Stimmer, Tobias, Maler und Formschneider , wurde 1534 zu Schaff- hausen geboren, und vielleicht unter ungünstigen Verhältnissen zum Künstler herangebildet, da er erst in seinen männlichen Jah- ren auf dem Schauplatze erscheint. Er verzierte anfangs nur die Aussenseite von Häusern, theils in seiner Geburtsstadt, theils in Frankfurt und Strassburg . Er malte an diesen Darstellungen aus der biblischen und römischen Geschichte auf Mörtel. Sandrart, der in Stimmer einen Künstler von Phantasie und historischer Bildung erkannte, rühmt besonders eine Darstellung des Marcus Curtius an einem Hause zu Schaffhausen, und er bemerkt, es seyen vor diesem Bilde die Leute fast zur Flucht angetrieben wor- den, indem das Pferd herabzuspringen schien. Sandrart glaubte, das Lob des Meisters werde dauern, so lange die Welt stehe. Von der Schönheit seiner Arbeiten eingenommen berief ihn der Markgraf von Baden an seinen Hof, um die Bildnisse seiner Vor- fahren in Oel zu malen, und in diesen Gemälden offenbarte Stim- mer ein reiches Talent. Er gab diesen Gestalten lebendige Stel- lungen, zeichnete alles genau und stellte die Harnische und Ge- wänder mit glänzenden Farben dar. Man glaubte das Leben selbst zu sehen. Auch in der 1835 zerstreuten Sammlung des Dekan Veith zu Schaffhausen waren drei Bildnisse in Oel von Stimmer, worunter jenes der Frau des Künstlers sehr zierlich im Kleinen gemalt ist. Ein grösseres Bild stellt einen Staatsmann, Namens eyer vor, und ein kleines Bild auf Kupfer den Paul Wickmann als Knabe von neun Jahren, fast Kniestück, in eleganter Kleidung am Tische stehend, auf dessen rothem Teppich Schreibzeug, Feder und Buch liegt. Mit der einen Hand hält er einen geschmückten Hut. In der genannten Sammlung des Dekan Veith waren auch viele Zeichnungen von Stimmer *), die meisten mit der Feder und in Tusch ausgeführt, gewöhnlich mit Weiß gehoben. In Farben sind nur etliche behandelt. Darunter ist eine merkwürdige Folge von rosen Blättern mit sitzenden weiblichen Figuren mit Blas- und Saiteninstrumenten, neben Männern, die dasselbe Instrument spielen oder zuhören. Die Blätter sind mit schönen Einfassungen versehen, in Tusch ausgeführt und etwas gefärbt. Sie haben das Zeichen CSM. mit der Jahrzahl 1582. Dieses Monogramm, welches bei Brulliot nicht vorkommt, bedeutet wahrscheinlich Stimmer und Christoph Maurer. Letzterer war Stimmer's Schüler und Gehülfe, welcher mehrere Zeichnungen zu den in Holz geschnittenen Folgen des Meisters lieferte. Sie verbanden öfters ihre Monogramme, und theilten das S so ab, dass es mit dem T als ST »Stimmer» und auch als C mit dem M »Christoph Maurer» bedeutet. Das
*) Den Catalog fertigte Rud. Weigel. Leipzig 1835.
