zwei kleine, artige Bauernstücke, und sieben ausgezeichnete Gemälde, in welcher er die Schule der Carracci nachahmte: Triumphe des Neptun, der Venus und Galatea, Perseus und Andromeda, der Raub der Eu- ropa, und zweimal der Tod des Leander, worunter sich die grös- sere Darstellung besonders auszeichnet.

In der Sammlung zu Woburn-Abbey, dem Landsitze des Herzog von Bedford, ist eines der Werke, welches Teniers als der grössten Meister seines Faches zeigt. Im Vorgrunde sieht man die Vorbereitung zu einem ländlichen Feste, mit mächtigen Kesseln, Fässern und Lebensmitteln. In der Landschaft haben sich die zahlreichen Gäste bereits in viele malerische Gruppen ge- lagert, und sind beschäftigt die Morgensuppe einzunehmen. In dem Ganzen herrscht eine ausserordentliche Heiterkeit und Frische, die Anordnung zeugt von der grössten künstlerischen Einsicht. Ungeachtet der Mannigfaltigkeit und Wärme der einzelnen Local- farben ist das Ganze in einem höchst zarten und harmonischen Silberton durchgeführt, und von einer Feinheit der Luftperspek- tive in der Abtönung, einer Leichtigkeit und einem Geist in der Touche, wie sie selbst bei Teniers nicht häufig sind. Die Jahr- zahl 1646 beweist, dass es aus der besten Zeit des Meisters sei.

In der Sammlung des Lord Ashburton zu London sind fünf Gemälde von Teniers, 1) Die sieben Werke der Barmher- zigkeit, Composition von 18 Figuren. Das Speisen der Hungerigen und das Tränken der Durstigen spielt die Hauptrolle, und alles ist im Gebiete der Landleute gehalten. H. 1 F. 11 Z., Br. 2 F. 6 F. Dieses Bild stammt aus der Sammlung der Herzoge von Bouillon, kommt zuletzt aus der Sammlung Talleyrand, und ist unter den fünf bekannteren Bildern dieses Gegenstandes eines der vor- züglichsten. Wenn es an Helle des Tones, an Feinheit der Aus- führung dem berühmten Bilde im Louvre nicht gleichkommt, so übertrifft es jenes in der freien und geistreichen Weise, wie alles im solidesten Impasto hingeschrieben ist, und in der allgemeinen Wärme des Tons. 2) Das unter dem Namen »le Manchot« be- rühmte Bild, welches sich durch sechs bekannte Cabinets verfolgen lässt, bis auf den letzten Besitzer, den Fürsten Talleyrand. In einem grossen Raum sitzt ein alter, einarmiger Mann, dem eine Frau für ein Geldstück ein Glas Wein reicht, worüber ein aus dem Fenster sehender Mann die Faust zu ballen scheint. An Füssen des Armen sind zwei Hunde befestigt. 3) Das Bildniss des Meisters, ganze Figur in schwarzer spanischer Tracht, höchst elegant und im soliden Impasto zart verschmolzen, aus Talley-

In der Sammlung des Herzogs von Wellington zu Apsley- house ist eine Bauernhochzeit, welche in dem kleinen Raum von 6 Z. Höhe und 7 Z. Breite an 30 Personen, von einer miniaturartig delicaten und dabei sehr geistreichen Touche enthält, mit 165 bezeichnet. Im Jahre 1817 wurden in der Versteigerung von L.- peyriere dafür 5550 Frs. bezahlt.

In der Grosvenor-Gallerie ist eine Landschaft, in wel- cher Teniers und seine Frau mit dem Gärtner im Gespräche sind. Jenseits des Wassers, worauf Schwäne und ein Boot, ist das Land- haus des Künstlers. Mit dem Monogramme und 1649 bezeichnet.

H. 4 F., Br. 8 F. 3 Z. Ein zweites Bild stellt eine Bauernfami- lie beim Tischgebet vor, in einem warmen goldenen Ton trefflich gemalt.

In der Gemäldesammlung des Herrn H. T. Hope zu London sind ebenfalls zwei Gemälde, die Gegenstücke bilden. Das eine stellt vier rauchende Soldaten und sechs Personen in einem anderen Gemache vor, das andere zwei Soldaten beim Trictracspiel, welchem zwei andere zusehen. In einem angrenzenden Gemache sind noch zwei Gruppen. Jedes der Bilder ist von 1647 und sie haben den vollen Reiz jener kühlen, harmonischen Far- benzusammenstellung, jener leichten, geistreichen Touche, worin er so einzig ist. H. 1½ F. 3½ Z., Br. 1 F. 8 Z.

In Warwickcastle, dem Sitze des Grafen von Warwick, ist eine Wachtstube, in geistreichem Vortrag, Impasto, Reiz der kühlen Harmonie eines der schönsten Werke dieser Art. Im Vordergrunde sind zwei Raucher, mehr rückwärts sechs Männer beim Spiel.

