Stradaneus, Johannes, Zeichner und Maler, nach seinem Familien- namen van der Straet, auch della Strada und Stratensis genannt, wurde zu Brügge geboren, und von seinem (uns unbekannten) Vater unterrichtet, bis sich M. Frank und P. Aertsens seiner zu- nahmen. Er machte sich auch bald durch Werke bekannt, die in der älteren Schulweise behandelt sind, und sich von seinen spä- teren Arbeiten auffallend unterschieden, da er in Italien an die Nachahmer des Michel Angelo sich anschloss. Stradan begab sich schon im jungen Jahren nach Italien, zuerst nach Venedig , und dann nach Florenz und Rom. Hier studirte er Rafael's und Mi- chel Angelo's Werke, führte im Wetteifer mit D. da Volterra und F. Salviati einige Bilder für das Belvedere aus, und malte auch mehrere Bilder für Kirchen. Von Rom aus berief ihn Don Juan d' Austria nach Neapel , wo er dessen Palast mit Gemälden zierte, und auch Cartons zu Tapeten ausführte. Nach einiger Zeit be- glückete er diesen Fürsten nach Flandern , endlich aber liess er sich in Florenz nieder, wo er an Vasari eine grosse Stütze fand, und selbst beim Großherzog Cosmus in hohen Ehren stand. Er arbeit- ete mit Vasari in den Zimmern des herzoglichen Palastes, und fügte sich zuletzt vollkommen in die Kunstweise desselben. In Florenz finden sich noch viele Bilder von Stradanus, sowohl in Kirchen als in den grossherzoglichen Rüstkammern, da in späterer Zeit mehrere zurückgestellt wurden. Dann führte er auch viele Cartons zu Tapeten aus, deren man in Poggio a Caiano mehrere sieht. Sie stellen verschiedene Jagden und Fischerien vor, womit sich der Künstler grossen Ruf erwarb. Auch in der Darstellung von Pferden wurde er berühmt, obgleich seine Thiere ziemlich plump erscheinen. Jagd- und Pferdestücke findet man hier und da auch in Oel ausgeführt. Zu seinen Hauptwerken al- lerer Art zählte man vor allen seinen Christus am Kreuze zwischen den Mördern in der Annunziata zu Florenz, wo sich auch noch andere Darstellungen aus der Leidensgeschichte befinden. Im Ort- torio S. Clemente sind Frescobilder von ihm, die ebenfalls Darstellungen aus dem Leben Jesu enthalten. Unter die Merk- würdigkeiten der Kirche S. Firenze ist Stradan's Marter der 1000 Heiligen zu zählen, welche von Buonamici restaurirt wurde. In S. Spirito ist ein kleines Gemälde von ihm, welches Christus vor- stellt, wie er die Verkäufer aus dem Tempel treibt, eine sehr reiche Composition mit einer Menge Figuren.
Stradanus starb zu Florenz 1605. H. Golzius stach sein Bild- niss, Medaillon mit der Malerei und Bildhauerei zur Seite. Ein anderes Bildniss ist von Jansonius, mit der Adresse von H. Golzius, Ein drittes stach Joh. W. (Wierix), Oval mit allegorischen Figu- ren. Dann kommt es auch bei d'Argensville, und in der florentini- schen Serie de' ritratti vor, mit der Grabschrift: Vixit annos LXXXII obit 16. Nonas Novemb. MDCV.
Ausser den obigen Werken, welche zu den besten des Mei- sters gehören, erwähnen wir hier noch folgende nach ihrem In- halte, mit Angabe der Stiche. -
Altes Testament, Adam und Eva aus dem Paradiese vertrieben, gest. von P. A.
Die Propheten, Frescogemälde in St. Annunziata zu Florenz; Icones Prophetarum Veteris Testamenti a J. Stradano delingatae, a J. Gallaeo excusae, a Cor. Gallaeo sculptae Antuerpiae 1613. Eine Folge von 20 Blätter mit figurirtem Titel. Halbe Figuren, H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 10 L.
Die Thaten des Josua, Cartons zu Tapeten, von Baldinucci erwähnt.
Die Schlacht des Saul gegen die Philister, Zeichnung in schwar- zer Kreide, 1570 zu Neapel gefertigt, später in der Sammlung des Prinzen de Ligne.
David, Salomon, Esther, von Vasari genannt.
Esther vor Ahasverus, von Baldinucci erwähnt.
