Styan, Bildner aus Cypern, übte zur Zeit des Perikles in Athen seine Kunst, und war einer der tüchtigsten Meister damaliger Zeit. Er fertigte im Auftrage des Perikles eine bewunderte Statue, wel- che einen Sklaven desselben vorstellte, der als Splanchnoptes die Opferstücke röstend und mit vollen Backen das Feuer anblasend dargestellt war. Er stand wahrscheinlich auf einer der Steinplatten neben der Athene Hygieia von Pyrrhos, deren Piedestal mit dem Namen des Bildners bei der Untersuchung der Propyläen zum Vorschein kam, und worüber Prof. Ross im Kunstblatt 1840 Nr. 37 Nachricht gibt. An dieses Piedestal fügen sich in unregelmäs- sigem Steinschnitte zwei Marmorplatten, auf deren einer der Splanchnoptes seine Stelle gefunden haben könnte. Auf der an- deren stand vielleicht das Bild jenes Mannes — nach Plinius ein Lieblingssklave des Perikles, nach Plutarch einer der tüchtigsten Künstler — der von der Spitze des Giebels der Propyläen herab- stürzte, und dessen wunderbare Heilung den Perikles bewog, der der Athene Hygieia ein Erzbild zu weihen. Eine zweite Statue stellte den Verunglückten dar. Unter dem letzteren hat Sillig im Cat. Artif. durch die Stelle des Plinius 22, 20 verleitet, den Mnesikles , den Baumeister der Propyläen, verstehen wollen. L. Ross hat aber die Unstatthaftigkeit dieser Annahme dargetan. Wer das Bild jenes vom Dache gefallenen Arbeiters gefertigt habe, ist nicht be- kannt, wenn es nicht ebenfalls von Styan herrührte. Neben dem Altare der Göttin fand man eine Platte, von deren durch Feuer zerstörten Inschrift noch das Wort Xixoioe in vorklidischen
Schriftzügen lesbar ist.
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