In der berühmten Sammlung des Mr. Harman in London, welche 1844 zum Verkaufe kam, war das unter dem Namen »Le bonnet vert« bekannte Bild. Es wurde von Mr. Maw- son um 660 Guineen erkauft.

Sir William Clarke in London besass ein schönes Bild, welches die fleissige Wirthin betitelt ist. Ehedem war es im Be- sitz des Grafen Conti. Aus Clarke's Sammlung wurde das Bild 1840 um 270 Pf. St. gekauft.

Der Gemäldehändler C. J. Nieuwenhuys in London be- sass ein schönes Bild christlicher Richtung: Christus und die Sa- mariterin am Brunnen.

Frankreich.

In der Gallerie des Louvre sind Werke ersten Ranges von Teniers, welche von Waagen K. und K. 111. 576 gewürdigt werden. Da sieht man die sieben Werke der Barmherzigkeit, welche in der dem Meister geläufigen Bauernwelt ausgeübt wer- den. Von den vier vortrefflichen Bildern dieses Gegenstandes ist dieses eines der reichsten, und in der Lebendigkeit der Köpfe, in der Klarheit und Helligkeit des warmen Tons, der höchst fleis- sigen Vollendung ausgezeichnet. H. 0 m. 50 cm, Br. 0 m. 78 cm

goldenen Ton klarer als meist, und die Wirkung von Regen und Sonne der Landschaft ist vortrefflich. H. 1 m. 20 c. Br. 2 m. 30 c. Ein Scheerenschleifer, gut im Impasto, Ton und Ausführung, doch minder bedeutendes Bild, sowie der Kopf eines alten Man- nes, Das Bild eines Dudelsackpfeifers ist etwas trocken, jenes eines Rauchers schwer im Ton des Hintergrundes, obgleich übri- gens von Verdienst. Im Museum des Louvre war auch das un- ter dem Namen »Visite a la Nourrice« bekannte Bild, welches Longueil gestochen hat.

In der Sammlung des Marschals Soult sind einige äusserst feine kleine Bilder.

Ausserdem waren in Privatsammlungen viele Bilder von Te- niers, die schon zu wiederholten Malen den Besitz geändert ha- ben. Als die vorzüglichsten nennen wir folgende:

In der Sammlung des Marquis de Lassy chedem eine heil. Familie, eine Seltenheit dieser Art,

Bei Mr. de Jullienne ein ländlicher Tanz mit 44 hohen Figuren,

Bei Mr. Blondel de Gagny der verlorene Sohn, ein Haupt- bild, auf welchem der Künstler selbst mit seiner Familie erscheint, und welches bei einer Auktion um 20000 Livr. verkauft wurde. Eine Kirchweihe aus demselben Cabinet ging 1765 zu 18039 Livr. weg. Es ist wahrscheinlich jenes Bild, welches H. v. Helsh leutner zu Amsterdam besass, und 1801 zu Paris für 16550 Fr. losgeschlagen wurde,

Mr. Pasquier in Rouen besass zu Anfang unseres Jahrhun- derts ebenfalls ein grosses Bild der Versuchung des heil. Anton,

Die Bestandtheile dieser Cabinete sind längst zerstreut, sowie jene der Sammlungen von Vence, die meistens gestochen sind, de la Live de July, le Noir, de Vaux, l'Empereur, Pigeon, Ver- rue, Silvestre, etc. Mehrere Werke kamen ins Musée du Louvre oder gingen nach England, sowie solche aus neulich gegründe- ten Cabinetten, wie jene des Fürsten Talleyrand, des Herzogs von Berry und theilweise aus folgenden Sammlungen,

Bei der Auktion der Sammlung im Palais de l'Elisee Bourbon in Paris wurde 1838 ein ländliches Concert um 6000 Frs., eine Kirmess um 8860 Frs., La foire de Gand zu 15000 Frs., und ein Dejeuner de jambon zu 24500 Frs. bezahlt.

In der Versteigerung der Gallerie Aguado zu Paris ging 1842 eine Wachtstube (Corps-de-garde) mit 8 Figuren zu 155 Frs. weg.

Auch die Sammlung des Mr. Bonnefons de la Vialle wurde 1843 zu Paris versteigert. Da waren zwei Bilder aus der Sammlung des Mr. Casimir Perrier. Ein ländlicher Tanz wurde mit 10400 Fr. und das Bild der Schnitter mit 3650 Frs. bezahlt.

Im Jahre 1835 wurde die Gallerie Lafitte zertrümmert. Da war die Versuchung des hl. Antonius, aus Lapeyriere's Sammlung, welche für 8000 Fr. wegging.

