Temini, Alessandro

Temini, Alessandro, Zeichner und Radirer, ist nach seinen Le- bensverhältnissen unbekannt, und wurde selbst von seinen Lands- leuten der Vergessenheit anheimgegeben. Er scheint in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gelebt zu haben, vielleicht als Decor- ationsmaler, weil die von ihm radirten Blätter die Friesform ha- ben, und Darstellungen enthalten, welche von der Verzierungs- malerei benützt werden könnten. Der Verleger seiner Blätter ist Stefano Scoulari, der um 1650 in Venedig eine Kunsthandlung ge- ründet hatte. Einige dieser kräftigen Radirungen haben nur den Namen: Alessandro Temini f., welche als die früheren, anschein- lich schon um 1630 entstandenen Abdrücke zu betrachten seyn dürften. Auf andern Blättern steht daneben noch die Adresse:

  1. Der Triumph des Bacchus, langer Fries von 6 Blättern, schmal qu. fol. 1
  2. Der Triumph der Ceres, langer Fries von 6 Blättern, schmal

fol.

  1. Der Triumph der Thetis , Fries in 3 Blättern. Alessandro Temini f. Stefano Scolari formte in Venedig. H. 14 Z. 2 L., Br. 14 Z. 6 L.

  2. Ein Seegott mit einer nackten Nymphe entfliehend; links zwei Tritonen mit Stöcken, welche ihm folgen. Ohne Na- men. Fries, schmal qu. fol.

  3. Ein nackter Mann, welcher ein Seeungeheuer am Barte hält, rechts des Blattes. Hinter ihm sieht man drei Seestiere. Ohne Name. Fries, schmal qu. fol.

  4. Zwei mit Blättern und Trauben bekränzte Knaben im Schilfe, welche die Geige und Zither spielen, links drei Seepferde., Ohne Namen. Fries, schmal qu. fol.

  5. Bacchus auf dem Meere von Amoretten bedient. Der eine reicht ihm das Trinkgefäss, und einer der drei Genien zur Linken trägt einen Korb mit Früchten, während ein zwei- ter die Trompete bläst. Links unten: Alessandro Temini f. Fries, schmal qu. fol.

Wir möchten glauben, dass dieses Blatt nicht zur Folge Nr. 1 gehöre.