Stuber, Joseph Damian

Stuber, Joseph Damian, Maler und Geometer, wurde 1717 in München geboren, und von Joh. Adam Müller unterrichtet. Er hatte als Decorationsmaler Ruh, welchen er bei der Aus-

in vier Heftern herausgab, erwähnen wir unter seinen früheren ar- chitektonischen Entwürfen und Plänen jene, welche im architektoni- schen Album des preußischen Architektenvereins vorkommen, das von 1857 an in Potsdam erschien, und jetzt in 10 Heften eine reiche Auswahl der schönsten Vorbilder liefert. Stüler ist einer der Grün- der dieses Unternehmens, und Strack, Knoblauch und Salzenberg standen ihm mit gleicher Thätigkeit zur Seite. In dieser Samm- lung findet man von Stüler den Entwurf zum Gesellschaftshaus der Eisenbahnanlage von St. Petersburg nach Pawluosk, zu einem Bahnhofe und zu zwei Stationsgebäuden, entworfen und gezeich- net von Stüler und Strack ; ferner den Plan zur St. Petri- und Paulikirche zu Nicolscow bei Potsdam , mit Schadow 1830 ausge- führt. Frühere Entwürfe sind jene zu einem Wohnhaus, Badehaus und Kaffeehaus. Nach seinen Plänen wurde das neue Rath- haus in Perleberg gebaut. Dieser Bau, welchen der Bruder un- sers Künstlers, der Bauinspektor Stüler in Pritzwalk leitete, ver- bindet sich mit dem alten 1840 restaurirten Theile des Rathhau- ses. Es ist ein Rohbau , mit schönen Form- und Verblendsteinen in mittelalterlichem italienischem Style. Streichhahn aus Lieber- walde war dabei Condukteur, von welchem die Ornamente und Details gezeichnet sind. Stüler's Pläne und Entwürfe sind bereits sehr zahlreich. So legte er 1840 dem Wissenschaftlichen Kunst- verein in Berlin eine reiche Auswahl seiner Zeichnungen vor, da- runter Entwürfe zum Wiederaufbau des k. Winter-Palais in St. Petersburg, zum Umbau der Berliner Börse, zu den Schlossbau- ten in Boitzenburg, Basedow, Arendsen, Dalwitz, und zu einer katholischen Kirche in Neda. Später fertigte er einen Plan zu einem zweiten Museumsgebäude hinter dem älteren, von Schinkel erbauten Museum, welches durch einen von mächtigen Arkaden getragenen Gang verbunden werden sollte. Der Haupteingang er- scheint in der Mitte der Langseite, die Schmalseite zeigt eine Co- lonnade. Der großartige Treppenbau theilt das Gebäude in seinen verschiedenen Geschossen in zwei Theile. Dann fertigte Stüler den Plan zu einer Capelle im k. Schlosse zu Berlin, oder arbei- tete vielmehr jenen von Schinkel ganz um. Die Capelle sollte in sehr merkwürdiger und wirkungsreicher Anlage als ein Cap- pelbau über dem colossalen triumphbogenartigen Schlossportale sich erheben, die Ratification zog sich aber noch weiter hin- aus. Dagegen ist ein nach Stüler's Plan geführter Prachtbau seit 1844 in Frankfurt am Main eröffnet. Es ist dies die neue Börse, zu dessen Bau Stüler 1840 concurrirte, bei welcher Gelegenheit sein Plan den Preis gewann. Ganz von grauem Sandstein mit Schichten rothen Gesteines, bietet diese Börse je nach den drei freien Seiten verschiedenen Anblick. Die Hauptfronte zeigt zur Erdene sechs hohe Bögen, von welchen die vier mittleren Fenster, die beiden äussersten Eingänge sind. Im Inneren ist ein Saal von grandioser Anlage, dessen Gewölbe auf acht kostbaren Säulen von schwarzem Marmor ruht. Stüler hat in dieser Börse einen Prachtbau geliefert, dem es nur zum Nachtheile gereicht,

dass der Künstler nach dem Willen der Bauherren Bedingungen erfüllen musste, die dem Ansehen Abbruch that, worüber sich

das Kunstblatt 1843 S. 200 ausspricht. In diesem Jahre wurde auch der Grundstein zur neuen Kirche im Thiergarten zu Berlin gelegt, und Stüler gab durch den Plan zu diesem Gebäude einen neuen Beweis seiner umfassenden Kunst. Es wurde eine besondere Taufkapelle hinzugefügt, symmetrisch mit der Sakristei.

Dann lieferte Stüler auch viele Zeichnungen zur Dekoration, für Eisengusswerke, für Porzellangefässe u. s. w. Von ihm sind

auch die Zeichnungen zu den Ornamenten des prachtvollen Schil- des in Gold und Silber, welcher 1842 als königliches Pathenge- schenk des jungen Prinzen von Wales ausgeführt wurde. Corne- lius lieferte die Zeichnungen zu den sinnigen Bildwerken in Email und Niello. Seine Dekoration des sogenannten weissen Saales im k. Schlosse zu Berlin, welche nach Stüler's Zeichnungen ausge- führt wurde, ist uns durch einen Stich im Berliner Calender von 1846 bekannt. Auch andere Dekorationen gibt das genannte architek- tonische Album in Abbildung. Zu erwarten stehen noch Ergänzungs- hefte zu F. von Quast's deutscher Ausgabe der Denkmäler der Ar- chitektur, Sculptur und Malerei von Seroux d'Agincourt. Berlin 1840. An diesen Ergänzungsheften nehmen auch mehrere Mitglie- der des Berliner Architekten-Vereines Theil. Im Jahre 1846 be- suchte der Künstler Italien, und verweilte noch zu Anfang des folgenden Jahres in Rom unter eifrigen Studien.

Stüler bekleidete einige Jahre die Stelle eines Hofarchitekten, wurde dann Hofbaurath, und nach Schinkel's Tod Oberbaurath, so wie Mitglied der Ober-Baudeputation. Die Akademie zählt ihn zu ihren Senatsmitgliedern. Bei Gelegenheit der Huldigung im Jahre 1840 ertheilte ihm der König das Ritterkreuz des rothen Adlerordens III. Classe, und 1841 beehrte ihn der Kaiser von Russland mit dem St. Stanislausorden II. Classe.

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