Die Sammlung des Baron Rothschild'schen Cassiers Martial kam 1844 zur Auktion. Da waren zwei Bildchen von feinem Ton und von delikater Touche: Rauchende Bauern vor einem umgestülpten Fasse, und ein Raucher am Kamin, der sich die Pfeife anzündet 1660. Das erstere ging zu 2550 Frs., das andere zu 1887 Frs. weg.

In der Sammlung des Herzogs von Berry waren ebenfalls treffliche Bilder von Teniers. Der Bauerntanz vor der Dorf- schenke ist zu den kostbarsten Bildern dieser Art zu zählen. Ein Landschaft zeigt Schnitter auf dem Felde. Ein drittes Gemälde war unter dem Namen »l'Homme à la chemise blanche« berühmt, nach einer in wunderbarem Lichte gehaltenen Figur der Gruppe.

Einen rühmlichen Namen hatte die Gallerie des Fürsten Ta- leyrand, denn sie zählte Bilder erster Art, besonders aus der niederländischen Schule. Diese Sammlung ist jetzt zerstreut, und was der Fürst von Teniers Vorrügliches besass, gegenwärtig England zu suchen. Wir haben darauf bei der Aufzählung der in englischen Sammlungen befindlichen Werke dieses Meister's hingewiesen (s. Ashburton.).

Es wäre indessen eine schwierige Aufgabe, alle in Frankreich

Die Niederlande.

Im Museum zu Amsterdam sind vier Bilder von Teniers, darunter eine berühmte Wachtstube mit dem Trommler. Ebenso meisterhaft gemalt ist der verwundete Bauer, wie er das Pflaster in der Hand hebt, in Miene und Haltung den Schmerz ausdrü- ckend.

Im Museum zu Antwerpen sieht man ein grosses Gemälde, bekannt unter dem Namen des Entsatzes von Valenciennes. Im Jahre 1823 schenkte es der König dem Museum,

Das Museum in Haag besitzt zwei berühmte Bilder: La Gui- gine grasse, und einen Alchymisten. Das erstere stellt das In- nere einer reichen Küche vor, und es ist von 1644.

Im Museum zu Brüssel ist eine Ansicht aus Flandern, welche 1840 von dem k. Ministerium der öffentlichen Arbeit aus der Sammlung des Mr. Schamp d'Aveschoot in Gent um 14000 Frs. angekauft wurde. Dieses kleine Bildchen hat Le Bas unter dem Titel: VIeme vue de Flandre gestochen. Vor der Schenke trinken und rauchen Männer um ein Fass, während die Wirthin auf der Thürschwelle steht. Ein Fluss scheidet den vorderen Theil des Gemäldes von der wunderschönen Landschaft. Eine andere Land- schaft zeigt ein ländliches Haus mit zwei Bauern und einer Bäue- rin, welche Gemüse abladen. Die Landschaft ist von van Hutter gemalt,

In der Barfüsser Kirche zu Mecheln sind die 40 Martyrer von Gorcum „ auf Bitten seines Sohnes gemalt, der Mönch dieses Ordens war.

In der Dorfkirche zu Meerbeck bei Mecheln ist ein Altar- blatt mit der Versuchung des heil. Anton von 1660. Dies ist das berühmteste Bild dieser Art im Grossen. Zur Zeit Napoleons zierte es das Central - Museum in Paris,

In der Sammlung des Mr. Stier d'Aertselaer zu Ant- werpen waren bis 1822 folgende treffliche Bilder, Winterland- schaft mit Bauern auf dem Eise in verschiedener Unterhaltung, ausserordentlich klar im Ton, und eines der besten Werke dieser Art. Die Landschaft ist von van Heyl. H. 19 Z. 1L., Br. 26 Z. 10 L. Landschaft mit einer Zigeunerin, wie sie einem Bäuer wahr- sagt. Am See erheben sich Berge und Gebäude, Alles breit und geistreich behandelt. H. 14 Z. 1ı L., Br. 18 Z, 6 L. Gebirgsland- schaft. Am Felsen der flötende Hirt mit der Heerde, in dem so beliebten Silberton behandelt. H. 14 Z., Br. 18 Z. 6 L. Land- schaft im Geschmacke Rembrandt's. Vorm am Wege ein Mann mit dem Korbe ruhend. H. 6 Z. 3 L., Br. 10 Z. 7 L.

In der Sammlung des M. Schamp d'Aveschoot zu Gent waren bis 1840 folgende schöne Bilder: 1) Die flandrische Ansicht mit Zechern vor der Schenke, jetzt im Museum zu Brüssel. 2) Eine Winterlandschaft mit einem plumpen Bauer, der zwei Schweine jaget, eines der kleinen Bilder, welche unter dem Namen der «Apres diners« von Teniers bekannt sind, 3). Die beiden Trictrac- Spieler, deren Treiben zwei Männer beobachten, während andere Personen im Grunde des Zimmers sich beschäftigen. Dieses geist-

Der Canonicus Baut in Gent hatte das reiche Conversationsbild, wo der Künstler die Tochter des Hauses herköset; In van Steengracht's Sammlung im Haag ist ein Bild der sieben Werke der Barmherzigkeit von 1641.