Von den oben genannten namhaften und den anonymen Mei- stern wurde sicher ein großer Theil der vielen Zeichnungen Stim- mers in Holz geschnitten, diesen selbst aber will Bartsch von den Formschneidern ausgeschlossen wissen, weil er glaubt, die alten Maler hätten nur gemalt und gezeichnet, und sich mit der lang- samen Technik des Holzschnittes nicht befasst. Diese Ansicht haben später auch mehrere andere getheilt, in letzter Zeit haben aber B. v. Rumohr, Umbreit u. a. die Sache in ein helleres Licht gestellt, und jetzt ist die Zahl derjenigen, welche an keine Original- Holzschnitte der Maler glauben, bei weitem die geringere. Und somit hat jetzt auch Stimmer auf eigenhändige Formschnitte Anspruch, welches ihm von Bartsch u. a. nicht gestattet wurde. Eine Auswahl ist aber noch nicht getroffen; man wird jedoch wenig irren, wenn man unter diesen Blättern nach solchen sucht, welche den Geist und die zeichnende Hand des Meisters am unzweideu- tigsten kund geben. Bartsch 1. c. 335 ff. umfasst in 66 Numern
die Holzschnitte von und nach diesem Meister, dieses Verzeich- niss bedurfte aber mehrerer Zusätze.
Das Todesjahr dieses Meisters ist nicht bekannt. Im Jahre 1604 muss er schon längere Zeit todt gewesen seyn. Die aus der Sammlung des Dekan Veith stammenden vier Zeichnungen, welche Darstellungen aus der Geschichte der Königstochter von Salomo und Hug. Dietrich's aus Griechenland enthalten, kön- nen nur aus der Schule des T. Stimmer stammen. Auf dem Titel der zweiten Auflage der jagdbaren Thiere von 1605, heisst es, dass Weyland T. Stimmer und Ch. Maurer die Zeich- nungen gefertigt haben. Jedenfalls ist aber der Künstler später gestorben, als man gewöhnlich annimmt. Doch kann die Zeich- nung der Sammlung Veith von 1597 kaum mehr von ihm her- rühren. Sie stellt den Heiland zwischen den Schächern am Kreuze dar, daneben Moses mit dem Schlangenkreuze, und Abraham beim Opfer vom Volke umgeben. Umriss, roy. fol. Nach der
Radirungen.
Wir finden dem Tobias Stimmer nur zwei Arbeiten auf Kupfer- beigelegt, zuerst eine wahrscheinlich von ihm radirte Darstellung der Versuchung des hl. Anton. Er kniet links vor dem Crucifixe, von verschiedenen Thieren und grotesken Figuren umgeben. Sein Kopf ist nach rechts gewendet, wo ein nacktes Weib steht, wel- ches die linke Hand auf die Brust legt. Im Grunde ist ein Thurm, und rechts unten am Steine steht: St. F. Im Rande liest man: Multo Tribvlationes Custorum De Omnibus His Liberabit Eos Domi- nus. H. 5 Z. 4 L., Br. 4 Z. 3 L., Rand 2 L.
In Hirsching's Nachrichten von Kunst-Sammlungen VI. 21. wird ihm ein zweites Blatt beigelegt, welches Christus vor Pilatus vorstellt. . .
Holzschnitte.
In unserm Verzeichnisse sind die Nummern des Peintre-graveur von Bartsch in (). Wo dieser Einschluss fehlt, handelt es sich von einem Werke, welches Bartsch nicht kannte. Das folgende Verzeichniss ist reicher, als jenes bei Bartsch, denn es enthält in 52 Nummern mehr als 400 Darstellungen.
Portraite,
Johannes Frisius Tigurinus aetatis suae L X. MDLXIIII. Brustbild. nach rechts im verzierten Oval mit vier Genien. Oben das Monogramm. H. 4 Z. 6 L., Br. 3 Z. 6 L.,
Vera efligies clar. viri Joannis Sturmii., Natus anno 1507 cal. Octobris. Sculptus anno 1570. Halbe Figur in allegori- scher Einfassung. Ohne Zeichen, und schönes Blatt, fol.
