Tavella, Carlo Antonio, Landschaftsmaler , geb. zu Mailand 1668, war Schüler des Pietro Tempesta (Mulier), und eines Deut- schen, Namens Gruembrocht, der in Italia Solfarolo genannt wurde, weil er in seinen Landschaften meistens Feuer anbrachte. Tavella malte anfangs ähnliche Bilder, später aber bildete er sich durch das Studium der Werke Castiglione's, C. Poussin's und der besten Flämisch eine eigene Manier, in welcher er eine grosse Zahl von Bildern malte, die damals weithin seinen Ruhm verbrei- teten. Er arbeitete in Genua , wo er als der erste Maler seines Faches galt, und die Paläste der Grossen mit Gemälden über- häufte. So waren im Palazzo Franchi deren drei hundert. Lanzi weist an diesen Gemälden viel zu rühmen, namentlich die wär- men Lüfte, die schönen Abstufungen in der Landschaft, die an- genommenen Lichtblicke. Pflanzen, Blumen, Thiere sind nach der Angabe dieses Schriftstellers mit grösster Wahrheit dargestellt und von feiner Touche. Die Figuren malte gewöhnlich die beiden Paoli. Wenn er deren selbst anbrachte, copirte er sie nach jenen seiner Gehülfen. In Italien , besonders zu Genua, finden sich noch viele Bilder von ihm. Auch nach Spanien und England gingen solche. Lanzi lässt diesen Künstler 1730 sterben, in den Lettere sulla pittura VI. 305 wird aber 1638 als sein Todesjahr angegeben. Perini hat das Bildniss dieses Künstlers gestochen. Man findet es in Werke Ratti's.