Straehuber, Alexander

Straehuber, Alexander, Zeichner und Maler, wurde 1814 zu Mondsee, einem Gute des k. bayerischen Feldmarschals. Fürsten von Wrede, geboren, kam aber schon in frühester Kindheit mit seinen Eltern nach München , wo er nach dem Austritte aus der deutschen Schule das Gymnasium besuchte, da ihn sein Vater, der fürstliche Stallmeister, zum geistlichen Stande bestimmen - wollte. Allein nur mit Widerwillen hielt er daselbst einige Jahre aus, da in ihm der Trieb zur Kunst unwiderstehlich war. Endlich gelang es seinen Bitten sich der Kunst widmen zu dürfen, und Professor Mitterer ertheilte ihm Unterricht im Zeichnen, bis er an Rhom- berg an der polytechnischen Schule einen weiteren Lehrer fand. Im Jahre 1820 betrat er die Akademie der bildenden Künste, stu- dirte da nach der Antike, und kam darauf in der Componir-Classe unter Leitung des Professors Julius von Schnorr. Aus dieser Zeit, bis zum Jahre 1830, existiren von ihm viele Compositionen bibli- schen Inhalts mit dem Stifte gezeichnet, so wie sich Strähuber auch jetzt noch fast ausschliesslich mit Zeichnen, und Componiren befasst, da ihm zum Malen nur wenig Zeit übrig bleibt. In dem genannten Jahre übertrug Schnorr einigen seiner Schüler einen Cyclus kleinerer Bilder, welche im Festsaalbaue der k. Residenz über den grossen Bildern aus dem Leben Carl's des Grossen an- gebracht werden sollten, und Strähuber lieferte hiezu zwei Com- positionen, wovon die eine den elfjährigen Carl vorstellt, wie er den Papst Stephan II. empfängt, die andere die päbstlichen Ge- sandten, wie sie die Hilfe des Kaisers gegen Desiderius sich er- bitten. Echter und Palme haben diese Bilder in Farben ausge- führt. Im Jahre 1841 fertigte er eine Zeichnung zu einem Lob- gesange von Mendelssohn-Bartholdy, welche diesem zum Geschenke gemacht wurde. Eine auf Pergament mit der Feder und in Far- ben ausgeführte Zeichnung besitzt der Kronprinz Maximilian von Bayern, welche diesem 1842 zu seiner Vermählungsfeier von dem Gesangvereine der Künstler Münchens überreicht wurde. Eine andere ist im Besitze des Prinzen Luitpold, 1845 bei Gelegenheit der Geburt des Prinzen Ludwig überreicht. Von grösseren Zeich- nungen erwähnen wir auch noch ein Albumsblatt, welches Salo- mon's Urtheil vorstellt, und nach London kam eine grössere zur Lithographie bestimmte Zeichnung mit einem Kinde, welches der Schutzengel begleitet.

Die Zeichnungen dieses Meisters sind bereits sehr zahlreich, und gehören zu den geistreichsten Erzeugnissen der neueren deut- schen Kunst. Eine bedeutende Anzahl ist durch die Lithographie und den Formschnitt bekannt, mehrere in Büchern zu religiösem Gebrauche. Wir nennen besonders Luther's Festlieder, welche C. Winterfeld 1840 zur vierten Jubelfeier der Erfindung der Buch- druckerkunst herausgab. Dieses Prachtwerk enthält 40 verzierte Initialen und ein figurirtes Titelblatt, gr. 4. In dieser Art ist auch ein Thomas a Kempis in böhmischer Uebersetzung, Leipzig 1843, verziert, und dieselben Illustrationen wurden neuerlich zu

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