J. ab Heyden hat das Bildniss Sturm's nach Stimmer in Kupfer gestochen.
- Melchior Newsidler aet. suae XXVIIII. Lautenspieler und Componist. Schönes Blatt, ohne Zeichen, Durchmesser
4 Z. 7 L.
- Stephan Brechtl, Arithmeticus. Diess ist jenes Blatt, wel- ches Bartsch Nro. 8 beschreibt. Er nennt es Portrait eines Gelehrten mit langem Barte, der ein Buch in den Händen hält. Halbe Figur in 3 Ansicht nach rechts. Links ist das Zeichen Stimmer's, rechts jenes des Formschneiders. H. 6 Z. 7 L., Br. 4 Z. 7 L.,
Dieses Bildniss, in ganzer Figur, hat ein Ungenannter
gestochen, 8.
Justus Goblerus, halbe Figur in 3 Ansicht, mit einer Kette um den Hals 1550, 8.
Johannes Rantzonius. Oval mit allegorischen Figuren: Mi- nerva, Apollo etc. Unten 28 lateinische Verse, 8.
Johannes Planerius Quintianus Doctor, kleines Oval mit zwei Engeln. 8 4
G. Costeley, in seinem 39sten Jahre dargestellt, kleines Bild- niss von den neun Musen umgeben.
Bildniss eines alten Mannes im Mantel mit Fransen. Der Kopf ist mit einer Mütze bedeckt und die Rechte stützt er auf ein Buch. Oval.
Bildniss eines Mannes in halber Figur, mit einer goldenen Kette um den Hals. Oval.
(B. 7.) Bildniss eines alten Dr. Theologiae, halbe Figur, fast en face. Links unten im Rande ist das Zeichen Stim- mers, rechts jenes des Formschneiders, H. 1 Z. 2 L.? Br. 3 L. Rand 4 Z.?
Accuratae effigies pontificum max. numero XXVIII, etc. Ab Onuphrio Panvino. Eigentliche und wolgedenkenswürdige Contrafeytungen oder Antlitzgestaltungen der Röm. Päbste, an der Zahl 28. — Künstlich abgavfallet. — Teutsch beschrieben von J. Fischaert. Argentorati — M.D.LXVI, Gedruckt zu Strassburg durch Bernhard Jobin etc., fol.
Die schönen Holzschnitte dieses auch wegen der Vorrede von B. Jobin sehr merkwürdigen Buches sind nach und von Tob. Stimmer und Gehülfen, z. B. Christ. Stimmer, T. Gwerin, B. Jobin. Jobin sagt in der Vorrede, dass sein lieber Gevatter Tobias Stimmer nicht bloss durch mannigfaltiges und kunst- reiches Malwerk, sondern auch durch die »gegenwärtige eigentliche Contrafeytungen und Ebenbildungen der Römt- schen Päbste» seine Runst darthue. Die Bildnisse sind jenen, welche 1570 zu Rom mit des Panvinus Text erschienen, nur frei nachgebildet, und B. v. Rumohr (Zur Gesch. und Theo- rie der Formschneidekunst, Lpz. 1837 S. 39) meint daher, Jobin habe hier den Stimmer nur als Formschneider genannt, von dem wenigstens die gelstreich behandelten Köpfe der späteren Päbste herrühren.
Pauli Jovii Vitae illustrium virorum tomis duobus compre- hensae et propriis imaginibus illust. Cum Rebus et vitis Imp. Turcarum. Mit vielen Bildnissen in allegorischer Um- gebung. Basil. 1578, fol.
Pauli Jovii Novocomensis Episcopi Nucerini Elogia virorum bellica virtute illustrium, VII libris jam olim ab autore con- rehensa, et nunc ex ejusdem' museo ad vivum expressis imaginibus exornata, opera et studio Petri Pernae typographi Basıl. 1575, fol.
Dieses Werk enthält 134 Holzschnitte mit Einfassungen. Im Jahre 1578 erschien eine neue Auflage, unter dem Titel: Musei Joviani imagines artifice manu ad vivum expressae,
- nec minori industria Theob. Mülleri Marpurgensis Musis illustratae; ex oflicina Petri Pernae 1578. Diese Ausgabe hat um einige Porträts mehr, als die erste, doch sind die Abdrücke nicht so schön, und mehrere scheinen Copien zu seyn. Die Elogien sind kürzer. Apin (Anleitung Bildnisse zu sammeln S. 122) spricht auch von einer Ausgabe in 4., ex Museo Val. Thilonis et Theob. Mülleri, ohne Ort und Jahr.