In der 1841 erfolgten Versteigerung der Sammlung des Bilder- händlers Leroy aus Brüssel ging das Bild der Wahrsagerin aus Dubois' Cabinet um 4000 Frs. und eine Kerze, aus dersel- ben Sammlung um 6050 Frs. weg.

Italien.

  • In der Sammlung des Cardinals Fesch, welche 1844 zerstreut wurde, waren mehrere Bilder von Teniers, welche den ersten Rang behaupteten. Zuerst erwähnen wir eine Landschaft von Te- niers sen. Es erheben sich Felsenmassen und Bäume, und ein Wasserfall stürzt ab. Am Fusse der Felsenwölbung ruhen zwei Jä- ger, und ein Bauer mit einem Hunde spricht zu ihnen. In der berg- und baumreichen Landschaft breitet sich ein Fluss aus. H. 3 8 Z. 2 L., Br. 5 F. 1 Z. 9 L. Vom jüngeren Teniers finden wir folgende Werke angegeben: Die Dornenkrönung. Der Heiland sitzt bis auf den Gürtel entkleidet mit gebundenen Händen auf einem Steine in einem Wachthause. Fünf Soldaten beeifern sich, das göttliche Schlachtopfer zu misshandeln. Diesen brutalen Soldaten

gegenüber bemerkt man zwei Männer mit ängstlicher Miene. Am Fensterwölbung brennt eine grosse Laterne. Durch einen grossen steiner- nen Bogen sieht man vier Bauernsoldaten um den Rock des Hei- landes. Jener mit dem Rücken am Feuer hat die Pfeife im Munde, Dieses Gemälde gehört zu den Hauptwerken des Meisters, und kann mit dem verlorenen Sohn im Louvre und mit dem Bilde des Mannes mit dem weissen Hemd aus der Gallerie des Herzogs von Berry verglichen werden. Zeichnung, Ausdruck, Färbung, Hell- dunkel, Touche, alles ist gleich meisterhaft und studirt bis zum kleinsten Detail. Es ist eines jener Bilder im Silbertone, aber von ungewöhnlicher Wärme und von wunderbarer Harmonie. Das Licht kommt von der Seite, trifft den Mann im weissen Hemde, streift die Seite des Heilandes, und lässt alle anderen Figuren im Halbdunkel. Teniers malte dieses Bild 1641. H. 11 F. 0 Z. 9 L., Br. 2 F. 5 Z. 5 L. Ein zweites Gemälde dieser Sammlung stellt Jesus mit fünf seiner Jünger vor, wie er einem Pharisäer die Schrift erklärt, und mit der Linken nach dem Himmel deutet. Halbe Fi- guren. H. 11 Z. 3 L., Br. 9 Z. 5 L. Um zwei Linien grösser ist ein anderes Gemälde, welches Christus bei den Jüngern in Emaus vorstellt. Er sitzt dem Cleophas gegenüber, und blickt das Brod brechend seinen alten Schüler an. Diese beiden Bildchen sind voll- kommen in der Manier des Rubens gemalt, und gehören zu den sogenannten »Pastiches«. Die Nachahmung ist höchst täuschend, so- viel in der Charakteristik, als in der Färbung und Behandlung. Ein viertes Bild stellt einen Viehhof vor, täuschend in der Weise des H. Zorg gemalt, aber mit dem Monogramme unsers Künstlers bezeichnet. Auf der Schwelle der halboffenen Thüre steht ein Weib, und ein Alter mit weissem Barte schiebt den Karren mit Gemüse. Geräthe aller Art liegt umher, der grosse Milchtopf steht

auf dem Fasse, zwei Enten, zwei Ziegen und ein Schaf bilden die weitere lebendige Bevölkerung, H. 1 F. 8 Z. 6 L., Br. 2 F. 2 Z. 3 L. Uebrigens waren in dieser Sammlung drei Bilder aus der Schule Teniers, die ebenfalls für Original genommen werden könnten,

In der Gallerie zu Florenz ist von Teniers sen. ein Arzt mit dem Medicinge-lase, und ein Alchymist in seinem Laboratorium. Dem jüngeren Meister dieses Namens wird die halbe Figur des heil. Petrus in Thränen zugeschrieben, und ein Bild mit zwei Alten, die sich liebkosen.

In der Gallerie zu Turin sieht man eine Taverne mit Kartenspielern, eines der schönsten Werke des Meisters von 1650. H. 1 F. 5 Z., Br. 2 Z.

