Straely, Eduard, Maler, geb. zu Düsseldorf , kam in jungen Jahren nach London, und widmete sich da der Malerei. Mit Ta- lent begabt gelangte er bald zu Ansehen, besonders durch seine Bildnisse in Miniatur , die er in einer sehr gefälligen Manier be- handelte und öfter mit interessanten Nebenwerken zierte. Er malte sehr schnell und wusste immer einen Schein von Grossartig- keit zu erreichen, der die Augen bestach, aber ausserdem nichts übrig liess. Es ist dies mit allen seinen Werken der Fall, auch mit den Bildern in Öel, die mit grosser technischer Fertigkeit ausge- führt sind, aber geringe Übung in der Zeichnung verrathen. Straely machte überhaupt keine genauen Studien, was bei seinen glück- lichen Anlagen zu bedauern ist. Er entwarf aus dem Stegreife die geistreichsten Skizzen, bei denen es aber auch verblieb, da es ihm an Ruhe zur genauen Durchbildung gebrach. Er malte auch mei- stens nur Portraits, die er zu bedeutenden Preisen anbot. Straely wusste sich geltend zu machen, besonders bei dem schönen Ge- schlechte, da er ein Mann der Mode und von imponirender Ge- stalt war. Von London aus begab er sich später wieder nach Deutschland , wo er als ein Engländer auftrat, wie in Italien , und dann in Russland . Bei der Krönung des Kaisers Paul zog er wie ein Fürst in Moskau ein, und folgte nach den Festen dem Czar nach St. Petersburg , wo er einige Zeit in grossem Ansehen stand. Der Kaiser liess viele Miniaturbildnisse durch ihn malen, und in vier Bildern auf Kupfer stellte er das Leben dieses Monarchen dar. Von Privatpersonen liess er sich für ein Miniaturportrait 30 Dukaten bezahlen, und nach vier und zwanzig Stunden war es fertig abgeliefert. Dadurch verdiente Straely grosse Summen, gab aber noch grössere aus, da er auf ganz vornehmem Fusse und ver- schwenderisch lebte. Endlich sank er in der Gunst des Kaisers, dem die Preise des Künstlers zuletzt übermässig vorkamen. Er verlangte für eine von ihm gemalte Hebe, welche den Adler füttert, 10000 Rubel, welche die Taxatoren auf 4000 ermässigten. Von dieser Zeit an wollte der Kaiser von der Kunst dieses Abentheurers wenig mehr wissen, und als Kaiser Alexander den Thron bestiegen hatte, musste er St. Petersburg verlassen. Jetzt begab sich der Künstler wieder nach London, wo sein Glücksstern ebenfalls sich zu ver- düstern begann. Hierauf versuchte er in Wien sein Glück, und malte da mehrere Bildnisse. Darunter ist auch jenes des Erzher- zogs Carl in ganzer Figur, welches J. Clarot. in Mezzotinto ge- stochen hat. Das Todesjahr dieses Künstlers ist uns unbekannt
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