Tacca, Pietro

Tacca, Pietro, Bildhauer von Carrara, war der Sohn eines rei- chen und in den Wissenschaften erfahrnen Mannes, welcher ihn ebenfalls zu den Studien bestimmte; allein Tacca fand sich mit aller Gewalt zur Kunst gezogen, so dass der Vater zuletzt seiner Neigung nachgab, und ihn mit Empfehlung des Prinzen Alderigo Cibo von Massa und Carrara zu Gio. da Bologna nach Florenz schickte. Der gebildete und lernbegierige Jüngling fand bald das vollste Zutrauen des Meisters, und als Francavilla als Bildhauer an den Hof Heinrich IV. von Frankreich berufen ward, nahm Tacca die erste Stelle der Schule ein. Er hatte grossen Antheil an der von Gio. da Bologna gefertigten Reiterstatue Ferdinand's I. von Medici, welche von 1603 — 1605 in Erz gegossen und dann nach dem Tode des Meisters von Tacca auf der Piazza della Nun- ziata aufgestellt wurde. Das Erz ist von türkischen Canons, wel- che die Ritter des heil. Stephan erbeuteten. Die Inschrift am Bauche besagt, das Metall sei dem wilden Thracier abgenommen. Er folgte dem G. da Bologna in der Stelle eines grossherzog- lichen Hofbildhauers, und wurde in dieser Eigenschaft von Co- simo II., Ferdinando II. und der Grossherzogin Cristina, der Mut- ter Cosimo's, mit bedeutenden Aufträgen beehrt. Vorerst vollendete er die von Gio. da Bologna hinterlassenen Werke. Dahin gehört das Pferd, welches die Statue Heinrich IV. von Frankreich tragen sollte. G. da Bologna begann die Arbeit im Jahre 1608, vollendete aber nicht einmal das Modell zum Gusse, da er noch in demsel- ben Jahre starb. Jetzt ging Tacca ans Werk, und 1613 wurde in Paris Pferd und Reiter in Erz gegossen. Diese Reiterstatue wurde auf dem Pont-neuf aufgestellt, ging aber 1792 zu Grunde. Schon 1612 drohte dem Modelle Gefahr, indem das Schiff mit dem- selben bei Havre auf einer Sandbank scheiterte, und die Kiste nur mit Noth wieder aufgefischt wurde. Hierauf vollendete Tacca die von Gio. da Bologna begonnen Reiterstatue Philipp's III. von Spa- nien, wobei ein Gemälde von Pantoja zu Grunde lag. Dieses Werk wurde 1616 im Palast del Campo bei Madrid aufgestellt.

der Minoriten zu Soissons. Lenoir brachte Proben der Kunst die- ses Meisters in das Musée des monuments français, deren er in seinem Werke p. 50 erwähnt,