Das Gastmahl des Baltazar, gest. von C. de Passe.
Sieben Darstellungen aus dem alten Testament, mit zwei lateinischen Versen unter jeder derselben. Adr. Collaert exc.
Neues Testament
Herodias tanzt vor ihrem Vater, gest. von C. Galle.
Der kleine Johannes in der Wüste von zwei Engeln verehrt, gest. von A. Collaert.
Das Leben und der Tod des Täufers Johannes. Gest. von C. Galle, 10 Blätter, qu. fol.
Die Verkündigung Mariä, ein Altarbild einer Kapelle in Monte Olivotto zu Neapel, wo er die Geheimnisse Mariens in Fresco malte.
Die Anbetung der Könige, 1587 für die Kapelle eines Palastes am Thor nach Pinti zu Florenz gemalt, jetzt verschollen. Gest. von C. Galle.
Johannes betet das Jesuskind an, rechts Maria, gest. von H. Goltzius.
Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes, gest. von H. Goltzius.
Madonna mit dem Kinde, und Heilige mit Engeln: Delicia virginitatis. Gest. von R. Sadeler.
Die Taufe Christi. In der Sakristei von St. Maria Novella in Florenz, von Baldinucci erwähnt.
Es gibt einen Stich der Taufe Christi, mit der Adresse von Ph. Galle.
Passio, Mors et Resurrectio D. N. Jesu Christi. Das Leiden, der Tod und die Auferstehung des Herrn, 40 Blätter, mit Stradanis Bildniss. Unter jeder Darstellung stehen vier lateinische Verse. Gest. von Ph. Galle und A. Collaert, mit Dedication an den Kardinal Ferd. Medici, qu. fol.
Das Leiden Christi. 21 Blätter von Ph. Galle, mit Einfassungen, gest. von Ph. Galle.
J dieselbe Passion ohne Einfassungen.
Christus treibt die Verkäufer aus dem Tempel, zu Baldinuccis Zeit in S. Spirito zu Florenz, und wegen der Menge von auf drucksvollen Figuren bewundert.
— Eine solche Darstellung hat Ph. Galle gestochen.
Das Abendmahl, Ölbild zu Monticelli, von Baldinucci erwähnt.
Das Abendmahl des Herrn, Zeichnung in der Sammlung des Erzherzogs Carl zu Wien.
Christus befiehlt den Jüngern das Osterlamm zu bereiten, zu von Mallery.
Judas empfängt von den Hohenpriestern die 30 Silberlinge nach einer Zeichnung gest. von Mallery.
Christus im Oelgarten, nach Baldinucci für das Oratorio di Chiarito zu Florenz gemalt.
C. Galle hat eine solche Darstellung gestochen.
Christus vor Pilatus, Zeichnung in der Samml. des Erzherzogs Carl.
Ad. Collaert hat eine solche Darstellung gestochen.
Ecce homo, gest. von J. Callot, 1613.
Die Geißlung Christi, gest. von H. Wierix, in zwei verschiedenen Darstellungen. Ein Gemälde ist in der Gallerie zu Wien.
Das Schweisstuch mit drei Engeln, Zeichnung in der Sammlung des Erzherzogs Carl zu Wien.
Christus am Kreuze zwischen den Mördern, wie ihm ein Schwamm reichet, figurenreiches überlebensgroßes Bild in der Kirche zu St. Annunziata zu Florenz, von C. van Mander, Baldinucci, und in den Guidas erwähnt, da dieses Bild noch vorhanden, und Meisterstück des Künstlers zu betrachten ist.
Ph. Galle stach die Leidensscene mit der Schwammreichung. Auch Ad. Collaert stach Christus am Kreuze.
Der Leichnam des Herrn von den hl. Frauen und von Elisabeth beweint, gest. von R. Sadeler.
Die Auferstehung, gest. von A. Collaert.
Verschiedene Darstellungen aus dem Leben Jesu, im Oratorium von S. Clemente zu Florenz in Fresco gemalt, mit den Portraiten Cosmus I., seiner Gattin und der Prinzen des Hauses. Diese Malereien sind noch erhalten. Voyages hist. en Italie par Vallery
11 p. 99.
Die Himmelfahrt Christi und die Geheimnisse der Maria, in Monte Oliveto zu Neapel in Fresco gemalt, wie Baldinucci erzählt.
Die Krönung der Maria durch die Dreieinigkeit, gest. von J. Sadeler.
