Taborda, José da Cunha

Taborda, José da Cunha, Maler, wurde 1766 zu Villa di Fun- dio in Portugal geboren, und von Joaquim Manoel da Rocha in der Zeichenkunst , so wie in der Malerei unterrichtet, worauf er unter José da Costa y Silva die Architektur zum Studium machte. Als Künstler von Talent wurde er 1788 zur weiteren Ausbildung nach Rom geschickt, wo er jetzt in der Schule des Antonio Ca- valucci alle jene Vorzüge erlangte, welche zu seiner Zeit einem

Künstler notwendig waren, um sein Glück zu machen. Ein großes Gemälde, welches den Ruf des Cincinnatus zur Dictatur zum

Gegenstande hat, machte ihn auch in Rom vortheilhaft bekannt.

Beim Einzuge der Franzosen in Rom kehrte er nach Portugal zu- rück, und trat in Lissabon als ausübender Künstler auf. Im Jahre 1809 wurde er Professor der neu errichteten Schule der Malerei, der Academia do No, an welcher er mehrere Schüler heranbildete, worunter Leonor Pilar Perpigna, und seine Schwester Susana Mar- garida, Timeodo Verdier jun., Norberto José Ribeiro, Maximiano José de Reis, Antonio José Santos u. a. genannt werden müs- sen. Im Jahre 1813 wurde Taborda auch Maler des Königs, als welcher er für die k. Paläste, so wie für öffentliche Gebäude Werke ausführte. Sie bestehen in Bildnissen und in historischen Darstel- lungen. Mit Foschini verzierte er den Plafond des Schlafzimmers im Palast d'Ajuda, wo Figuren und Arabesken wechseln. Im Saal des Staates daselbst ist die Darstellung der Proclamation des Königs Johann IV. sein Werk, ein in Composition, Durchbildung und Gesammtwirkung gelungenes Werk, eines der besten des Meisters. Im Saale der Cortes ist die Decke von ihm gemalt, wo man zwar gutgeordnete Gruppen und Figuren, aber Nachlässigkeit der Zeichnung bemerkt. Die harmonische Färbung entschädiget dafür nicht vollkommen. Taborda ist mit unseren Landsleuten Weitsch und Fritsch zu vergleichen, und steht nach Graf Raczynski (Les arts en Portugal, Paris 1846) wohl noch über ihnen. Er nennt von ihm auch folgendes Werk: Regras da arte da pintura. (Übersetzung des Werkes von M. A. Junetti) Lisboa 1815. In Handschrift hinterließ er: Noticia de todos os pintores que com proteccão regia foram estudar em Roma no fim do século XVIII. In dem ersteren dieser Werke gibt er auch Nachrichten über ältere portugiesische Künstler und alte Malwerke. Die Quel- len, aus welchen er dabei schöpfte, gibt Graf Raczynski in einem neueren Werke (Dict. hist. artistique du Portugal. Paris 1847) an, und bemerkt, dass Taborda für die ältere Periode der Kunst in Portugal, wo die Künste in diesem Lande blühten, viel mehr ge- leistet hat, als Cyrillo Volkmar Machado in seiner Colleccão de memorias relativas as vidas dos pintores etc. Lisboa 1823. Beson- ders reich sind darin die Nachrichten über die spätere Zeit des Verfalls der Kunst. Auch unserm Taborda widmet er einen Ab- schnitt, p. 146 — 148.