Sueur, Blaise Nicolas le, Zeichner und Maler, geb. zu Paris (oder in Languedoc) , machte seine Studien an der Akademie der genannten Stadt, und gelangte da in Bälde zu Ansehen, wozu theilweise auch der Ruf seines Namens beitrug. Er malte Bild- nisse, historische und mythologische Darstellungen, so wie Land-
schaften. Diese Bilder haben das Verdienst einer guten Zeichnung; im Uebrigen aber tragen sie das Gepräge der damaligen süsslich- theatralischen Manier, welche er auch nach Berlin verpflanzte, wohin le Sueur nach A. Pesne's Tod berufen wurde, um die
Leitung der k. Akademie zu übernehmen. Er traf wesentliche Ab- änderungen, und suchte einen höheren Aufschwung derselben zu be- wirken, bis endlich nach seinem Tode B. Rode die Organisation von Neuem begann. Auch ein Werk zum Zeichnungsunterrichte gab er zu diesem Zwecke heraus, meistens nach eigenen Zeich- nungen, und gestochen von D. Berger jun. Der erste Theil er- schien unter folgendem Titel: Principes du Dessin., 1ere Partie, Desseiné par B. N. Lesueur, Peintre du Roy, Directeur de l' Aca- demie Royale de Peinture a Berlin. Lettre A. 12. Fevrier y com- pris le titre 1765, fol. Diese Blätter sind in Rothelmannier geste- chen. Vom zweiten Theile erschienen nur 3 Blätter mit eben so- vielen Röpfen nach A. van Dyck, fol.
Lesueur malte auch die Bildnisse des Königs von Preußen und einiger Großen des Reiches. Früher malte er in Paris Port- raits Ludwig's XV. und des Dauphin (Ludwig XVI.), beide zu Pferde dargestellt, und durch den Stich bekannt. Dann sind auch Bilder
nach den Zeichnungen dieses Meisters gestochen wurden. Sozeid- net er Titian's Danaë aus der Gallerie in Sanssouci, und Lully mit seinen Töchtern, ebenfalls aus derselben Sammlung, und beide
zum Stiche. Letzteres Bild ist von Preissler gestochen. G. E. Schmidt stach nach seiner Zeichnung Annib. Caracci's Bild, wel- ches Alexander und seinen Arzt vorstellt, und dann die Darstellung im Tempel nach P. Testa. Le Sueur hatte als Zeichner grosses Ruf. Von seiner eigenen Composition sind die Deckenstücke in chinesischen Palästen zu Sanssouci. Seine Versuche in der Resta- ration alter Malwerke fielen aber unglücklich aus, denn der Künst- ler übermalte zu viel, wie dies mit dem Bilde der Artemisia von Dominichino der Fall ist. Im Jahre 1782 starb er.
Unter den auch ihm gestochenen Blättern gehören folgende zu den besten. Ludwig XV. zu Pferde, gest. v. M. Aubert, gr. fol.
Louis Dauphin de France (Ludwig XVI.) zu Pferde, gest. von Aubert, gr. fol. Der Arzt Lieberkühn, Medaillon mit allegorischer Umgebung: von Le Sueur gezeichnet und gest. von G. F. Schmidt.
Kopf eines alten Mannes mit Bart, gest. von D. Berger, in schwarzer und weisser Kreide, fol.
648: Kinderkopf, in Röthelmanier von D. Berger gestochen 1704, 4.
Der Kopf eines Asiaten mit Turban, von J. C. Felber in Tuschmanier 1760.
David mit der Krone auf dem Haupte, vor ihm das Weib von Thekon auf den Knien und neben ihr ein geharnischter Ritter,
gest. von D. Berger jun. 1764, qu. 4.
David auf dem Throne, und Nathan vor ihm stehend, das Gegenstück zu obigem Blatte,
Die Cartouche mit dem Abmarsch der Tataren, auf der grossen Karte der Crim, welche der Direktor Cesar durch D. Berger sen. 1772 stechen liess.
Die grosse Cartouche auf der Karte des schwarzen und Asow'schen Meeres, welche derselbe 1773 durch Berger stechen liess. Sie enthält Neptun auf dem Muschelwagen,
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