Petrus vom Engel aus dem Kerker befreit, gestochen mit der Adresse des Ph. Galle.
Die Bekehrung des Saulus, Federzeichnung, 1842 in Ville- nave's Sammlung zu Paris. Gest. von Mallery, oder eine ähnliche Darstellung.
Paulus erweckt den zu Troas vom Fenster gefallenen Jüngling Eutychos vom Tode, gest. von H. Goltzius.
St. Paulus auf Melita von der Schlange gebissen, gest. von H. Goltzius.
Der Schiffbruch des hl. Paulus, gest. von Goltzius.
Acta Apostolorum elegantissimis iconibus summo artificio de- lineata a duobus praestantissimis pictoribus Belgis, a M. Heemsker- chio nempe — et a Joanne Stradano, qui ea absolvit. Ed. N., Joannis Visscher. Gest. von Ph. Galle. Diese Folge enthält 35 Blätter, qu. fol.
Die Marter der 10 Tausend. Gemälde in S. Firenze zu Florenz.
Das jüngste Gericht. Ecce Dies Domini. Gest. von A. Collaert.,
Dieselbe Darstellung in 4 Blättern in runder Form. H. Golt- zius sc. Ph. Galle exc.,
Die Heiligen Agatha, Agnes, Lucia, Magdalena, Martha, Margaretha, Petrus u. a. theils im Gemälden, theils in Zeichnun- gen, gest. von Ph. Galle, u. a.,
Das Leben Johannes des Täufers, 10 Blätter von C. Galle.
Griechische und römische Mythe und alte Geschichte.
Phaeton leitet den Sonnenwagen, in ovaler Einfassung mit Figuren in den Ecken. Ph. Galle exc.
Das Göttermahl in einer Felsenhöhle. Gemälde in der Gallerie zu Wien.
Amores naturales. Zwei Liebesgötter den Löwen bändigend, in einer Landschaft, gest. von Th. Galle.
Nymphaeum, zwei nackte Weiber aus dem Bade steigend, gest. von Mallery.
Die Geschichte des Saturn.
Diejenige der Pomona.
Die vier Jahreszeiten mit dem Sonnengotte.
Apollo auf dem Sonnenwagen.
Dies sind Cartons, für den Grossherzog von Florenz zu Ta- peten ausgeführt.
Cartons zu Tapeten fertigte Stradanus mehrere. Sie sind von Th. und C. Galle, H. Goltzius, H. Ulrich und H. Wierx, ge- stochen.
Venus und Cupido, für den Cav. Baccio Valori in natürlicher Grösse, in Oel gemalt, zu Baldinucci's Zeit, in der Casa Valori,
Orpheus, Zeichnung in der Sammlung des 1800 verstorbenen J. A. v. Silvestre.
Odysseus von Hermes zur Circe geführt, welche seine Gefährten in Thiere verwandelt, Gemälde in der florentinischen Akademie: Joannes Stratensis Flandrus 1570.
Die Geschichte des Ulysses und des Cyrus, in 4 Cartons zu Tapeten für den Grossherzog Cosmus, von Baldinucci erwähnt,
Penelope:
König Cyrus,
Zwei solche Bilder erwähnt Vasari und dann auch Baldinucci, so dass sie zu der obigen Folge nicht zu gehören scheinen.
Aeneas von der Sibylle in die Elysäischen Gefilde geführt, Zeichnung in der Sammlung des Erzherzog Carl.
Der Sabinerraub, ein von Vasari erwähntes Bild,
In der Gallerie zu Gotha ist ein Gemälde, welches die Versöhnung der Römer und Sabiner vorstellt.
Horatius Cocles auf der Sublicischen Brücke, dann Mulinus Scävola und A. Curtius. Zur Verzierung eines Schildes, jetzt in Schlosse zu Norfolk.
Imperatorum XII a Suetonio descriptorum effigies resque gestae, iconibus expr. et edit. a Ph. Gallaeo. Ad. Collaert sculp.
Die Bildnisse der ersten 12 römischen Kaiser, gest. von Charp, dann auch von S. Raveu.
Eine Folge von 16 Darstellungen aus der römischen Geschichte, mit Titel und Dedicatioun. Unter jeder derselben sechs lat. Verse, Gest. von Th. Galle,
Allegorien,
Die sieben Cardinaltugenden in weiblichen Bildnissen, gest. von H. Wierix.