Im Palaste Doria zu Rom ist ein treffliches Bild, welches eine ländliche Hochzeit vorstellt.

Spanien

Auch im Museum zu Madrid sind Bilder von Teniers, die zu den schönsten Erzeugnissen dieser Art gehören. Da sieht man die Versuchung des heil. Antonius, welche viele Aehnlichkeit mit dem Bilde im Museum zu Berlin hat, ferner Zigeuner in einer Landschaft, eine interessante Studie zu dem schönen Bilde des Meisters in der Sammlung des Consuls Claus zu Leipzig; Tabakraucher in der Schenke; eine Bauernoperation; Landschaft mit Vieh und Hirten; Dorffest mit reicher Landschaft. Alle diese Bilder sind in der Colleceion litographica de Cuadros del Rey de Espana etc. lithographirt.

Russland

In der k. Eremitage zu St. Petersburg ist das berühmte Bild der Antwerpner Schützenprozession, welches ehedem in der Gallerie zu Cassel war. Diess ist das Hauptwerk des Meisters, welches wir unter »Cassel« näher erwähnen. Auch kleinere Bilder sind in der Eremitage, welche diesem Meister zugeschrieben werden.

Deutschland

Sehr reich an Werken dieses Meisters ist auch Deutschland, wo man in den Gallerien wahre Schätze aus dem Nachlasse desselben findet.

In der Pinakothek zu München ist ein grosser Jahrmarkt, eine Seltenheit der vortrefflichsten Art in dieser Ausdehnung. Vor der Kirche St. Maria della Imprunata im Florentinischen bewegt sich das zahlreich versammelte Volk mit seinen Lastthieren und Verkaufswaaren. H. 8 F. 5 Z., Br. 12 F. 4 Z. Kleiner sind folgende Werke. Eine Bürgerwachtube mit Waffengeräthen, wo Soldaten rauchen und Würfel spielen. H. 2 F., Br. 2 F. 6 Z. 8 L. Eine Rauch- und Trinkgesellschaft von zehn Bauern in der Schenke. Jener am Tische im Vorgründe hält einen steinernen Krug und fünf andere sitzen am Camin. H. 41 F. 1 Z. 3 L., Br. 1 F. 6 Z. 6 L. Affen in der Küche, welche Speise bereiten, während andere am Tische auf dem Boden essen. H. 10 Z., Br. 1 F. 1 Z. 5 L. Ein Katzen- und Affenconcert, dabei die Eule als Capellmeister mit dem Notenbuch, H. 9 Z. 6 L., Br. 11 Z. 6 L. Eine lustige Gesellschaft von acht Bauern in der Schenke, der vordere mit Kruke und Pfeife. H. 1 F. 12 Z. 8 L., Br. 4 F. 6 Z. 6 L. Ein Bauer beim Bierkrug die Geige spielend, im Grunde, zwei andere am Camin. H. 9 Z. 6 L., Br. 1 F. 1 Z. 5 L. Tanzende und spielende

Noch reicher an Werken dieses Meisters ist die Gallerie in Dresden, worunter einige aus der Brüsseler Gallerie stammen. Es ist da eine merkwürdige Reihe von Bildern im Silberton und in jener wunderbaren kühlen Farbenharmonie. Ein gewölbtes Zimmer, in welchem ein Greis am Pulte schreibt. Ein Hündchen bringt ihm einen Brief, die Alte in der geöffneten Thüre, und der Hund springt nach dem Affen. Dieses ausgezeichnet schöne Bild ist 114 Z. hoch, und 81/2 Z. breit. Eine holländische Bleiche auf freiem Platze vor dem Dorfe, wo Menschen auf mancherlei Art beschäftiget sind. H. 2 F. 51/2 Z., Br. 1 F. 91/2 Z. Mehrere Bau- ern mit ihren Weibern vor der Dorfschenke in Unterhaltung, im Grunde die Ansicht einer Stadt. In der Grösse des vorigen Bil- des. Bauern bei einem Kruge Harlemer rauchend, während an- dere am Camin Karten spielen. H. 2 F. 4 L., Br. 2 F. 7 Z. Ein Alchymist mit seinem Handblasbalg vor dem Schmelzofen umge- ben von wunderlichem Geräthe, während im Grunde vornehme Leute am Tische sitzen, denen der Adept zu beweisen scheint, dass ihm nur noch einige Pfunde Gold fehlen, um die Tinktur zu finden. H. 2 F. 34 Z., Br. 4 F. 43 Z. Ein Platz vor der Schenke, mit einem lustigen Volke bei Trunk und Tanz, mit grösster Wahrheit dargestellt. H. 4 F. 8 Z., Br. 7 F. 8 Z. Ein alter Zahnarzt mit einer Straussenfeder auf der Pelzmütze sitzt in Ruhe vor dem Tische, und hält auf einem Instrumente den

