Strada, Vespasiano

Strada, Vespasiano, Maler und Radierer , soll nach der gewöhnli- chen Annahme 1501 in Rom geboren worden seyn, und wie Bag- lioni versichert, ein Alter von 36 Jahren erreicht ha- ben. Diese Angaben bedürfen der Berichtigung, da Strada durch ein radirtes Blatt von 1505 bekannt ist, welches bereits die Vebung verräth, so dass der Künstler damals wenigstens 20 Jahre alt gewesen seyn muss. Sein Geburtsjahr ist mindestens zu setzen. Als sein Todesjahr wird 1624 genommen, und wenn diess richtig ist, so liegt Baglioni's Irrthum am Tage,

Strada war der Sohn eines Spaniers, der sich in Rom nieder- gelassen hatte. Hier zeichnete er schon in früher Jugend die schönsten Gemälde und Sculpturwerke, und besuchte auch die Akademie. In den Kirchen und Palästen der Stadt fanden sich viele Arbeiten von ihm, worunter aber die Bilder, welche er auf Leder gemalt hatte, grüsstentheils zu Grunde gegangen sind. Auch in Fresco führte der Künstler Gemälde aus. Baglioni nennt ihn einen tüchtigen Meister, wofür seine radirten Blätter gerade in keinem hohen Grade zeugen. In diesen ist die Zeichnung zwar korrekt, aber ohne Geschmack. Die Köpfe haben wenig Ausdruck, so wie es ihnen auch an Würde gebricht. Sie sind indessen ma- Jerisch behandelt, und erinnern in etwas an die Manier des V.

‚ Salimbene, Bartsch P. gr. XVII. 303 ff. beschreibt 21 solcher Blät- ter. Sub Nro. 1., 7. und 16, schalten wir drei diesem Schrift- steller unbekannte Blätter ein.

  1. Die Verkündigung Mariä. Der Engel schwebt rechts mit der Lilie in der Luft, und die heil. Jungfrau empfängt kniend die Botschaft. Links unten: VES. S. J. F. H. 7 Z., Br. 5 Z. 1 L.

  2. b. Die Empfängniss Mariä. Eine solche Darstellung wird im Cataloge des Dr. Petzold, Wien 1843, als ein dem A. Bartsch unbekanntes und sehr schönes Blatt genannt, aber ohne nähere Beschreibung. Das Format ist gross.

  3. Das kleine Ecce homo. Pilatus, links auf das Piedestal ge- lehnt, stellt Christus dem Volke dar. Dieser steht mit ge- bundenen Händen zwischen zwei Kriegsknechten. Kniestück, Links unten: VES. STRA. J. F, H. 5 Z. 2 L., Br. 7 Z.

  4. Das grosse Ecce homo. Dieselbe Darstellung mit Verände- rungen, und neun halbe Figuren enthaltend. Pilatus ist links, und Christus in Mitte des Blattes. Oben steht: VE- SPASIANO STRADA J. F. Nicolo van Aelst Formis Romae, H. 6 Z. 9 L., Br. 9 Z. 0 L.

  5. Die Grablegung Christi durch die Engel. Zwei legen ihn in das Grab, und zwei andere singen aus einem Buche die Lamentation. Links unten: VESPASIANO ST. J. F. H. 7 Z. 1 L., Br. 5 Z. 2 L.

Strada, Vespasiano.

.5) Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde in den Armen, wie dieses einen Vogel hält. Links unten: VESP. S. F., rechts: Scipio Cornelianus fecit. H. 4 Z. 8 L. mit 3 L. Rand, Br. 3 Z. 9 L.

  1. Die heil. Jungfrau im Kniestück mit dem Kinde, welches mit der Linken einen Vogel emporhält. In jeder der vier Ecken ist ein Cherubimkopf. Rechts: Vespasiano Strada fecit., links: Nic. van Aelst fecit. H. 5 Z. 7 L., Br. 4Z. 3 L.

  2. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Halbmonde sie- hend, mit einer Glorie von Engeln. Links: Vespasiano Strada fecit, rechts: Nic. van Aelst fecit. H. 7 Z., Br. 4Z. 6 L.,

  3. b. Die heil. Jungfrau mit dem Jesuskinde in den Armen auf der Weltkugel stehend. Der kleine Heiland zerdrückt die Schlange. Jesu seltenes Blatt kennt Bartsch nicht. Im Cataloq; der Spekter'schen Sammlung ist es beschrieben. auch fol.

  4. Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde, welches in ihrem Schoosse steht, und einen Vogel hält. Unten links: VESP S. F. H. 7 Z., Br. 5 Z. 2 L.

