Stuber, Wolfgang

Stuber, Wolfgang, Kupferstecher und Formschneider, wird von seinen Zeitgenossen auch Stiber, und von neueren irrig Sieber genannt. Er scheint in Nürnberg gelebt und ein hohes Alter er- reicht zu haben, da er schon 1547 thätig war, und noch , wie aus den Daten seiner Blätter erhellet. In der letzteren Zeit seines Lebens arbeitete er wahrscheinlich in Wittenberg , wenn nämlich der Formschneider W. S., der daselbst noch gegen das Ende des 36. Jahrhunderts thätig war, mit Wolf Stuber eine Person ist. Der Name dieses Meisters kommt unsers Wissens auf keinem Blatte vor, nur das Monogramm W. S., oder die Initialen, einzeln stehend in einem Täfelchen. Bartsch, P. gr. IX. 574., erwähnt seiner unter den unbekannten deutschen Monogrammisten, in dem Verzeich- nisse der Werke des Paul Beheim von 1618, welches J. Heller in Originalhandschrift besitzen, werden aber die Initialen und das Mo- nogramm auf Wolf Stuber gedeutet,

  1. Das kleine Crucifix, oder Christus am Kreuze von sechs Figuren umgeben, gegenseitige Copie nach A. Dürer, unten in der Mitte das Monogramm (W mit dem verschlungenen S). Rund, Durchmesser 1 Z. 5 L.

  2. Die Apostel, in einer Folge von 14 numerirten Blättern, in einer Einfassung von Blumen mit Vögeln und anderen Thieren. Dreizehn Blätter tragen die Buchstaben W. S., jedes mit St. Mathias ist ohne Zeichen. Diese Folge schreibt Brulliot muthmasslich dem Stuher zu, Beheim nennt ihn bestimmt als Verfertiger. H.2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 4 L.

  3. Der hl. Christoph mit dem kleinen Heiland auf der Schulter durch das Wasser gehend, gegenseitige Copie nach Dürer. Links unten am Steine das Monogramm W. S. und die Jahrzahl 1587. Dieses Blatt schreibt auch Beheim dem Stu- ber zu. H.4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 41 L.

  4. Martin Luther in seinem Zimmer, gegenseitige Copie de s Blattes von A. Dürer, welches den hl. Hieronymus in seiner Celle vorstellt, wobei Stuber dem Heiligen die Züge Luthers gab. Unten links ist ein Täfelchen mit den Buchstaben W. S., und noch tiefer:

Pestis* Ero* Vivus Moriens* Ego* Mors* Ero* Papa. Die Platte existirt noch, die neuen Abdrücke sind aber schlecht.

  1. Die 12 Monate, durch männliche und weibliche Figuren dargestellt, mit Attributen, welche sich auf die Arbeiten be- ziehen, die in jedem Monat verrichtet werden, von Heller in seinen Beiträgen zum Peintre-graveur, Bamberg 1840 beschrieben. Ein jedes Blatt hat die Aufschrift des Monat- tes in lateinischer Sprache, aber nur jenes, welches den Oct- ober vorstellt, hat das Zeichen des Künstlers. H. 2 Z. 2 L. Br. 11 Z. 6 L.,

  2. Der Monat Januar, länglich wie eine Leiste. Diese Dür- stellung wird von Beheim erwähnt.

  3. Eine Hirsch- und eine Entenjagd, zwei Blätter von Beheim erwähnt, und wahrscheinlich Kupferstiche.

  4. Das Bildniss des Dr. Martinus Mirus, halbe Figur in Profil sicht nach rechts, mit einem Buche in der Rechten. Links unten am Pfeiler die Buchstaben W. S. Schöner Holzschlitt H. 3 Z. 8 L., Br. 2 Z. 10 L.

  5. Die Anbetung der Hirten. Holzschnitt von zwei Platten, Im Vorgrunde liegt der neugeborne Heiland auf dem Korbe von Engeln umgeben. Links kniet Maria, und hinter ihr steht Joseph mit Stock, und Laterne. Rechts knieen drei Hirten, und zwei andere stehen hinter ihnen. Am Stein im Hintergrunde stehen die Buchstaben W. S. H. 12 Z. Br. 16 Z. 3 L.

Dieses Blatt gehört in Luther's Bibel, Leipzig durch Nicolaum Wolrab MDLXI., fol. Die Zeichnung ist von Cranach, und es soll alte Abdrücke geben, welche mit L.C bezeichnet sind. Ein solcher im Kupferstich-Cabinet zu München hat indessen diese Buchstaben nicht. Die neuen Abdrücke sind in der Derschau'schen Sammlung alter Holz- schnitte, welche Z. Becker ordnete. Er legt die Buchstaben W. S. dem Wolfgang Sieber bei.

  1. Die Ansicht der Stadt Landau. Auf einem Steine sind die Buchstaben W. S., mit der Jahrzahl 1547. Der Formschn- der bediente sich des Zeichens CI. Dieses Blatt kommt in S. Münster's Cosmographie vor. H.14 Z., Br. 6 Z. 4 L.

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