Sturm, Leonhard Christian, Mathematiker und Architekt, geb. zu Altorf bei Nürnberg 1660, war anfangs Professor an der Ritter- academie in Wolfenbüttel , kam dann in gleicher Eigenschaft an die Universität zu Frankfurt an der Oder, wurde später fürstlich Mecklenburgischer Oberbaudirektor in Schwerin , und zuletzt herz. zoglich Braunschweigischer Baudirektor. Als solcher fertigte er den Plan zu dem in seiner Art prächtigen Lustschlosse Salzdahlur, welches lange wegen seiner Gemälde-Gallerie berühmt war. Dann finden sich auch noch viele andere Entwürfe und Zeichnungen von ihm, einige von Prachtgebäuden bei Tag- und Nachtbeleuchtung und in Aquarell ausgeführt. Er wollte eine neue Säulenordnung einführen, die er die deutsche nannte, und welche damals der Pracht der Ionischen vorgezogen wurde. Uebrigens gab er mehr ere andere Werke über die Baukunst heraus. Hieher gehört die Anweisung zur bürgerlichen Baukunst, welche Nicolaus Gold- mann in Handschrift hinterliess. Sie erschien zu Augsburg in 16 Bänden mit Kupfern, ein Werk, welches in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Ehren stand, und auch später noch ge- schätzt wurde, dem neueren Standpunkt der Kunst aber wenig entspricht, als die eigenen architektonischen Schriften Sturm's. Dann bearbeitete er auch C. Daviler's Werk zum Gebrauche für Deutsche, unter dem Titel: Ausführliche Anleitung zu der ganzen Civilbaukunst, worin nebst den Lebensbeschreibungen und dar-
Sturm gab auch einen mathematischen Beweis vom hl. Abend- mahle heraus, der ihm, als streitsüchtigen Calvinisten, viele Wi- dersacher erweckte. Es wurden mehr als 30 Streitschriften gewech- selt. Den letzten mathematischen Beweis machte ihm der Tod. In der St. Bartholomäus Kirche daselbst ist ihm ein Monument errichtet.
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