Tarsia, Giovanni Battista, Maler von Venedig , wahrscheinlich der Sohn des Obigen, und jener gleichnamige Künstler, von wel- chem Bassaglia in S. Giovanni Decollato zu Venedig eine Anbe- tung der Könige erwähnt. Später erscheint unser Tarsia in Dien- sten Peters des Grossen in St. Petersburg, wo er in den kaiserli- chen Palästen und in den Häusern der russischen Grossen Plafond- bilder malte. Nach dem Tode des Czaar kehrte er nach Italien zurück, wurde aber 1735 von der Kaiserin Anna zum zweiten Male nach St. Petersburg berufen, um Säle und Zimmer zu verzieren. Seine Gemälde waren daselbst sehr zahlreich, die Zeit und die Mode hat sie aber alle zerstört, was gerade kein grosser Nach- theil für die Kunst seyn wird, da der grössere Theil in frostigen und unverständlichen Allegorien bestand. Er gehört zu den ma- nierirten Schnellmalern. Tarsia starb zu St. Petersburg 1765 im hohen Alter.
Das Titelblatt zu Schuhmacher's Beschreibung des k. Akade- miegebäudes der genannten Stadt ist nach seiner Zeichnung von P. G. Maternovy gestochen, gr. fol.