Strack, Johann Heinrich, Architekt , geb. zu Bückeburg 1800
wurde von seinem Vater, dem Prof. W. Strack in der Zeichen- kunst unterrichtet, und fasste schon frühe eine besondere Vorliebe für die Architektur. Seine höheren Studien begann er unter Schinkel in Berlin , welcher ihn bald zu seinen vorzüglichsten Schülern zählte. Im Jahre 1834 reiste er nach Italien , um in Rom die Ueberreste der klassischen Baukunst zu studiren, und nach seiner Rückkehr lieferte er in zahlreichen Plänen und Entwürfen eben so viele Beweise, dass er jeder Aufgabe zu entsprechen ver- mag. Im Jahre 1841 wurde er Professor an der k. Akademie in Berlin, und übernahm da nach dem Vorgange Schinkel's, und als ruhmvoller Verbreiter der Lehre desselben, eine Schule, welche Erst und Solidität der Composition mit feinem Sinn in der Ausfüh- rung des Einzelnen und mit geschmackvollem Vortrage zu verbinden weiss. Zahlreiche architektonische Entwürfe nach seinen Aufgaben und unter seiner Leitung von Schülern gefertigt, liefern die rühm. lichsten Beweise der Tüchtigkeit dieser Schule, deren Wirksamkeit über das Gesammtgebiet der Technik sich verbreitet. Strack ist auch Lehrer der k. vereinigten Artillerie- und Ingenieur-Schule, und durch seine Zeichnungen für die k. Eisengiesserei, und die von ihm und Stüler gefertigten Vorlegeblätter für Möbel-Tischler, die von 1835 an in vier Heften auf 24 Blättern, zum Theil in Far- bendruck, erschienen, wirkte er auch auf dieses Fach wohlthätig ein, so wie überhaupt seit Schinkel in Berlin die artistischen Werk- stätten zu grosser Veredlung gelangt sind. Doch ist Strack nicht allein als Lehrer zu rühmen, er lieferte auch viele Pläne zu Kir- chen, Prachtgebäuden, Palästen und Wohnhäusern, und als Hof- Architekt ward ihm auf mannigfaltige Weise Gelegenheit zur Aus- übung seiner Kunst gegeben. Mehrere seiner Entwürfe sind durch das architektonische Album des preussischen Architekten-Vereins bekannt, an dessen Redaktion Strack u. a. Künstler Theil haben. Es erschien von 1857 an zu Potsdam, und enthält bis jetzt in 10 Heften eine treffliche Sammlung von Bauentwürfen. Sehr zahl- reich sind auch seine malerisch-architektonischen Zeichnungen, deren die meisten in frühere Zeit fallen. Viele derselben sind durch lithographische Nachbildungen bekannt, unter dem Titel: Architektonische Denkmäler der Mark Brandenburg. In maleri- schen Ansichten aufgenommen von J. H. Strack und F. E. Meyer- heim. Nebst Text von Dr. F. Kugler. Dieses Werk erschien zu Berlin von 1854 an in Lieferungen zu 5 Blättern, gr. fol., und kann der Reichhaltigkeit des Gegenstandes wegen noch immer Zuwachs erhalten. Im Jahre 1842 beschäftigte ihn die Herausgabe eines Werkes über das griechische Theater, welches durch Zusammen-
stellung der sämmtlichen erhaltenen Reste die bemerkenswerthesten Resultate für die Einrichtung der Theater im Allgemeinen, und vornämlich für die Einrichtung der Scenengebäude enthält. Dieser Werk erschien 1843 zu Potsdam, unter dem Titel: Das altgriechi- sche Theatergebäude, nach sämmtlichen bekannten Ueberresten dar- gestellt auf neun Tafeln in Kupferstichen und Lithographien mit 4un, fol. Der Text ist 4. Unter seinen neueren Plänen er-
Professor Strack ist Mitglied der Akademie zu Berlin, des Institute of British Architects, des Instituto archeologico in Rom, u. s. w.
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