Die sieben Hauptsünden, gest. von Wierix.
Allegorie auf Künste und Wissenschaften, gest. von B. Mazoir,
Die sieben Planeten, in Ovalen. Gest. von J. Collaert.
Die vier Jahreszeiten, gest. von Ph. Galle.
Encomium musices quod ex sacris literis concinnabat Ph. Gallaeus. Antverpiae apud Ph. Gallaeum,
Eine Folge von 5 Blättern: Pietas, Nuptiae, Arma, Venatio, Literae, Gest. von R. Sadeler.
Das Leben des Menschen, von Vasari erwähnt, und dann von Baldinucci.
Der Tod des Reichen und der Tod des Armen, 2 Blätter, gest. von R. Sadeler.
Eine Dame bei der Tafel vom Tode überrascht, gest. von R. Sadeler.
Die Zeit entführt die Wahrheit. Veritas temporis filia, Gest. von J. Collaert,
Darstellungen aus der neueren Geschichte, und auf die wichtigsten Erfindungen.
Ugolino im Hungerthurme, gest. von Th. Galle,
Die Seeschlacht gegen die Türken unter Philipp II. Mit lateinischer Erklärung. Gest. von A. Collaert.
Die Schlacht der Christen gegen die Türken, gest. von L. Corneli.
Die Stadt Wien von Carl V. gegen die Türken verteidigt. Gest. von A. Collaert.
Der Triumph des Kaisers. Invehitur magno Caesar Romano, triumpho Moenia. Ad. Collaert sculp.
incisa et edita, Folge von 22 Blättern mit Titel und Dedication,
Fünf Darstellungen aus der Geschichte des Herzogs Giovanni de' Medici, gest. H. Goltzius. Allegorie auf Dante. Die Bildnisse von Dante, der Beatrice und Virgils, in den Ecken das Paradies, das Purgatorium etc. Gest. von C. Galle.
Geschichte der Gualdraba Berti von Florenz, von Vasari und Baldinucci erwähnt.
Der Triumphbogen beim Einzuge der Königin Johanna von
Oesterreich, von Baldinucci erwähnt.
Die Akademie der Malerei, gest. von C. Cort, ohne dessen
Namen. Bezeichnet: Battista Di parm Formis Romae 1587, gr. fol,
Nova reperta. Neue Entdeckungen und Erfindungen, Folge
von 9 Blättern, mit Aufschritten: 1) Amerika. 2) Lapis polaris.
- Pulvis pyrius. 4) Impressio librorum. 5) Horologia ferrea, 6)
Hyacus und lues venerea, 7) Destillatio. 8) Ser, sive sericus ver- mis. 9) Staphae sive stapedes, Gest. von Th. Galle.
Nova reperta, eine ähnliche Folge in 10 Blättern. 1) Politura armorum. 2) Mola allata. 3) Orbis longitudines repertae. 4) Mola aquaria. 5) Sculptura in aes, 6) Oleum olivarum. 7) Color olivi. 8) Saccharum. 9) Astrolabium, mit Dante's Portrait. 10) Conspicilla, Jedes Blatt mit zwei lat. Versen, gest. von J. Collaert.
Americae detectio. Vier Darstellungen auf die Entdeckung von America, in dem einen Blatte Christ. Columbus, in einem an- deren Americus Vesputius etc. Gest. von A. Collaert.
Encomium musices, quod ex sacris literis concinnabat P. Gal- laeus, iconibus exprimebat J. Stradanus, versibus illustrabat J. Bochius. Antv. a Secretis, 18 Blätter, qu. fol.
Jagden, Pferde, Landschaften,
Cartons mit verschiedenen Jagden auf vierfüssige Thiere und Vögel, dann mit Fischereien, zu den Tapeten für die 20 Stanzen in Poggio a Cajano, von C. van Mander und Baldinucci gerühmt,
Im Cabinet Paignon-Dijonval waren zwei getuschte und weiss gehöhte Federzeichnungen von Vogeljagden, eine andere mit der Corallenfischerei besass noch 1809 J. A. v. Silvestre.,
Venationes ferarum, avium, piscium, pugnae bestiarum et mu- tuae bestiarum depictae a J. Stradano, ed. per Nic. Visscher. Auch mit holländischem Text, 118 Blätter mit dem Titel, von A. Collaert, Th. und J. Galle gestochen.
