Tavernier, Jean Baptist, Zeichner; wurde zu Paris gebo- ren, und von seinem Vater Melchior in der Zeichenkunst unter-
richtungen, die sich aber bei ihm grösstentheils auf das topographische Fach bezog. Darauf führten ihn die Bemühungen seines Vaters, welcher eine Menge von Landkarten herausgab, die im Sinne jene Reiselust erweckten, welche ihn berühmt machte. Er ergriff schon im zweiundzwanzigsten Jahre den Wanderstab, und durch- zog in sieben Zeitabschnitten ganz Europa , auch die Türkei , Ost- indien und Persien , wo er mit Edelsteinen handelte. Dieser Handel war für ihn so einträglich, dass er zuletzt die Herrschaft Arbogne in der Schweiz kaufen konnte; allein Verwandte, Freunde und Feinde mißbrauchten ihn dergestalt, dass er 1687 sein Gut verkaufen musste. Als Greis unternahm er die siebente Reise nach Russland , starb aber 1689 in Moskau .
Tavernier sammelte auf seinen Wanderungen in ferne Länder eine Menge von geographischen und topographischen Notizen und Zeichnungen, deren sich der Vater bei der Bearbeitung seiner Karten bediente. Seine interessanten Berichte stellten S. Chappu- geau und la Chapelle zusammen, und gaben sie zu Paris 1677 bis 1679 in den Druck. In Nürnberg erschien eine deutsche Ueber- setzung. Johann Hainzelmann stach 1670 sein Bildniss, und J. C. Böcklin dasselbe 1631.