Stringa, Francesco

Stringa, Francesco, Maler, wurde 1634 (nach anderen 1638) in Modena geboren, und unter L. Lana's Leitung herangebildet, Hierauf studirte er die Werke anderer Meister, besonders jene von Guercino, und später fand er an den Schätzen der Gallerie in Modena zahlreiche Vorbilder, da er Inspektor derselben war. Lanzi rühmt diesen Meister als geistvoll und fruchtbar an Ideen, findet aber seine Compositionen etwas launenhaft. Er liebte schlanke Figuren und gewagte Stellungen, und besonders kennzeichnen ihn überstarke Schatten. Mit den Jahren machte er Rückschritte, wie diess bei mehreren Künstlern der Fall ist. Im Dome und in an- deren Kirchen zu Modena findet man Bilder von ihm, seine best- ten in la Chiesa Nuova und im herzoglichen Palaste. Dann nennt Fiorillo auch Copien des Christus della Moneta von Titian, wel- cher sich zu seiner Zeit noch in Modena befand, und dann nach Dresden kam. Auch Correggio's Bild der Madonna mit St. Gi- mignano und anderen Heiligen copirte er. Ausserdem malte er Land- schaften und Architektur. Im Archive zu Modena sind seine hand- schriftlichen Briefe über die Malerei. Starb 1700.

Bartsch P. gr. XIX. 313. beschreibt drei radirte Blätter von diesem Meister, welche sehr correct und sicher behandelt sind. Wir fügen sub. Nro. 4. ein viertes bei:

  1. Die Grablegung Christi durch die Jünger. Links steht Maria mit im Schmerze erhobenen Armen neben einer Frau, und vorn in der Mitte sieht man die halbe Figur eines Mannes mit den Nägeln und dem Hammer im Korbe. Rechts unten ist das Wappen des Hauses Este, und unter demsel- ben steht: Ill.mo et Excell.mo Don Alessandro da Este. Im unteren Rande sind zwei Disticha: Fama uiros quamuis etc. H. 12 Z. 8 L. mit 0 L. Rand, Br. 8 Z. 8 L.

  2. Eine am Fusse des Felsens sitzende Frau, wie sie das Wap- pen eines Cardinals auf eine Tafel malt. Sie erscheint in einer Einfassung, oben mit dem Portraite des Cardinals, unten zwei Kinder mit Drachen zu den Seiten eines Car- touches, in welchem man liest: Ab Jove principum Jou. Pont. Vran. lib. I. Links unten: F. Stringal. F. H. 4 1/2 Z. 8 L., Br. 8 Z. 2 L.

  3. Franciscus II. Mutinae ac Regii etc. Dux Decim. Büste im Profil nach rechts. Diese lateinische Inschrift ist in einem Cartouche, und in den vier Ecken sind andere Car- touche mit gezeichneten Monumenten und von Genien ge- halten. In der Mitte oben ist das Wappen des Prinzen, und unten ist ein weiterer Cartouche mit der Inschrift: Francisco II. Atestino — — pio religioso monumentum. H. 4 1/2 Z. 3 L., Br. 8 Z. 2 L.

Guarienti sagt, dass L. Tinti nach seiner Zeichnung das Titelkupfer zu den Funeralien des Herzogs gestochen habe.

  1. Johannes mit dem Kreuze in der Rechten macht auf den Heiland aufmerksam, der in der Ferne geht. Im Rande ist die Dedikation an Gio. Ant. Paganelli. Francesco Stringa f. DD. 16832. H. 8 Z. 8 L., Br. 6 Z. 4 L.!

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