- Icones heroum Bellica virtute max. illust. Nempe, Reg. VII Dan., Suec. et Norvag. etc., Ex antiq. Com. Oldenburg. Sulp. Oriund. etc. Elog. illust. a Val. Thilone Ligio tunc Joviani Mus. Her. alig. aiconibus auct. et Musis illustr. Mit 149 Holzschnitten von Stimmer in Einfassungen. Basil. typis Conr. Waldkirchii 1589, 4.
Dieselben schönen Bildnisse mit Einfassungen kommen auch in folgendem Werke vor: Mich. Beuther's warhafftiger kurtzer Bericht von mannigerley Kriegs und anderen Händ- eln etc. Basel 1588, fol.
Der Titel besagt, dass P. Jovius die Porträts der Für- sten und Herren gesammelt, und sie in seiner Bibliothek aufgestellt habe. Zur Ausschmückung der Kriegsgeschichte von Beuther wurden die Bildnisse von Stimmer genommen.
- (B. 65.) Contrafacturbuch. Durch Christophorum Reusnerum. 1 Strassburg 1587 bei B. Jobin. Dieses Werk enthält 103 Blätter, die nach der Vorrede von Ch. Maurer und T. Stim- mer gezeichnet sind. Die Holzschnitte sind alle ohne Zei- chen, und somit ist es schwer zu bestimmen, welche von T. Stimmer selbst herrühren. H. 3 Z. 9 L., Br. 2 Z. 11 L.
Es gibt auch lateinische Ausgaben:
Icones sive imagines virorum litteris illustrium, quorum fide et doctrina relig. et bon. lit. studia, nostra patrumque memoria, in Germania praesertim, in integra sunt restituta. C. Elogiis. Recensente Nicolao Reusnero. Cur. B. Jobino
- Argentorati 1587. Mit 103 Blättern, 8.
Icones sive Imagines vivae etc. Cum Elogis var. per Nic. Reusnerum, Mit 911 Bildnissen. Basil. Valckirch 1580, 8.
Icones sive Imagines. etc. Cum Elogiis, Ex secunda re- cognicione N. Reusneri. Cur. B. Jobino. Mit 100 Holz- schnitten, Argent. 1580, 8.
Icones sive Imagines viror. lit. illust. qui seculo XV prae- sertim — — claruere, Olim a T. Stimmero pict. ad viv. expressae etc. Iterum recusa cura et impensis C. A. Z. Mit 89 Bildnissen. Francof. ad M. 1719, 8.
Biblische, allegorische und profan -historische Darstellungen, 19) Adam und Eva sitzend unter dem Baume, wie letztere dem Manne von der verbotenen Frucht reicht. Mit dem Zeichen. H. 5 Z. 3 L., Br. 32,09 L. 20) (B. 1.) Die Verkündigung, links unten Stimmer's Zeichen, rechts jenes des Formschneiders C.M. H. 09 2 Z. 2 L., Br. 4 Z. Diess ist wohl jenes Blatt, von welchem Füssly sagt, es sei Stimmer's Meisterstück,
(B. 2.) Die Heimsuchung, ohne Zeichen Stimmer's, rechts unten jenes des Formschneiders MF. In gleicher Grösse.
(B. 3.) Die Geburt Christi, links unten Stimmer's Zeichen, rechts jenes des Formschneiders M L. In gleicher Grösse,
(B. 4.) Die Darstellung im Tempel. Rechts unten Stimmer's Zeichen. In gleicher Grösse.