Zahn, welchen er dem hinter ihm stehenden Burschen ausgenommen hat. H. 1 F. 31/2 Z., Br. 1 F. 1 Z. Männer und Frauen mit ihren Kindern an der Tafel vor dem Wirthshause beim Mahle, Daneben am Fasse steht der Geiger und der Violoncellist beglei- tet sein Spiel. Ein Bauer mit seiner Schönen hat den Tanz be- gonnen, und hie und da wurde dem Glase bereits gut zugespro- chen. In einiger Entfernung sieht man herrschaftliche Wohnge- bäude und Leute höheren Standes. Dieses Gemälde könnte von D. Teniers sen. herrühren, H. 5 F., Br. 6 F. 41/2 Z. Ein Dorf- platz mit mancherlei Gruppen bei Tanz und Schmaus, Im Vor-

runde sind herrschaftliche Personen, welche das frohe Volk be- obachten. H. 2 F. 111/2 Z., Br. 4 F. 5 Z. Eine kleine gebirgige Landschaft mit einem Fluss. Rechts vor dem Hause hängt die Frau Wäsche auf, und im Vorgrunde ist Vieh mit zwei Hirten. H. 1 F. 4 Z., Br. 1 F. 111/2 Z. Eine kleine Landschaft mit Fi- schen, darunter ein Mann, der eine Angel und einen Fisch trägt. 61/2 Z., Br. 9 Z. Eine ähnliche Landschaft mit Männern im Vorgrunde. In gleicher Grösse. Eine Wachtstube mit mehreren Soldaten beim Kartenspiel, und zwei andere vor dem Camin. H. 1 F. 4 Z., Br. 11 F. 8 Z. Bauern am Tische die Zeche berechnend, andere stehen im Grunde um ein Caminfeuer bei der kochenden Frau, H. 1 F. 81/2 Z., Br. 2 F. 5 Z. Die Versuchung des heil. Anton. Er sitzt in einer Höhle, in welche von zwei Seiten Licht

In der Gallerie des k. Museums in Berlin sind vier Bilder von Teniers, Eine Kneipe, in welcher ein Paar Bauern Puff spie- len, während drei andere zusehen. Im Vorgrunde schreibt der Wirth, und die Wirthin bedient am Camin zwei andere Bauern. Mit dem Namen. H. 1 F. 61 Z., Br. 2 F. 3 Z. Die Werkstatt eines sehr prosaischen Alchymisten. Er sitzt am Heerde und rührt nach dem Recepte eine Mixtur zusammen, umgeben von aller- lei buntem Geräthe. Im Grunde sind drei Laboranten. Mit dem Namen. H. 1 F. 81 L., Br. 2 F. 2 Z. Auf einem dritten Gemälde erscheint der Künstler selbst vor der Thüre seines Landhauses, wie er mit grossen Reitstiefeln die Bassgeige spielt, während seine Frau und sein Sohn nach Noten singen. Ein Page präsentirt Wein, und innerhalb der Hausthüre steht ein Mann im Mantel. Mit dem Monogramm. H. 1 F. 33 Z., Br. 1 F. 31 Z. Das vierte Bild stellt die Versuchung des heil. Antonius dar, und wie Kugler (Besch. d. M. S. 251 ) bemerkt, in so abentheuerlicher Grossartigkeit und genialer Tollheit, dass kein anderes Bild dieser Art dem in Rede stehenden gleichkommt. Der Einsiedler kauert angstvoll in der Grotte, und sieht sich mit blödem Entsetzen um. Eine Dame in reicher brabantischer Kleidung, unter deren Gewänder eine Vogel- kralle hervorschaut, bietet ihm einen Weinrömer, dessen Inhalt ihm die alte zweigehörnte Kupplerin empficht. Die Ecken seines Felsenaltares schießen als fachhafte Thierfratzen heraus, und al- lerhand wüstes Teutelsvolk zerrt ihn an Mantel und Schultern. Vorn in der Ecke sitzen ein Paar Bauern mit Krallenfingern, von —