  5. Die heil. Jungfrau auf Wolken sitzend mit dem Kinde auf dem Schoosse, welches eine Rose hält. In jeder der oberen Ecken steht ein Cherubim. Links unten: VESP. STRA., F. H. 7 Z., Br. 5 Z. 2 L.

  6. Die heil. Jungfrau auf dem Halbmonde stehend von zwei Engeln in der Glorie unterstützt. In jeder der oberen Ecken drei Cherubim. Links unten: VESPASIANO STRADA F. H. 7 Z. 1 L., Br. 5 Z. 3 L.

  7. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf Wolken sitzend in einer Glorie. Das Kind legt den rechten Arm um den Hals der Mutter, und rechts und links oben in den Ecken ist ein Cherubimskopf. Ohne Zeichen. H. 7 Z., Br. 5 Z. 3 L.

  8. Dieselbe Darstellung von der Gegenseite, und mit Verände- rungen im Grunde. Oben erscheint eine Glorie von vielen Engeln, und darunter zwei mit gekreuzten Armen in An- betung. Links unten: VESPASIANVS. S. F. In derselben Grösse.

  9. Die heil. Familie. Maria sitzt am Fusse eines Baumes und säugt das Kind. Joseph mit dem Stocke sitzt ihr zur Linken, und von der anderen Seite kommt Johannes mit Früch- ten herbei. Diese Composition ist von Strada, ob auch die Radierung ist unbestimmt. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. 8 L.

  10. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen zwischen St. Joseph und St. Lucia sitzend. Sie legt die rechte Hand auf die halbe Figur des kleinen Johannes. In Parmesanos Manier radirt. Rechts unten: Vespasiano Strada fecit, Nic. van Aelst fecit. H. 5 Z. 7 L., Br. 4 Z. 2 L.

  11. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse in einer Landschaft sitzend, wie dieses den kleinen Johannes umsäumt. Rechts unten: VESPASIANVS. S. F. Im Rande: Scipio Cornelianus fecit. H. 8 Z. mit 3 L. Rand, Br. 5 Z. 8 L.

  12. Die Vermählung der heil. Catharina. Maria sitzt rechts mit dem Kinde, welches der vor ihm knienden Catharina den Ring an den Finger steckt. St. Joseph steht hinter der heil. Jungfrau. Links oben ist eine Engelglorie, und rechts unten steht: VESPASIANO STRADA F., links: Nic. van Aelst fecit.

A0) b. Die Verlobung der heil. Catharina. Eine solche Darstellung wird im Cataloge des Prof. Schildener, Lpz. 1845, als ein dem Verfasser des Peintre-graveur unbekannt gebliebenes Blatt bezeichnet, welches sehr selten vorkommt, qu. 4.

  1. St. Catharina betet kniend das Jesuskind an. Die heil. Jungfrau sitzt mit diesem links auf einer Wolke, und darüber breitet sich die Engelglorie aus. Rechts ist eine Säule, an welcher ein Vorhang befestiget ist. Links unten; Vespasiano, St. J. F., im Rande: Anno Domini 1505 S. Catharina. — Juans Orlandi a pasquino für. H. 8 Z. 4 L. mit 4 L. Rand, Br. 6 Z. 6 L.

I. Vor der Inschrift im Rande. II. Mit derselben.

  1. St. Hieronymus in der Grotte schreibend, und zu seinen Füßen der Löwe. Rechts vorn ist der Todtenkopf und der Cardinalshut, und links unten steht die Adresse: Nico. van Aelst für. H. 4 Z. 4 L., Br. 5 Z. 6 L. Einige schreiben die Erfindung dem G. Reni zu, Bartsch aber erklärt Composition und Radirung für Strada's Werk.

  2. St. Hieronymus in der Wüste vor dem Crucifixe betend, halbe Figur im Profil nach rechts. Er richtet die linke Hand gegen die Brust. Im Grunde links ist ein Felsen und ein Baum mit zwei großen Ästen, wovon der Eine über das Haupt des Heiligen reicht. Ohne Namen. H. 6 Z. 8 L., Br. 4 Z. 11 L.

  3. Die Stigmatisation des heil. Franz. Er empfängt sitzend die Wundmale, während sein Begleiter links sitzt und im Buche liest. Rechts unten: V. S. J. F. H. 7 Z., Br. 5 Z. 3 L.

  4. St. Franz mit dem Crucifixe an der Brust, halbe Figur nach rechts. Im unteren Rande: Crux fuit in Terris etc. Ohne Namen, und eines der geringeren Blätter des Meisters, wenn es wirklich von ihm ist. H. 7 Z. mit 0 L. Rand, Br. 5 Z. 4 L.;

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