Sueur, Jacques Philippe le

Sueur, Jacques Philippe le, Bildhauer, geb. zu Paris 1759, be- gann seine Studien an der Akademie daselbst, und erhielt schon 1780 den grossen Preis. Im folgenden Decennium war für die Kunst wenig geschehen; von 1794 an wurde aber der Künstler mit bedeutenden Aufträgen beehrt, und nach einiger Zeit erhielt er auch die Professur der Bildhauerkunst am k. Institute. Zu sei- nen frühesten Arbeiten (1796) gehört ein Basrelief , welches in der Vorhalle des Pantheon aufgestellt wurde, und das Vaterland vor- stellt, welches den von ihren Kindern begleiteten Eltern die den öffentlichen Unterricht ertheilende Lehrerin vorstellt. Später fer- tigte er für den Tribunats-Saal die Statue des Demosthenes, wel- che Landon im Umrisse gibt, so wie mehrere der folgenden Werke des Meisters. Im Jahre 1800 fertigte er für das Monument der Schauspielerin Joly ein Basrelief, und 1810 ein anderes für das Corps legislatif, welches die Krönung Napoleon's darstellt. Am Triumphbogen des Carrousel ist jenes von ihm, welches sich auf den Frieden von Pressburg bezieht, und ein zweites unter dem Bogen desselben stellt eine Victoria vor, wie sie eine Trophäe bekränzt. Am Fronton des inneren Hofes des Louvre nach der Pont des Arts zu, stellte er die Minerva dar, wie sie Künste und Wissenschaften belohnt. In einem der Säle des Museums sieht man den Rhein im Basrelief, und andere Basreliefs sind an dem von ihm ausgeführten Monumente des J. J. Rousseau zu Erme- roville.

Dann finden sich auch Statuen und Büsten von ihm. Im Bi- bliotheksaal zu Libourne ist die Statue Montaigne's in Marmor, und auf der Brücke Ludwig's XVI. steht jene des Bailli de Suffren. Im Hofe des Klosters des Temple ist die 12 F. hohe Marmor- statue der Hoffnung von ihm gefertigt. M. Vanderberg besitzt eine Gruppe von vier weiblichen Figuren in Marmor, 3 F. 6 Z. hoch. Unter seinen Büsten nennen wir jene von Dr. Orfila, und

Eingeschneidene Stiche des Mr. Corvisart. Im Palais der Pairskammer sind zwei Büsten von Senatoren in Marmor le Sueur's Werk. Dieser Künstler erhielt 1828 das Kreuz der Ehrenlegion und 1831 starb er. Sueur, J. B. le, ein Künstler, dessen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Man schreibt ihm ein Bildniss Rembrandt's zu, nach G. Flink geätzt. Sueur, Jean Baptiste le, Architekt, geb. zu Paris 1794, war Schü- ler von Percier und Fontaine, und erhielt 1810 den grossen Preis der Architektur, wodurch er in den Stand gesetzt wurde, in Rom seine Studien fortzusetzen. Er hielt sich mehrere Jahre in Italien auf, und richtete ein besonderes Augenmerk auf die alten archi- tektonischen Denkmäler, deren er viele in genauen Zeichnungen darstellte, worunter die Blätter, welche das Trajanische Forum behandeln, besonderen Beifall fanden. Im folgenden Werke sind Zeichnungen von ihm gestochen: Vues choisies des Monuments antiques de Rome. Dann hat er auf solche Weise auch Theil an einem anderen Werke, welches über die moderne italienische Ar- chitektur handelt: Architecture italienne ou Palais, maisons, et edi- fices de l'Italie moderne. Sueur, Jules le, Architekt, wurde 1781 zu Paris geboren, und von Delannoy und Percier unterrichtet. Im Jahre 1803 erhielt er den ersten grossen Preis mit einem Entwurfe, welcher einen kaiserli- chen Palast darstellt, der an einem der wichtigsten Punkte des Reiches oder am Meere erbaut werden könnte. Spätere Leistun- gen sind uns nicht bekannt. In Gabet's Dictionnaire des artistes du 19eme siecle erscheint er nicht. Sueur, Louis le, Landschaftsmaler und Radierer, geboren zu Paris 1746, machte seine Studien in der genannten Stadt, und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Italien. Später bereiste er auch Frankreich und England, und nach seiner Rückkehr führte er in Paris mehrere schöne Bilder in Oel aus. Landon, Pays- sages I. 53, gibt eine seiner italienischen Landschaften im Umrisse, und spricht sich vorteilhaft darüber aus. Dieser Künstler kam 1803 zu Hamburg bei einem Brande um das Leben. Lefevre Mar- chant stach nach ihm verschiedene Ansichten in Kreidemanier: Moulin de St. Brice; Vue de Hauteurs de Passy; La Femme; Le Moulin. Dann findet sich eine Folge von 6 Blättern mit Ansich- ten aus der Umgebung von Paris, welche von einem Monogram- misten T. A. (A. Tardieu?) gestochen sind. Auch le Sueur's Zei- chen tragen diese Blätter, der vielleicht einige selbst radirt hat. Folgende Blätter sind sicher von ihm:

  1. Vue des environs de Corbeil, dess. et grav. par Louis le Sueur, gr. qu. 8.

  2. Vue de St. Mondö, dess. et grav. par le même, gr. qu. 8.

  3. Livre de paysages, representés plusieurs petites fermes, dess. d'après nature et grav. par Louis le Sueur 1772, Londres. Schöne Blätter mit Hütten in Weirotter's Charakter, qu. 8. Sueur, Nicolas le, Formschneider; geb. zu Paris 1600, war der Sohn Peter des Aelteren von Rouen, und brachte es im Form- schnitte unter den Künstlern dieses Namens am weitesten. Er be- gnügte sich nicht mit dem einfachen Schnitte, sondern wendete

  4. Die Reiterstatue Ludwig's XIV. auf der Place Vendome, mit Tardieu ausgeführt, fol.

  5. Das Opfer des Elias und jenes der Priester des Baal, nach Matturino von Robert de Serri geätzt, und in Helldunkel. Ohne Zeichen, qu. fol.

  6. Engel tragen das Fell des Gideon, nach A. Orazi's Zeich- nung geätzt und in Helldunkel, fol.

  7. Der Untergang Pharao's im rothen Meere, nach F. Penni's Zeichnung von Caylus radirt, und in Helldunkel, qu. fol.

  8. Der Engelsturz durch St. Michael, nach der Zeichnung Tin- toretto's radirt und in Helldunkel, gr. fol.

  9. Die Verkündigung Mariä, nach G. M. Morandi's Zeichnung von Caylus radirt, und in Helldunkel, fol.

  10. Christus setzt den Petrus zum Haupte der Kirche ein, nach Rafael's Zeichnung zum Carton, geätzt von Robert de Serri, Helldunkel von 3 Platten, qu. fol.

  11. Christus in Mitte seiner Apostel, nach R. dal Colle's Zeich- nung von Caylus radirt, und in Helldunkel, kl. fol.

  12. Die Ausgiessung des heil. Geistes, nach der Zeichnung von G. B. Lenardi von Caylus radirt, und in Helldunkel, gr. fol.

  13. Die Auffindung des Kreuzes durch St. Helena, nach Pintu- ricchio's Zeichnung geätzt und in Helldunkel, gr. fol.

  14. Das Wunder mit den Broden in der Wüste, nach P. del Vaga radirt von Caylus, und in Helldunkel, fol.

  15. Die Himmelfahrt Mariä, nach J. Passari, radirt von Robert de Serri (ohne Namen), und in Helldunkel. Oval fol.

  16. Maria erscheint dem heil. Philippus Neri, nach A. Garzi's Zeichnung von Caylus radirt, und in Helldunkel, fol.

  17. Die heil. Jungfrau auf dem Throne von Heiligen umgeben, nach der Zeichnung von P. A. de Pietri von Caylus radirt, und, in Helldunkel, fol.

