Tamm, Franz. VVerner, genannt Dapper, Maler, wurde in Hamburg geboren, und von Th. van Westen und J. Pfeiffer unter- richtet, Anfangs wollte er sich der Historienmalerei widmen, zog aber später ein leichteres Fach vor, und gründete damit seinen Ruf. Er malte Blumen und Früchte, die in Gefässen von edlem Metall oder von Crystall erscheinen, wobei er auch Vögel und Insekten anbrachte. Dann malte er auch Thiere in Landschaften, oder brachte Kinder und andere jugendliche Figuren in diesen an, welche mit Blumen und Früchten, oder mit Thieren sich zu schaffen machen. Der größere Theil seiner Werke besteht in sogenannten Stillleben. Seine früheren Werke sind sehr leicht und pastos behandelt, später verwendete er aber auf die Ausführung grösseren Fleiss, nach dem Vorbilde niederländischer Meister. Tamm hielt sich einige Zeit in Rom auf, wo er den Beinamen Dapper er- hielt. Später wurde er an den Hof nach Wien berufen, wo er zahlreiche Bilder malte, deren auch ins Ausland gingen. In der k. k. Gallerie des Belvedere sind vier Blumen- und Fruchtstücke von ihm, und drei Gemälde mit Darstellungen in Naturgrösse: ein todtes Reh und Geflügel von Hunden bewacht (fr. v. tam. fe. A. 1706); Hausgeflügel mit landschaftlichem Grunde; todtes Geflügel und der Jäger mit einem Hasen in den Händen. Auch in der Gallerie zu Dresden sind zwei Bilder: ein paar Tauben, und die Henne mit den Küchlein. In der Gallerie Lichtenstein zu Wien sind vier Stillleben , und zwei Kinder mit einem Blumenstrausse in der Landschaft,
Dieser Künstler starb zu Wien 1724. Pascoli nennt: ihn Var- nertam, und Dapper verwandelt er in Daprait.
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