Stohl, Michael

Stohl, Michael, Maler und Lithograph, wurde 1814 zu Wien ge- boren, und von seinem Bruder Franz in der Zeichenkunst unter- richtet, da er schon frühzeitig ein bedeutendes Talent zur bildenden Kunst verrieth. Hierauf wurde er Schüler des rühmlichst bekannten Historienmalers Ludwig Ferdinand Schnorr von Carols- feld und der k. k. Akademie der Künste, wo Stohl 1831 den Preis der Zeichnung nach der Antike gewann. Hierauf malte er im Jahre 1832 den hl. Aegidius in die Gruftcapelle der Fürsten Schwar- zenberg, in welchem sich ein nicht gewöhnliches Talent für das Fach der Historienmalerei kund gibt. Aus Mangel an Beschäftig- ung in diesem Zweige, und um einen Erwerb zu finden, liess Franz Stohl die Ahnenbilder des Hauses Schwarzenberg durch ihn lithographiren, deren wir im Artikel desselben erwähnt haben. Hierauf arbeitete er im Fache der Lithographie Vieles für den geübten Portraitzeichner Kriehuber in Wien , und im Jahre 1830 folgte er dem Rufe des kunstsinnigen k. belgischen Consuls von Craigher nach Triest, wo selbst sich auch der in der Malerei ausgezeichnete Kunstfreund Johann Graf von Waldstein seiner an- nahm. Durch gelungene Porträts in Aquarell, wie jene der k. Familie Bourbon zu Görz, der Herzogin von Litta in Mailand etc., machte er Aufsehen, und gewann sich die Achtung und Freund- schaft mehrerer der bedeutendsten italienischen Maler, welche ihn theils zu Triest , theils zu Mailand kennen lernten. Im Jahre 1842 ging er nach Aufforderung seines Freundes Werner, des berühmten Aquarellmalers, nach Rom, wo er mit den Malern Riedl, Pollack, Hottenroth, Carl Meyer, Rahl u. a. in dem freund- schaftlichsten Verhältnisse lebte, und Vieles malte. Auch in Neapel hielt sich Stohl einige Zeit auf. In Rom malte er die Bildnisse der Großfürstin Maria von Russland und ihres Gemahls, des Her- zogs von Leuchtenberg, so wie jene der großfürstlichen Kinder, womit er solchen Beifall erwarb, dass ihm der Kaiser Nicolaus von Russland bei seiner letzten Anwesenheit in Rom eine werth- volle goldene Uhr überreichen ließ. An diese Werke reihen wir jetzt mehrere Lithographien, die als solche zu den schönsten Er- zeugnissen ihrer Art gehören,

  1. Christus am Kreuze. Vater! in deine Hände etc., nach L. Kupplwieser's Gemälde beim Fürsten von Lichtenstein, für das Werk: Christliches Kunststreben in der Oesterreichischen Monarchie, Prag 1839, roy. fol.

  2. Christus am Oelberge. Wachet und betet! etc., nach L. F. Schnorr von Carolsfeld, für dasselbe Werk lithographirt. Prag 1840, roy. fol.

  3. Die hl. Ludmilla, Herzogin von Böhmen, mit ihrem Enkel, dem hl. Wenzel, dem Gottesdienste beiwohnend, nach Thadlik's Bild bei H. von Vaith, für das Werk: Christli- ches Kunststreben in der Oesterreich'schen Monarchie. Prag 1830, roy. fol.

  4. Die hl. Gudula von Dämonen gequält auf dem Wege nach

  5. Ahnensaal der Fürsten zu Schwarzenberg, nach den Zeich- nungen des Franz Stohl, mit Text von A. Beck 1838, fol.

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