In der k. k. Gallerie zu Wien sind Hauptwerke dieses Meisters, wovon die meisten aus der Gallerie des Erzherzogs Leov- pold in Brüssel stammen. Bildniss eines jungen Mannes mit gros- sem Hute und Krause, wie er die Handschuhe in der Linken hält, Halbe Figur. H. 2 F. 8 Z., Br. 2 F. Bildniss einer Dame, in der Rechten die Handschuhe, in der Linken den Muff haltend. Halb- figur. H. 2 F. 7Z., Br. 1 F. 10 Z. Ein alter Mann mit weissem Haar und Bart. Er trägt einen grauen Rock und eine graue Müt- tze. H. 1 1 F. 8 Z., Br. 1 F. 6 Z. Die Bauernhochzeit, wobei ge- zecht und getanzt wird. Das Brautpaar steht im Vorgrunde und wird von einem alten Sackpfeifer befauscht. Mit dem Namen und der Jahrzahl 1648. H. 2 F. 4 Z., Br. 3 F. 6 Z. Abraham kniet mit Isaak vor dem Altare, auf welchem der Widder liegt. Im Hintergrunde die Knechte mit dem Esel. Mit dem Namen und der Jahrzahl 1653. Halbe Figuren. H. 4 F. 1 Z., Br. 3 F. 3 Z. Eine Räuberbande, welche ein Dorf plündert und die Einwohner miss- handelt. Im Vorgrunde bedroht ein Soldat einen alten Mann und ein Weib mit der Pistole,. Mit dem Namen und der Jahrzahl 1648. H. 2 F. 4 Z., Br. 3 F. 6 Z. Eine Küche, in welcher ein Karren mit Gemüse und allerlei Geschirr herumsteht. Die Magd scheuert den Kessel, und der Alte sitzt scherzend neben ihr, von seinem Weibe durch's Fenster beobachtet. David Teniers 1677. H. 1 F. 5 Z., Br. 2 F. 3 Z. Die Wurstmacherin. An der Wand hängt ein ausgespanntes Schwein und das Eingeweide davon an einem Haken darüber. Vier Bauern und eine Alte sind am Kamine ver- sammelt. D. Teniers F. H. 1 F. 6 Z., Br. 2 F. Die Dorfkirmess. Vor dem Wirthshause sitzen rechts an der Tafel mehrere Bauern, in der Mitte wird getanzt, und zur Linken kommen einige Städter herbei, in denen man Teniers und seine Familie erkennt. David Teniers F., H. 3 F. 6 Z., Br. 2 F. 5 Z. Eine Winterlandschaft mit Dorf, vorn ein Bauer zwei Schweine treibend. Im Grunde breitet sich die Stadt aus. H. 4 F. 10 Z., Br. 2 F. 8 Z. Vertum- nus und Pomona in der Laube des prächtigen Ziergartens. D. Te- niers fecit 1638. H. 1 F. 6 Z., Br. 1 F. 11 Z. Das Innere des Saales der Bildergallerie des Erzherzogs Leopold in Brüssel, mit 50 kleinen Copien von Gemälden. Teniers selbst zeigt dem Erz- herzoge einige auf dem Boden stehende Gemälde. Rechts, am Fen- ster sind die Begleiter des Statthalters, und auf dem Tische steht die Reiterstatue desselben. H. 5 F. 1 Z., Br. 3 F. 10 Z. Die Bauern beim Bogenschiessen vor dem Dorfe. D. Teniers fecit. H. 2 F. 8} Z., Br. 4 F. 10 Z. Landschaft mit einer Menge tanzen- der Bauern und Bäuerinnen ausserhalb des Dorfes. Sie bilden einen langen Reihen. D. Teniers F. H. 1 1 F. 8 Z., Br. 3 F. Zwei Bauernjungen vor dem Dorfe, und ein dritter wirft dem Hunde eine Kugel vor. D. Teniers F. H. 1 1 F. 1 Z., Br. 1 F. 7 Z. Zwei

In der Gallerie Lichtenstein zu Wien sind mehrere Bil- der von Teniers, unter welchen die Versuchung des heil. Anton und der Pferdehändler die vorzüglichsten sind. Dann sieht man daselbst ein Gemälde, welches eine Gruppe von drei lustigen Bau- ern mit einem Lautenspieler vorstellt. J. G. Schwab hat dieses Bild gestochen.

In der Gallerie zu Pommersfelden ist ein Gemälde, wel- ches die Gallerie des Erzherzogs Leopold Wilhelm, seines Gön- ners vorstellt. Er selbst erscheint als Inspektor der Sammlung mit zwei anderen Personen. Dieses Bild ist in dem bei ihm so be- wunderten kühlen Ton gemalt, so wie ein zweites Bild, welches vorn Raucher, hinten eine Gesellschaft am Kamine vorstellt. Ein drittes Gemälde, sehr zart in einer sanften Harmonie, stellt den heil. Hieronymus dar, und ist mit dem Namen versehen.