(B. 5.) Jesus als Knabe im Tempel unter den Schriftgelehr- ten. Rechts unten das Zeichen Stimmer's. In gleicher Grösse,
Biblia sacra veteris et novi Testamenti secundum editionem vulgatam. 3 Tomi. Basil. per Th. Guarinum 1570. gr. 8.
Diess ist die schöne Holzschnittbibel von T. Stimmer, wovon 1578 die vierte Auflage erschien. Siehe Heller's Bei--
Nagler's Künstler-Lex., Bd. XVII. 24
träge I. 100. Die Probedrücke ohne Text auf der Rückseite sind äusserst selten. R. Weigel werthet 28 solcher Blätter auf 6 Thl. 16 gr.
Bartsch erwähnt nur folgendes Werk mit den einzelnen biblischen Abbildungen,
- (B. 62.) Neue künstliche Figuren biblischer Historien, gründ- lich von Tobia Stimmer gerissen etc, Basel bei Thoma Gwarin 1576. Mit 180 Blättern, welche das Zeichen Stim- mer's nicht tragen. Nur auf dreien sind die Formschneider bezeichnet. Die Bilder erscheinen in Einfassungen, und sind ohne diese 2 Z. 2 L. hoch, und 3 Z. 1 L. breit.
Sandrart nennt eine Ausgabe von 1586-
- Novae Tobiae Stimmeri Sacrorum Bibliorum Figurae: Versi- bus latinis et germanicis expositae. Neue Biblische Figuren, durch Tobiam Stimmer gerissen, von ihm selbst und von seinen Gehülfen T. Gwerin und B. Jobin geschnitten. Cum Gratia et Priuile. Caes. Maj. 1590. Getruckt zu Strassburg bei Bernhard Jobin, 4;
Das neue Testament, mit 34 Blättern, erschien schon 1589 bei B. Jobin. »
- (B. 63.) Verschiedene biblische Darstellungen für die lateinische
° Ausgabe der hebräischen Alterthümer des Josephus Flavius, Frankfurt am Main bei Sigm. Feyerabend 1580, fol. Dieses Buch enthält 907 Blätter, wovon 64 nach Stimmer's Zeichnungen geschnitten sind. H. 4 Z., Br. 5 Z. 8 L.
St. Christoph mit dem Jesuskinde auf der Schulter, wie er durch das Meer schreitet, wobei ihm der Eremit leuchtet. Verziertes Oval, mit Zeichen und Jahrzahl 1588, 4.
(B. 6.) Die Gerechtigkeit, oder Allegorie auf die Gesetzge- bung Mosis. Ein Weib mit verbundenen Augen, in der einen Hand die zerbrochene Lanze, in der anderen die Ge- setztafeln haltend. Helldunkel von drei Platten, rechts unten das Zeichen ST. (verschlungen), mit beigefügtem Buchstaben Y. H. 9 Z. 2 L., Br. 6 Z.
Die Fama, in einer verzierten Bordure. Buchdruckerzeichen, mit der Chiffre. H. 4 Z. 6 L., Br. 4 Z.
Nicolai Reusneri avreolorvm emblematvm liber singularis. Tobiae Stimmeri iconibus affabre effictis exornatus. Ad Ser. Princ. D. Huldricum Norvegiae Haeredem etc. Mit 115 Holz- schnitten. Argent. apud Bern., Jobinum. 1591, 8-
Nicolai Reusneri Agalmatvm avreolorvm liber singularis. I, Septem virtutes. II. Septem artes. III. Quatuor artes majores. IV. Novem musae. V. Tres gratiae. VI. Septem planetae. VII. XII. anni tempora ad Ser. Principem D. Joannem, Norue- niae Haeredem —. Argentorati apud Bern. Jobinum. Mit
3 Holzschnitten, nebst Reusner's Portrait und Wappen, -
Die Darstellungen in diesen beiden Büchern erscheinen
in Randleisten mit lateinischen Ueberschriften, und mit lat. und deutschen Unterschriften in Versen.
