Strozzi, Bernardo

Strozzi, Bernardo, Maler, genannt il Cappuccino und il Prete Genovese, wurde 1581 zu Genua geboren, anfangs von C. Corte und dann von P. Sorri unterrichtet. Hierauf trat er in den Capuziner-Orden, verliess aber mit päbstlicher Erlaubniss das Kloster, um seiner Mutter beizustehen. Nach dem Tode dersel- ben sollte er wieder in die Celle zurückkehren; allein Strozzi wei- gerte sich, und büsste dafür mehrere Jahre im Gefängnisse, bis es ihm gelang, in priesterlicher Kleidung nach Venedig zu ent- fliehen, wo er jetzt der Signoria als Maler und Kriegsbaumeister diente.

Prete Genovese wird von den früheren italienischen Schrift- stellern zu den vorzüglichsten Künstlern seiner Zeit gezählt, und auch Lanzi nennt ihn nach G. B. Carlone den zweiten grossen Coloristen aus Sorri's Schule. Als solcher muss er für die schwache Zeichnung und für die unedlen Formen entschädigen, welche in seinen Gemälden entgegen treten, aber nicht des Lebens und Charakters entbehren, wenn dieser auch öfter gemeiner Art ist. Er schlug in Genua einen dem Carravaggio verwandten Weg ein, und lieferte, theilweise sogar mit mehr Achtung für die Auf-

In den Palästen zu Genua sind viele Werke von Strozzi, und unter diesen hält man eine Madonna mit dem Kinde und einen Engel im öffentlichen Palaste für das berühmteste Bild in Genua. In S. Domenico malte er das Paradies in Fresco, ein Bild von ungeheuerem Umfange, welches nach Lanzi nicht schöner gedacht werden könnte. Im Bethause von S. Tommaso ist ein Abendmahl der Apostel, wegen der ausdrucksvollen Köpfe gerühmt. Im Schlosse der Familie Centurioni sind von ihm drei Zimmer in Fresco ausgemalt, und auch in anderen Palästen Genua's sind Gemälde von Strozzi. Um ihn in seiner ganzen Stärke kennen zu lernen, nennt Lanzi besonders den heil. Thomas, der die Wundmale des Herrn sucht, in der Gallerie Brignole, wo nach der Ansicht des genannten Schriftstellers dieses Bild durch den meisterhaften, vollen, kräftigen, natürlichen und harmonievollen Pinsel alle anderen Meisterwerke niederschlägt. Tanto « » sagt Lanzi: il vigore, l'armonia, la pienezza del maestro penello di questo grande uomo! und Ticozzi (Dizionario III, 378) sagt es nach. Zu Novi und in Voltri sind Altarblätter von ihm, und in der Gallerie zu Florenz steht ein Gemälde des Heilandes mit dem Zinsgroschen als lebensvolles Bild im Rufe. Ticozzi nennt auch zwei grosse Gemälde im Chore des Hauptaltares in S. Marco zu Mailand, welche in Hinsicht auf Färbung und Wahrheit des Ausdruckes die Bilder C. Procaccini's und Cerano's in Schatten stellen. In Venedig rühmt man besonders die Gemälde des Meisters bei den Theatinern, und den heil. Sebastian in S. Benedetto. Dem Heiligen ziehen die Frauen die Pfeile aus dem Leibe, und müssen daher etwas edler seyn als gewöhnlich. In S. Nicolo di Tolentino steht das Bild des genannten Heiligen in hoher Achtung. Es ist dies eine würdige, charaktervolle Gestalt.

Auch im Auslande findet man Werke dieses Meisters. Im französischen Museum ist ein St. Anton von Padua mit dem Christkinds, und eine Madonna mit dem Kinde auf Wolken, dabei ein Engel mit den Symbolen der Macht und der Gerechtigkeit. Die Bilder sind nach Waagen von warmer, gemässigter Farbe und fleissig ausgeführt. In der Eremitage zu St. Petersburg ist ein Bild des jungen Tobias, der dem blinden Vater nach der Vorschrift des Engels die Augen bestreicht. In der Gallerie zu Wien sieht man ausser etlichen Schulbildern: Johannes den Täufer, welcher den Leviten erklärt, wer er sei; dann den Propheten Elija bei der Witwe von Sarepta, einen spanischen Leutenspießer (Graf Carl von Althann) und das Portrait des alten Dogen Frans

Prete Genovese starb zu Venedig 1644, und wurde in S. Fosco begraben. Auf seinem Grabsteine liest man: Bern. Strozzius, picto- rum splendor, Liguriae decus. In der Tribune zu Florenz ist das eigenhändige Bildniss des Meisters, gestochen in der Serie de'ri- tratti. M. l'Asne stach das Bildniss dieses Meisters nach einem Gemälde von S. Vouet. Auch Soprani fügte es seinem Werke bei.

Stiche und Lithographien nach diesem Meister.

Das Bildniss eines Dogen, gest. von M. Boschipni,

Der Tod des Abel. Ohne Namen, kl. fol.

Jephta und seine Tochter, geschabt von J. E. Hayd, qu. fol.,

David mit Goliath's Haupt, gest. von Monaco, gr. fol.

Esther vor Ahasverus, nach dem Gemälde in Dresden lith. von Hantstängl, fol.,

Elias und die Wittwe von Sarepta, nach dem Bilde in Wien gest. von L. Maillard, s. gr. fol.

Der Täufer Johannes und die Leviten, nach dem Bilde in Wien gest. von Prenner, dann im Haas'schen Galleriewerk, und von J. M. Kaupertz geschabt,

Die Verkündigung der Maria, gest. von Maillard, gr. fol., dann von P. Monaco, fol.

Christus mit dem Zinsgroschen, geschabt von Hodges.

Christus vor Zachäus dem Zöllner, gest. von P. A.Rilian, dann von P. Monaco,

Die Befreiung des heil. Petrus, nach dem Bilde des Cabinet Labia in Venedig gest. von Monaco, gr. 4,

Die Ertheilung des Schlüsselamtes an denselben, gest. von Monaco, gr. 4.;

Der Lautenspieler, nach dem Bilde in Wien gest. von J. C.

Reinsperger, kl. fol., dann von Prenner, gr. 8., und von J. de Hauck, 4.

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