Stürmer, Ludwig Wilhelm

Stürmer, Ludwig Wilhelm, Bildhauer, der Bruder des Obigen Stirmer, Carl. — Stürmer, Ludwig Wilhelm, tigen Auffassung, einer sicheren Zeichnung und einer gelungenen Färbung bietet, wenn es auch gerade der Kritik nicht entging, und diese eine strengere Ordnung der Massen bedingte. Das zweite Gemälde stellt die Erstürmung von Belgrad durch Max Emanuel III., welcher mit dem Degen in der Faust 1688 zuerst die Mauern erstieg. Auch in diesem Bilde spricht sich der lebendige Geist des Künstlers aus, welcher hier trotz der nichts weniger als male- rischen Uniformen des deutschen Heeres eine günstige Wirkung erzielte, was auf Rechnung der geschickten Anordnung im Allge- meinen, und mehrerer charakteristischen Gruppen und Figuren zu- schreiben ist. Korrekte Zeichnung und gute Färbung sind weitere Vorzüge des Gemäldes. Die den Heldemuth bezeichnende Allego- rie gegenüber ist ebenfalls von ihm. Nach Vollendung dieser Gemälde führte der Künstler auch einige Bilder in Öel aus, mei- stens Scenen aus dem Mittelalter, und Landschaften mit Burgen und anderen älteren Gebäuden, durch eine bedeutsame Staffage gehoben. Unter den ersteren nennen wir das Gemälde, welches Friedrich den Eisernen; Markgrafen von Brandenburg vorstellt, wie er 1432 bei Berau die Hussiten schlägt und aus der Mark ver- jagt. Dann malte er auch Genrebilder und militärische Scene. Einige Gemälde mit Darstellungen aus dem Volksleben in Tri- enten fanden großen Beifall, so wie überhaupt Scenen dieser Art für gute Zeit viele Verehrer fanden. Im Jahre 1837 übertrug Cornelius dem Maler C. Hermann und unserm Künstler die Ausführung des Gemäldes der Weltschöpfung in der St. Ludwigskirche zu München, wobei ihnen der vom Meister gezeichnete Cartoon als Vorbild diente. Dieses Gemälde gehört als solches zu den schönsten der Kirche, da in Haltung und Färbung Höheres geleistet ist als im jüngsten Gerichte, welches von Cornelius in Farben ge- setzt ist.

Im Jahre 1842 öffnete sich unserm Stürmer in Berlin ein neuer Wirkungskreis, da er mit Cornelius dahin sich begeben hatte. Der König von Preußen liess damals den majestätischen jüdischen Pri- marius des von Schinkel erbauten Museums mit Malereien ausschm- ücken, wozu bekanntlich der Architekt selbst die Entwürfe gemacht hatte. Stürmer und Hermann begannen noch im genannten Jahr unter Oberaufsicht des Direktors von Cornelius die Arbeit, und stelleten die Cartons her in der Grösse, welche das Local bedingte. Sodann schritten sie an die Ausführung der Gemälde, welche bald vollendet sind und gerechte Bewunderung erhalten. Wir haben über diese Compositionen schon im Artikel Schinkel's gehandelt. Stürmer ist Mitglied der Akademie in Berlin.

Die beiden Frescobilder in den Arkaden des k. Hofgartens zu München sind durch die Lithographie bekannt, unter dem Titel: "Frescogemälde aus der Geschichte der Bayern in den Arkaden des Hofgartens zu München", 10 Blätter, zum Theil Original-Litho- graphien. München, Cotta, qu. fol. In der Hermann'schen Hand- lung zu München erschienen sie in einer Folge von 16 Blättern, fol. In der Portraitsammlung des Professors Vogel von Vogelstein ist das Bildniss dieses Meisters.

wurde 1812 in Berlin geboren, und unter Leitung des Professors Wichmann herangebildet. Er hatte schon in Berlin einige schöne Arbeiten geliefert, als er nach München sich begab, wo der Künst- ler längere Zeit im Atelier des berühmten Schwanthaler beschäftigt war, und das Lob eines der tüchtigsten Schüler dieses Meisters.

Jahre 1840 wurde ihm von Seite des Königs von Preussen ein

ehrenvoller Auftrag zu Theil, der durch diesen Künstler eine Reihe von Ahnenstatuen des k. preussischen Regentenhauses in ungefähr 1} F. hohen Statuetten fertigen liess, die in Erz gegossen und leicht vergoldet werden. Stürmer machte 1840 in München mit jener des Churfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg den Anfang, und Stieglmayer leitete den Guss. Die übrigen Standbilder führte der Künstler in Berlin aus. Die zunächst folgenden stellen die Churfürsten Joachim I. und II. dar,

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