Stolker, Jan, Maler und Kupferstecher , wurde 1724 zu Amsterdam geboren, und von J. M. Quinkhard unterrichtet, unter dessen Leitung er solche Fortschritte machte, dass er schon als junger Mann vor drei und zwanzig Jahren zu den besten damaligen Bildnismalern gezählt wurde. Nach einiger Zeit vermählte er sich mit Gertrud van der Kruif, und liess sich im Haag nieder, wo er mehrere Bild nisse und Familienstücke malte, so wie später in Rotterdam, wo man im Wijnkoopers Gildehuis ein grosses Gemälde von ihm sieht, welches die Vorsteher dieser Gild vorstellt. Dann malte er die Bildnisse der kunstliebenden Gebrüder Bisschop, und jenes des Predigers Petrus van Eelde. In Rotterdam etablirte er auch eine Tapetenfabrik, in welcher er längere Zeit mehrere Personen be schäftigte, die nach seinen Zeichnungen und unter seiner Mitwir kung arbeiteten. Unter seinen Genrebildern rühmt die Geschichte der vaderlandsehe Schilderkunst door R. van Eynden II. ins besonders ein 27 Z. hohes und 101 Z. breites Gemälde, weld durch ein offenes Fenster in ein altes holländisches Bürgerhus blicken lässt, in welchem sich drei Personen in alter Tracht zeige n: eine alte Frau, welche dem weinenden Knaben zuspricht, währe nd ihn ein Mädchen auslacht. Um das Fenster rankt sich eine Wein trebe. Zwei schöne Bilder stellen einen Jäger und einen Fischer neben zwei Einsiedlern dar. In seinem Nachlasse waren auch noch mehrere andere Bilder, und darunter eine Sammlung von Bildnissen oberdeutscher Maler, in der Weise jener Porträts bei handelt, in welchen A. van Halen holländische Dichter feierte. Man kennt diese Sammlung unter dem Namen Panopticon Bild sammlung. Von 1774 an lieferte Stolker gewöhnlich nur Zeichnun gen in Farben und Tusche, die in den ansehnlichsten Sammlungen ei nen Stellen fanden, da sie meisterhaft behandelt sind. Das Bildniss des Malers Gerh. Dow, in Aquarell aus geführt, wurde 1810 aus der Sammlung des D. de Jongh zu Rotterdam um 100 Gulden verkauft, und jenes des Rembrandt in Tusche mit 50 Gulden bezahlt. Nach diesen beiden Meistern zeichnete Stolker auch noch andere Bilder, worunter die berühmte Kraamkamer von Dow bei der Auktion der Sammlung de Jongh's 50 Gulden galt. Dann fertigte Stolker auch Zeichnungen nach Bildern von F. Hals, G. Schalkens, J. Steen, A. van Ostade, van Brekelenkamp u. a., wonach er 56 in Schwarzkunstblätter ausführte. Er copirte auch mehrere Bilder berühmter Meister in Öel, und diese Nachahmungen werden ebenfalls sehr schön befunden. Stolker gehört überhaupt zu den tüch tigsteu Künstlern seiner Zeit, besonders als Zeichner. Er starb zu Rotterdam 1785. Im folgenden Jahre wurde sein Kunsts t Nachlass catalogisirt und verkauft. Im Cataloge sind neben 19 Ö lgemälden und 155 Künstlerporträten 140 Zeichnungen von ihm ge schrieben, theils in Farben, theils in Tusche, meistens nach Ge bilden berühmter Meister. Es finden sich indessen auch Zeichnun gen mit Compositionen von Stolker's Erfindung, welche aber in Um.
Stolker radirte auch in Kupfer; die Blätter dieser Art belaufen sich aber nur auf fünf, wie R. von Eynden behauptet, ohne sie näher zu bezeichnen. Dann lieferte er auch viele Blätter in schwar- zer Manier, die er meistens mit dem Namen des N. Verkolje be- zeichnete, wie Graf Laborde (Hist. de la gravure en manière noire, Paris 1830 p. 105) behauptet. P. A. Wackerdock stach nach ihm das Bildniss des Bildhauers Doubbelens, und die Büste eines jun- gen Bauern mit schief gestelltem Hut;
Radirungen.
Bildniss eines Mannes, halbe Figur in 3/4 Ansicht nach links, mit einem grossen Hut, und einer Papierrolle in der Rech- ten. Er hat gelockte Haare, einen langen Bart und eine Krause um den Hals. Links in halber Höhe: J. S.. Oval, H. 4 Z. 10 L., Br. 5 Z. 9 L.
Eine Frau in 3/4 Ansicht nach rechts gerichtet, in den Haaren drei schlangenförmige Tressen. Links unten: Fr. de Myn- pinx., rechts: J. Stolk. fec. H. 7 Z. 8 L., Br. 6 Z. 2 L.
Büste eines Bauers, fast en face, nur etwas nach rechts ge- wendet, mit schmerzlicher Miene, Er trägt eine Mütze und einen Rock, der Hals und Hemd sichtbar lässt. Rechts in halber Höhe des Grundes: J. Stolk, Oval, H. 4 Z. 2 L., Br. 3 Z. 6 L.
Ein lesender Alter, nach Ostade. J. Stolker fec., 8.
Es gibt Abdrücke vor der Schrift.
Blätter in schwarzer Manier.
Petrus van Eelde, Prediger in Rotterdam, nach dem Gemälde Stolker's, kl. fol.
J. de Mosscher, Maler, nach J. de Ravesteyn, kl. fol.
Bauern in der Schenke, vorn die trinkende Wirthin, im Mittelgrunde Triktrakspieler. J. Steen pinx. J. Stolker Fe- cit. S. Cruys Excud. Schönes und geistreiches Blatt, aber selten. H. 10 Z. 4 L., Br. 13 Z. 7 L.
Die Lautenspielerin und der taktschlagende Lehrer, nach G. Terburg, fol.
Der Sänger, nach Ostade, fol.
Die Grossmutter, nach Rembrandt. J. Stolker fec. et exc., 4.
Die Gemüsehändlerin, nach Q. Brekelenkamp, mit der Ad- resse von S. Cruys, kl. 4.
Büste einer Matrone in schwarzer Haube am Tische, auf welchem Rüben und verschiedenes Gemüse liegt. Brecke- lenkamp pinx, J. Stolker fec. Cruys exc. Seltenes Blätt- chen, 12.
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