Auch C. de Mallery stach Jagden,
Eine Folge von sechs Blättern mit Jagden in Einfassungen von Figuren, Thieren, Trophäen etc, M. A. L. fe. A. Cock exc. 1570.
Eine Jagd in symbolischer Auffassung: Currite, nam pretio pretium est etc, Ph. Galle exc,
Eine Frau, welche ein Pferd zeichnet, rechts Amor sitzend, Gest. von J. Collaert,
Equile seu speculum equorum, in quo omnis generis gene- rosissimorum equorum ex variis orbis partibus insignis delectus, Ad vivum omnes delineati a celeberrimo pictore J. Stradano Belga
Dieses Werk ist wahrscheinlich das Equile Joannis Austriai ' Caroli V. filii bei Bartsch P. g. III. 80., wo vier Pferdestücke von H. Goltzius beschrieben werden,
Eine Folge von 21 Blättern mit Pferden in Landschaften, ges. von A. Collaert, H. Goltzius und Wierix.
Ein Pferd am Ufer des Meeres, und in der Ferne eine Stadt; Arduus est Phalerus. Gest. von H. Wierix,
Eine Strasse, wo eine Dame reitet, gefolgt von Offizieren und Garden, gest. von J. Sadeler.
Die vornehmsten Städte Italiens, von Baldinucci erwähnt,
Ein Brunnen zu Florenz, von einem Monogrammisten {555} gestochen. Brulliot I. Nro. 6160. Sehr zartes Blatt, fol.
Eigenhändige Radirungen.
Baron von Rumohr (Gesch. der Kupferstichsammlung in Copenhagen S. 66) glaubt dem Stradanus radirte Blätter zuzuschreiben zu müssen, die, obwohl eine gewisse Stärke und Festigkeit der Hand verrathend, jedenfalls nur als Malerversuche eines Künstlers| zu betrachten sind, der sehr tief auf das Eigenthümliche des Michel Angelo eingegangen ist. Für einen Italiener aus jener Epoche einer anmaßlich genialischen Unordnung und Nachlässigkeit ver rathen diese Versuche zu viel Nettigkeit, Handwerksmässigkeit (leccato mit Vasari zu reden); v. Rumohr hält demnach den Ur heber für einen Niederländer, welcher der Schule des Michelangelo sich angeschlossen, und kommt zunächst auf Stradanus, da diesel ten Blätter an die Weise erinnern, welche derselbe in malerische Arbeiten angenommen hatte.
- Leda vom Schwan umarmt, zur Linken auf dem Boden ein durchsichtiges Ei, und rückwärts im Halbdunkel des Grundes die jungen neuausgebrochenen Götter. Unter den Füssen des Schwanes: MICHAEL ANGELUS. JNV. (da beide Male umgekehrt). .H. 10 Z. 3 L., Br. 14 Z. 8 L.
Dieses Blatt zeigt bis in die Nebensachen von großer Uebung im Stechen. Die Zeichnung ist verschoben auf die Platte gebracht, so dass das Exemplar im k. Cabinete zu Copenhagen zur Linken bis an den Plattenrand ausstrecke, zur Rechten und nach oben mit Papiermehl von ungleicher Breite (1 — 3 Z.) versehen ist. Die unregelmäßigen Strichlinien sind den verschiedenen Texturen und Formen, bald so, bald anders versucht,
- Die hl. Magdalena, dem Heilande die Füsse salbend. Georgio Vasari Aretini Inventum. Im Unterrande: Multa fremit et Oben rund. H. 15 Z., Br. 11 Z. 3 L.
Dieses Blatt ist gleichfalls in der Art des obigen behandelt, und B. v. Rumohr glaubt, Stradanus habe es des Ver suches wegen gestochen.
Dieser Schriftsteller und Kenner findet auch in einigen der in Kupfer gestochenen Jagden Strada's Hand heraus, wie in der
Eberjagd, mit geistreich figurirtem Rande. Joannes Strada nus flander. inventor. A. Colli exc. In den Erdgründen sind viele handwerksmäßige Strich
Ein Jagdauszug in gleicher Grösse, doch aus anderem Verlage,
Diese beiden Blätter, deren originale Theile der Manier des C. Cort, noch mehr des Aug. Caracci sich zuneigen, sind nicht zu verwechseln, mit den kleiner gehaltenen zahlreichen Jagden nach Stradan von handwerksmässigen Kupferstechern.
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