In der Gallerie zu Braunschweig, ehedem in Salzdah- len, werden beiden Teniers mehrere Bilder zugeschrieben: Die Barbierstube der Affen und Katzen, die junge Dame in der Woh- nung der alten Zauberin mit Erscheinungen, die Gesellschaft im Gar- ten, die Erndte, das Schlittschuhlaufen, das Schweinschlachten, zwei Bildnisse eines Greises und einer Matrone, Zecher in der Schenke, die Plünderung eines Dorfes, Landschaft mit Vieh, die vier Jah- reszeiten, zwei grosse Landschaften,

In der Gallerie zu Cassel war das Capitalbild des Meisters, die Ansicht des Rathhauses und des grossen Platzes in Antwer- pen, auf welchem alle Innungen und Bruderschaften in Prozession erscheinen. Dieses Bild malte der Künstler 1643 für die Armbrust- schützen-Gesellschaft in Antwerpen, und 1750 erstand es der Hof in Cassel mit einem Gemälde von Rubens (Mars und Venus) um 5000 holländische Gulden. Unter Napoleon wurde dieses Gemäl- de nach Paris gebracht, später in Malmaison aufgestellt, und jetzt ist es in der k. Eremitage zu St. Petersburg.

In der Sammlung des Consuls Claus zu Leipzig ist ein treffliches Gemälde, welches Zigeuner in einer Landschaft vorstellt. Die Skizze findet man im Museum zu Madrid.

Stiche und Lithographien nach Gemälden dieses Meisters.

Die Zahl der nach ihm gestochenen Blätter ist sehr gross, und das folgende Verzeichniss noch um so reicher, da mehrere der Erfindung nach dem älteren Teniers angehören dürften. Eine vollkommene Scheidung ist nicht möglich, da sie gewöhnlich nur als Compositionen David Teniers angegeben werden, ohne Rück- sicht auf den älteren und jüngeren Meister dieses Namens. Zu den nach D. Teniers sen. gestochenen Blättern rechnete man früher jene von Alzenbach, C. Boel, van Bruggen, Delfos, F. Deroy, Earlom, Gorst (Verleger), Gole, Goubau, Greenwood, Kauperz, C. Kössel, de Lange, Lisebetius, Mayr, van Panderen, Sarrabat, van Sommer, van Steen, Vaillant, Vorsterman, Willemsen und Wyngaerde. Dieses Verzeichniss dient zugleich als Supplement zum Verzeich- niss der Gemälde, da mehrere Bilder aus älteren Cabineten ange- geben werden, deren jetzige Besitzer uns unbekannt sind. Eine sichere Classification der Blätter nach diesem Meister ist nicht wohl möglich, da der Einfluss seines Bauernelements selbst in bib- lischen und geschichtlichen Darstellungen herrschend ist. Das

Verzeichniss der folgenden Blätter ist sehr bedeutend, es wären aber noch viele beizufügen. Die interessantesten sind jedenfalls aufgezählt, und es dürften davon wenige fehlen.

Portraite, Das Bildniss des Künstlers, s. oben am Schlusse der Bio- graphie. Prinz Juan d'Austria, nach einem Gemälde aus der Gallerie in Brüssel von J. Troyen gestochen 1656. Leopold Wilhelm Erzherzog von Oesterreich. Oval am Piede- stal von allegorischen Figuren umgeben. Gest. von J. Troyen, fol.

Louis de Bourbon, Prinz de Conde, Oval von Palmen. Li- sebetius sc., fol. R

Brustbild eines bärtigen Mannes mit Pelzkleid und Mütze. Chery del. Gandolfi sc. (Musée Napoleon), fol.

Porträt eines Mannes mit einem kleinen Buche in der Hand, halbe Figur. Radirt von Denon, kl. 4.

Bildniss eines bärtigen Mannes mit Pelzmütze in einem mit Pelz verbrämten Rocke, halbe Figur. Gest. von Boutrois, kl. 4.

Porträt eines Mannes in 3 Ansicht nach links, mit Krause und Mantel. Halbe Figur, radirt von J. J. de Boissieu, kl. 4.

Hendrick Akattchiau und Dambremez, zwei Bettler von Ni- velles. 2 Blätter von Ferand gestochen, kl. 4

Biblische Darstellungen, Legende, Geschichte und Mythologie.

Das Opfer Abrahams. Isaac auf den Knieen vor dem Altare. And. Altamonte del. et inc. Nach Teniers sen., fol.

Die Verkündigung der Hirten. C. Galle sc. Schönes und sel- tenes Blatt, fol.

Die Geburt Christi mit der Erscheinung der Engel. P. Chenu sc., fol.

Das von den Eltern angebetete Jesuskind, gestochen von C. Galle, fol.

Die Flucht in Aegypten, radirt von Weisbrodt und gest. von Daudet, fol.

Das Abendmahl des Herrn, nach D. Teniers sen., gest. von J. van Panderen, qu. fol.

Le Reniement de St. Pierre. Die Verläugnung des heil. Pe- trus, reiche Composition, in das Gebiet seiner Wachtstuben gehörig; lMarchais del. R. Delaunay sculp. (Musée Napoleon) roy. fol.;

Der reuige Petrus. Radirt und gestochen von D. Berteaux und Langlois, 4.

Die Marter des hl. Stephan, gest. von E. van Panderen, fol.