Taraval, Jean Hugues, Maler, geb. zu Paris , machte seine Studien an der Akademie der genannten Stadt, und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Italien , wo er längere Zeit ver- weilte. Nach seiner Rückkehr trat er in Paris als ausübender Künst- ler auf, wo ihm das Bildniss Ludwigs XV. grossen Beifall erwarb.. Später unternahm er eine Reise nach Dänemark , und dann nach Schweden , indem sein Vater Thomas Rafael Hofmaler in Stock- holm war, und daselbst 1750 starb. Unser Künstler ging aber wieder nach Paris zurück, wo ihn jetzt die Akademie unter die Zahl ihrer Mitglieder aufnahm. Er war auch einige Zeit Professor an derselben, fand aber zuletzt in der Manufaktur der Gobelins eine vortheilhaftere Anstellung, und starb daselbst 1785.
Taraval malte Bildnisse, historische Darstellungen und Genre-
Taraval; Louis Gustav. — Tarchesius, 105 «Tücke im Geschmacke seiner Zeit. Er wäre ein Künstler von Ta- lent. Einige seiner Werke sind gestochen. Die heil. Familie, gest. von J. F. Clemens, fol. E Une Bacchante se préparant à un sacrifice, gest. von C. G. . Schultz. Oval. — Une jeune ouvrière accablée de sommeil, gest. von demselben: Eigenhändige Radirung. Eine Ballszene in Venedig , nach Tintoretto, schönes Blatt, welches aber selten vorkommt. Louis Gustav, Architekt und Kupferstecher , wurde 1737 in Stockholm geboren, kehrte aber nach dem Tode seines Vaters — Thomas Rafael nach Paris zurück, wo sein Bruder Hugo als Künst- ler Ruf behauptete, und er selbst unter Boulle's Leitung seine Studien begann. Auch der jüngere Taraval erwarb sich Beifall, besonders durch seine architektonischen Stiche. Uebrigens lieferte er mehrere Pläne zu Gebäuden und Denkmalern. J. M. Morecau stach nach ihm: Vue de la place neuve de Louis XV. Von seinen Blättern erwähnen wir folgende:
- La source des arts, eine Fontaine, von Taraval erfunden, und radirt, fol.
- Grue de V'école de chirurgie, nach eigener Zeichnung, fol.
- Der Plan und Aufriss zu einer Charité, die an der Rue St. Jacques erbaut werden sollte, nach dem Entwurfe von Boullé, fol.
- Der Entwurf eines Monumentes, welches zu Ehren Lud- wigs XV. errichtet werden sollte, fol.
- Portails et portes composés et gravés par L. G. Taraval, 6 Blätter.
- Die Blätter in des Grafen Cassas' Voyage de la Syrie etc. gr. fol. Taraval, Thomas Rafael, Maler, der Vater der beiden vorher- gehenden Künstler, machte seine Studien in Paris, und hatte da schon als Portraitmaler Ruf, als er nach Stockholm sich begab, wo ihn der König zum Hofmaler ernannte. Er malte da viele Bildnisse, und starb 1750. Taraval 9 Loms, Maler, stand in Paris unter Brenet's Leitung, und begab sich 1785 zur weiteren Ausbildung nach Rom, wo er durch historische Compositionen seinen Beruf zum Künstler beurkundete, aber in der Blüthe der Jahre starb. Tarbetans, John, Bildhauer, arbeitete um 1560 in England. Er fertigte das Grabmal des Grafen Heinrich von Westmoreland und seiner beiden Gemahlinnen in der Kirche zu Staindrop in York- shire. Dieses Werk ist von 1563, wie Fiorillo versichert, V. 25 Tarchesius, Architekt, wird von Vitruvius IV. 3. 1. erwähnt, und zu den Künstlern gezählt, die man schon zu seiner Zeit dem Alter- thume zuwies. Er schrieb ein Werk über Architektur, und behaup- tete, der dorische Styl passe nicht zum Tempelbau. Er empfahl die jonische und corinthische Bauweise. Auch Pitheus und Hermogenes erklärten sich gegen den dorischen Styl. Milizzia behauptet, Tar- chesius und Argelius hätte der corinthischen Ordnung ihr Eben- mass gegeben, ohne die alte Quelle zu nennen, welche diess be- stätiget.