Stürmer, Carl, Maler, der Sohn des Obigen, wurde 1803 in Ber- lin geboren, und an der Akademie daselbst herangebildet, bis er nach Düsseldorf sich begab, wo damals Cornelius einen Kreis von jungen Talenten an sich zog, welche den Kern seiner Schule bil- den. Zu diesen Künstlern gehört auch Stürmer, der schon früh eine bedeutende Reife erlangte, so dass ihn der Meister mit Stifter zur Ausschmückung des grossen Gerichtssaales in Coblenz empfahl. Dazu bot das k. preussische Ministerium die Hand, und die Künst- ler hatten die Hoffnung, durch grosse Frescobilder ihre Namen zu verewigen; aber nur das jüngste Gericht kam zur Ausführung und die weitere Fortsetzung unterblieb. Hierauf beschloss der Graf von Spee den Gartensalon seines Schlosses zu Helltorf mit einer Reihe von Darstellungen aus der Geschichte des Kaisers Friedrich Barbarossa in Fresco zu zieren, und Stürmer begann mit der Aussöhnung des Kaisers mit Papst Alexander zu Venedig; allein der bald darauf erfolgte Abgang des Meisters Cornelius nach München hatte alle Arbeiten unterbrochen, und erst auf Verwen- dung Schadow's konnten Mücke und Lessing den Bildercyclus fortsetzen. Stürmer begleitete mit anderen Künstlern den Meister nach München , wo ihnen auf Verwendung desselben durch König Ludwig die geschichtlichen Fresken in den Arkaden des k. Hof- gartens übertragen wurden. Stürmer malte da von 1828—29 zwei grosse Bilder, wovon das eine die Niederlage König Ottokar's von Böhmen auf der Brücke zu Mühldorf am Inn durch Ludwig den Strengen 1258 vorstellt, eine gewaltige Scene des kriegerischen Muthes und der Leidenschaft. Die Reimter, darunter Ludwig in eiser- ner Rüstung, und sein Bruder Heinrich mit erhobenem Schwerte, dringen auf Ottokar und seine Schaaren ein, aber unter der Last der Fliehenden stürzt die Brücke zusammen, und Verderben und wilde Flucht herrscht. Stürmer's Bild gehört zu den vorzüglich- sten Compositiönen dieser Reihe, da es den Vorzug einer leben-
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