  18. Der Tod des heil. Franciscus, nach der Zeichnung L. Ge- mignani's von Caylus radirt, und in Helldunkel, gr. fol.

  19. St. Paulus zwischen Heiligen stehend, oben eine Glorie, nach der Zeichnung von Bagnacavallo von Robert de Serri radirt und in Helldunkel. Ohne Zeichen, gr. fol.

  20. St. Petrus tauft die Prisca im Tempel, nach G. Baglione von demselben radirt, und in Helldunkel, fol.

  21. Die Marter des heil. Carmeliters Angelo, nach einer Zeich- nung von P. Testa von Caylus radirt, und in Helldunkel, gr. fol.

  22. Der heil. Sebastian, nach der Zeichnung von Dan. Syder radirt von Caylus, und in Helldunkel, fol.

  23. Das Messopfer, nach einer Zeichnung von Polidoro von Caylus radirt, und in Helldunkel von 3 Platten, qu. fol.

  24. Ein Heiliger ertheilt einem Blinden das Gesicht, nach einer Zeichnung von G. Bonati von Caylus radirt, und in Hell- dunkel, fol.

  25. Der Sturz des Phaeton, nach der Zeichnung von G. Cesari d'Arpino radirt von Caylus, und in Helldunkel von 2 Platt- ten. Eines der Hauptwerke, gr. fol.

  26. Diana und Endymion, nach der Zeichnung von S. Conca von N. le Sueur und Mme. Basseporte in Helldunkel aus- geführt, gr. fol.

  27. Die Entführung der Europa, nach P. Furinati, radirt und in Helldunkel, gr. fol.

  28. Der Raub der Proserpina, nach demselben, Helldunkel von drei Platten, gr. fol.

  29. Diana auf dem Wagen: die Zeit schläft und der Tag zün- det als Licht an, nach Giulio Romano in Lavism, 1758 u. fol.

  30. Der bekränzte Bacchus auf dem Fasse sitzend und pissend, wie er den Becher in der Rechten hält und die andere Hand an die Seite stützt. Am Spundloche des Fasses trinkt ein Satyr, links sitzt ein anderer Satyr und rechts trinkt der Bauer aus der Kürbissflasche. Nach F. Zuccaro, anscheinend von Caylus geätzt. Helldunkel von drei Platten, ohne Na- men des Formschneiders (le Sueur).

Dieses Blatt erwähnt einzig Weigel, Cat. Nr. 7370. H.

  1. Amor sucht der Venus den Köcher zu entreissen, nach Par- mesano in Helldunkel, und Abdrücke in dreierlei Farben, 1731, fol.

  2. Kaiser Heinrich IV. zu den Füßen Papst Gregor's VII., nach T. Zuccaro radirt von Caylus, und in Helldunkel von drei Platten, gr. fol.

  3. Androclus mit dem Löwen, nach der Zeichnung von B. Pe- ruzzi von Caylus radirt, und in Helldunkel, kl. fol.

  4. Alexander und Roxane, nach Rafael's Zeichnung bei Crozat geätzt von Caylus. Helldunkel von 2 Platten, qu. fol.

  5. Timoclea vor Alexander, nach der Zeichnung von Rosso von Caylus radirt, und in Helldunkel. Oval gr. fol.

  6. Die Verläumdung des Apelles, nach Rafael's Zeichnung ge- ätzt von C. N. Cochin. Von 2 Platten, qu. fol.

  7. Die Fischer ihre Netze ziehend, nach G. Romano's Zeich- nung geätzt von Caylus, Helldunkel, gr. qu. fol,

  8. Hirten in einer Landschaft, nach der Zeichnung von B. Peruzzi radirt, und in Helldunkel, fol,

  9. Reich verzierter Titelschild, mit einem Salamander in Flam- men. Le Sueur fec., qu. 8. N

  10. Die Finalstöcke zur Prachtausgabe der Fabeln von Lafon- taine in fol., nach J. Bachelier's Zeichnungen mit J. Papillon ausgeführt,

  11. Die Vignitten des Atlas von Robert, nach den Zeichnungen von Eisen. '

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