Tanner , Philipp, Maler, geb. zu Richterschweil um 1775, musste sich in seiner Jugend dem Schwertfeger Handwerk widmen, übte sich aber nebenbei auch im Zeichnen, so dass er zuletzt das Handwerk mit der Kunst vertauschte. Im Jahre erregte ein Aquarellbild Aufmerksamkeit, welches den Abschied eines Rekru- ten von seiner Familie vorstellt, und in Chodowiecki's Weise auf- gefasst ist. Er war in Allem sein eigener Lehrer, brachte es aber durch fleissiges Studium der Natur, und durch verständige Uebung im Technischen zum Ruf eines tüchtigen Malers. Anfangs malte er Bildnisse und Landschaften nach der Natur, und in Aquarell- zeichnungen fasste er mit Glück Scenen aus dem Leben auf. Auch in historischen Darstellungen wollte er sein Glück versuchen, wo- zu er den Stoff aus der alten römischen Geschichte, dann aus Klopstock's Messiade und aus Ossian's Gesängen entlehnte; allein seinem Talente war das Genre angemessener, und zuletzt pflegte er dasselbe ausschliesslich. Es finden sich von ihm einige gelungene Charakterbilder, und überdiess schöne Copien nach guten Mei- stern. Solche malte er in München , wo der Künstler 1814 seiner weiteren Ausbildung oblag. Starb um 1830.