Sturm, Ferdinand

Sturm, Ferdinand, Maler von Zürich , lebte um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Sevilla , und ist daher im Vaterlande verges- sen, sowie in Spanien wenig bekannt. Sturm ist aber ein origi- neller Meister, dessen Werke Charakter und Ausdruck haben, nicht ohne Einfluss des Michel Angelo. In einer Kapelle der Ca- thedrale von Sevilla ist ein grosses Altarwerk von ihm, welches die Auferstehung Christi und zu den Seiten die vier Evangelisten in lebensgrossen Figuren vorstellt, woher der Altar den Namen „de los Evangelistas, oder de los santilanes" hat. Das Ganze be- steht aber in neun Abtheilungen, in welchen auch halbe Figuren von Heiligen erscheinen. Unter den Heiligen Justa und Rufina liest man: Hernandus Sturmius Ziricensis faciebat 1555. Ganz unten ist eine zweite Inschrift, mit einer jetzt un- deutlichen Jahrzahl MDIV oder MDLV. Man glaubte, der Künst- ler habe dieses Bild in Italien gefertigt, und er sei nicht selbst in Spanien gewesen; allein C. Bermudez (Diccionario de los mas ilustres professores etc.) fand im Archive der Cathedrale eine Rech- nung, nach welcher 1554 ein Esturme und Andreas Morin für die Taxation des von Ant. Arfian und Ant. Ruiz gemalten Altares del Sagrario antiguo eine Summe ausbezahlt erhielten. Jener Esturme ist wohl Hernandus Sturmius, der in Ansehen gestanden haben muss, da ihm die Würdigung zu bezahlender Kunstwerke anheim gegeben wurde. Füssly, welcher nach Fiorillo in der oben ge- nannten Inschrift „Ziricensis" liest, glaubt, es könnte darunter Zuricksee in Holland zu verstehen seyn, was wohl zu bezweifeln ist.

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