Stirnbrand. — Stirnbrand, Franz. Portraitmaler, geb. zu Tuttlingen 1706, ver- lebte seine Jugend unter den ungünstigsten Verhältnissen, aber ohne irgend eine Anleitung trieb ihn das Talent zur Malerei, und in kurzer Zeit erwarben sich seine Arbeiten vollen Beifall. Der Schauplatz seiner Thätigkeit blieb jetzt Stuttgart , wo er 1820 durch das Bildniss der verstorbenen Königin Catharina Paulowna, wel- ches er nach der Büste Dannecker's und aus der Erinnerung ge- malt hatte, auch die Aufmerksamkeit des Hofes auf sich zog, da es ihm so wohl gelang, dass er das Bild unglaublich oft wieder- holen musste. Viele andere Bildnisse lebender Personen zeigten noch auffallender sein Talent zur lebensvollen individuellen Auf- fassung. Vorzüglich gelungen sind ihm 1821 die Bildnisse der verwittweten Königin von Württemberg im Kniestück, und jene der beiden Töchter des Prinzen Paul von Württemberg, in zwei sehr sinnig und naïv ausgeführten Bildern mit sorgfältig vollendeten Beiwerken. Die Zahl seiner Gemälde vermehrte sich von Jahr zu Jahr um ein Bedeutendes, und wenn in seiner früheren Zeit die Ausführung etwas trocken erscheint, so nahmen die folgenden Werke an Wärme und Lebensfrische immer mehr zu. Stirnbrand gehört seit vielen Jahren zu den ausgezeichnetsten Bildnissmalern der neueren Schule. Er lieferte wahre Meisterwerke ihrer Art, wenn conventionelle Rücksichten und Forderungen ihm freien Spiel- raum liessen. In seinen Bildern wirkt die Form, scharf bezeich- neter Ausdruck, glückliche Anordnung, Stimmung u. s. w. so gün- stig zusammen, dass viele seiner Arbeiten classischen Werth be- halten. Dann malte er auch Idealköpfe und Costümfiguren. Unter letzteren nennen wir besonders vier Gemälde mit schwäbischen Landmädchen in Nationaltracht, unter welchen er die Jahreszeiten
Stinius, nennt sich der Maler eines Bildes des Evangelisten Johannes in der Gallerie Lichtenstein zu Wien. Es ist in Färbung und Ausdruck eines Rubens oder Van Dyck würdig.
Lobbe, H., Maler zu Düsseldorf, wurde um 1812 geboren, und an der Akademie der genannten Stadt herangebildet. Es finden sich schöne Genrebilder und Portraite von seiner Hand. Erstere enthalten nur wenige Figuren, öfter mit Blumenstaffage und Archi- tektur.
Lobwasser, Gustav, Maler von Berlin, stand um 1835 unter Leitung des Professors Wach, und begab sich später zur weiteren Ausbildung nach Düsseldorf, wo er in kurzer Zeit bedeutende Fortschritte machte. Es finden sich Genrebilder von seiner Hand, die grosse technische Meisterschaft und einen geschmackvollen Vortrag beurkunden. Auch schöne Bildnisse malt dieser Künstler.
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