Taylor, Isidor Justin Severin, Baron, Zeichner, wurde 1789 zu Brüssel geboren, stammt aber aus einer französischen Familie, welche in glücklichen Verhältnissen lebt, so dass Taylor nur aus Liebe der Kunst sich ergab. Suvée ertheilte ihm zu Paris Unter- richt im Zeichnen, und als wissenschaftlich gebildeter junger Mann unternahm er mehrere Reisen, als deren Resultat einige Werke vorliegen, welche zu den interessantesten Erscheinungen der Rei- seliteratur gehören. Er leitete mit Ch. Nodier und A. de Cailleux die Herausgabe der Voyage pittoresque dans l'ancienne France , welche 3000 Abbildungen enthält und mit erklärendem Texte ver- sehen ist, Paris 1820, gr. fol. Dann publicirte er die Voyage en
Espagne, en Portugal ct sur la cöte d'Afrique, Paris 1827; ferner die
Voyage en Suisse, en Italie, en Sicile, en Angleterre, en Ecosse,
en Allemagne, en Grece, dans l'Asie mineure; en Syrie, en Palestine,
en Egypte et en Nubie, Paris 1832 2 Voll. gr. 4. Eine Menge von
Stichen dienen zur Illustration, und die meisten Zeichnungen rüh-
ren von ihm selbst her. Auch noch viele andere seiner Zeichnun-
gen sind durch die Lithographie und durch den Stich von Cook,
Reynolds, Thompson, Jazet u. a. bekannt. Taylor malt auch schöne Bilder in Oel. J. M. P. Jazet stach eines derselben in
Mezzotinto: La Bohemienne. Auch S. W. Reynolds hat dieses Bild
gestochen.
Baron Taylor ist Mitglied der Commission der schönen Kün- ste im Ministerium des Innern und des königlichen Hauses, wel-
ches so eben vernichtet wurde. König Louis Philipp liess durch ihn in Spanien eine Anzahl von Gemälden der alten spanischen Schule ankaufen, welche ein höchst interessantes Museum bilden. Dann ist er Ritter der Ehrenlegion, Mitglied mehrerer Akademien. Taylor, P. M., ein englischer Capitän, fand seine Laufbahn in Indien, und fertigte viele Zeichnungen, welche in verschiedenen Ansichten bestehen, besonders aus dem Dekkan. Eine Anzahl der- selben wurde 1838 von W. Taylor, Ed. Warton und D. Childs lithographirt. Taylor, Robert, Bildhauer und Architekt zu London, genoss in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen grossen Ruf. Die Bildhauerei betrieb er aber nur in früheren Jahren. Im Fronton des Mansionhouse ist ein Basrelief von ihm, und im Bankgebäude sah man früher die Statue der Britannia von seiner Hand gefertigt. Seine plastischen Arbeiten fanden indessen keinen grossen Beifall, und er versuchte daher als Architekt sein Heil, was ihm in dem Grade gelang, dass er ein Vermögen von 180000 Pf. St. erwarb. Im Jahre 1777 setzte er den von Samson begonnenen Bau des Bankgebäudes in London fort, dessen Vollendung durch John Soane erreicht wurde, welcher die Fehler seiner Vorgänger büssen musste, wie wir im Artikel desselben bemerkt haben. Dann baute er auch Lincoln's-Inn, die Villa Asgill zu Richmond, u. s. w. Letzteres Gebäude gilt für sein schönstes Werk, allein selbst dieses verräth wenig Geschmack. Der Künstler starb 1789. Tatham, Ri(h)ard, Maler, wurde um 1780 geboren, und übte in London seine Kunst. Er malte Bildnisse, J. Faber stach nach ihm das Bildniss des J. Dolben, eines Geistlichen von Durham. Taylor, Thomas, Kupferstecher, wahrscheinlich der Vater des Isaac Taylor, weil letzterer auch der Jüngere genannt wird. Im Catalog der Verlagsartikel Boydell's werden ihm die unten fol- genden Blätter beigelegt. Andere tragen seine Adresse. Seine Blü- thezeit fällt um 1700–80.
- The King (Georg III.) crowned by Apollo als Promoter and Protector of the arts, nach J. Gwyn, fol. 21.
- The Graces instructing Painting to represent his Majesty, nach demselben, fol. |
- Henry VIII. Act. I, S. 4. Nach J. Opie, für Boydell's Sha- kespeare Gallery, fol.
- Taylor, T., s. den obigen Artikel. Taylor, S., Kupferstecher, wird von H. Bromley (A catalogue of engraved british portraits. London 1703) erwähnt. Seine Lebens- verhältnisse sind unbekannt, nur folgendes Schwarzkunstblatt spricht von ihm: Fr. Grant de Cullen, nach J. Smibert. G. Laborde, (Hist. de la maniere noire) sagt im Index, dass der Künstler S. oder T. Taylor heisse, an seiner Stelle nennt er ihn aber S. Taylor. Ob er mit unserm Thomas Taylor in Beziehung stehe, ist nicht zu bestimmen. Taylor, Thomas, Kupferstecher und Kunsthändler zu London, war um 1680–1720 tätig, und gehört somit zu den ältesten
Kein weiterer Künstler dieses Namens. Seine und Robert Hulton's Adresse trägt eine Ansicht von Portsmouth in mehreren Blättern, welche H. Hulsbergh nach J. Lighthody's Zeichnung geätzt hatte. Von ihm
selbst könnten folgende Blätter seyn; wenigstens tragen sie seinen Namen,
Die grosse Säule zur Erinnerung an den Brand in London 1667, von Ch. Wren errichtet, gr. roy. fol.
Die Börse von London. Th. Taylor exc., gr. fol.
William B. Saversfield, Maler zu London, gehört zu den besten (der) ätzend lebenden Künstlern seines Vaterlandes. Man hat schöne Genrebilder von seiner Hand, darunter militärische Darstellungen. Taylor ist an der Akademie der Künste in Lon- don betätiget, wo er die Studien nach dem lebenden Vorbilde exerzirt.
Dann ist Taylor auch Schriftsteller. Im Jahre 1841 gab er folgendes Werk heraus: The origin, progress and present condi- tion of the fine arts in Great-Britain. Ferner haben wir von ihm ein Manuel of fresco and encaustic Painting containing ample in- structions for executing Works from the earliest periods. Lon- don 1843.