Tassi, Agostino

Tassi, Agostino, Maler von Peruglia, genannt Buonamico oder Agost., Perugino, war Schüler von P. Peruzzi, wollte aber in der Folge aus Eitelkeit als jener der Carracci gelten. Er widmete sich der Landschaftsmalerei , und hatte schon Proben eines be- deutenden Talentes geliefert, als er eines Verbrechens wegen zur Galeere verurtheilt wurde. Doch durfte er aus Gnade das Ruder nicht führen, und somit konnte er sich seine Lage durch die Kunst erträglicher machen. Er zeichnete Schiffe , die Erscheinun- gen zur See, und verschiedene Scenen und Gruppen , so wie sich solche seinem Auge darboten. Diese Zeichnungen sind sehr geist- reich und mannigfaltig, meistens Bilder aus dem Leben in Schran- ken gehaltener Verbrecher. Auch Fischerscenen sind darunter, und den Rest machen die eigentlichen Marinen aus. Die Schat- tenseite seines Lebens deckt uns Passeri auf, und auch Salvator Rosa empfiehlt ihn in seiner Satira della pittura nicht sehr er- baulich.

Tassi war aber ein Künstler von Bedeutung. Nach erlangter Freiheit führte er im Quirinal , in den Palästen Lanzelotti und Rospigliosi zu Rom , und dann in Palästen zu Livorno und Genua viele Werke aus, meistens in Fresko, wobei ihm die auf der Ga- leere gemachten Zeichnungen und Skizzen Dienste leisteten. In Genua waren Salimbene, Gentileschi, Sorri und G. B. Primi seine Gehülfen. Auch viele junge Künstler waren in seinem Hause, die er unterrichtete, und die ihm arbeiten halfen, wofür er ihnen freie Tafel bot. Der berühmte Claude Lorrain war sein Koch und Farbenreiber. Seine Werke bestehen in Landschaften und See- stücken. Dann war er einer der ersten, welche die Felder mit Arabesken einfassten. Er copirte zu diesem Zwecke solche an alten Triumphbögen und anderen Gebäuden, malte sie in Hell- dunkel und brachte leichte Vergoldungen an. Dadurch erhielten

seine Arbeiten ein freundliches Ansehen und sie boten grosse Ab- wechslung. Viele dieser Werke sind zu Grunde gegangen; die Landschaften und Marinen in Oel waren nicht zahlreich. Seine

Tassi, s. auch Tasso.