- (B. 54.) Titus Livius und Lucius Florus, von Ankunft und Ursprung des Römischen Reichs etc. Jetzt und auf das neu aus dem Latein verdeutscht etc. Mit vielen schönen einge- fassten Holzschnitten von T. Stimmer, J. Böttsberger, C Maurer u. a. Gedruckt zu Strassburg durch Theodosium Rihel 1574, dann 1505, fol.
H. der Blätter ohne Einfassung 2 Z. 8 L., Br. 3 Z. 11 L.
- Flavii Josephi, des hochberühmten jüdischen Geschichtschrei- bers Historien und Bücher: Von alten Jüdischen Geschichten u. s. w. Alles aus dem Griechischen Exemplar — — mit höchstem Fleisse von neuen verteuscht und zugerichtet — und schönen Figuren, desgleichen vorhin nie in Truck aus- gangen, geziert. Mit Formschnitten von T. und C. Stim- mer, C. v. Sichem u. A. Getruckt zu Strassburg durch Theo- dosium Rihel 1581. Egesippi des hochberühmten fürtreff.
lichen christlichen Geschichtschreibers fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg. Ebendaselbst, fol. Eine spätere Ausgabe ist von 1587, und eine neue von 1591, fol. 80 8.
- Styliifer navis. — — Olym a claris. viro D. Seb. Brant Jurisconsulto Germanicis rhytmis conscriptus, et per Jacobum Locher Suevum Lat. donatus, nunc vero revisus et elegan- tissimis figuris recens illustratus. Mit 165 Holzschnitten von und nach Stimmer, (H. 10 Z. 10 L., Br. 20 Z. 6 — 8 L.)
Basil. ex offic. Seb. Henricpetri 1572, 80.
Verschiedene andere Scenen,
- (B. 19 — 24) Die Würden und Chargen der römischen Kirche, Folge von 6 Blättern zum Zusammenfügen, nach Stimmer's Zeichnungen von dem Monogrammisten LF. in Holz ge- schnitten. Er setzte manchmal die Jahrzahl 1590 bei. H. 12 Z., Br. 10 Z. 4 — 6 L.
Der Papst mit einem Cardinal und einem Bischof. Links unten das Zeichen.
Ein Abt mit der Papierrolle, ein zweiter Priester mit den Schlüsseln und ein Eremit, Ohne Zeichen,
Drei Ordensmänner, der mittlere mit einem Käppchen. Ohne Zeichen.
Ein Pilger, ein lesender Geistliche und ein Büssender, der sich geißelt. Links unten das Zeichen des Form- schneiders.
Der Priester mit Diacon und Sakristan zur Communion des Kranken gehend. Ohne Zeichen.
- (B. 25 — 30) Die weltlichen Würden und Chargen. Folge von 6 Blättern zum Zusammenfügen, ohne Zeichen, aber wahrscheinlich von der Hand des obigen Meisters L F., und in derselben Grösse.
Der Kaiser, der König und der Herzog.
Drei Prinzen, jener zur Linken mit dem goldenen Vliess.
Drei Herren, jener zur Linken vom Rücken gesehen.
Drei Ritter, der mittlere in voller Rüstung mit dem Stabe,
Drei Männer, anscheinlich der Arzt mit einem Bogen Pa- pier, der Advocat und der Client.
Ein Mann mit dem Hammer, ein Soldat mit der Lanze und ein Händler mit dem Sacke,
- (B. 31 — 36.) Der Bauer und sein Esel; 6 Darstellungen nach einer Anekdote, anscheinlich nach Stimmer von einem Unbekannten in Holz geschnitten, H. 11 Z. 6 L., Br. 10 Z. 6 L.
- Der Bauer hinter dem Esel, welchen sein Junge heftig
schlägt. Ein Bauer und eine Bäuerin scheinen ihnen Vor-
würfe zu machen und sie aufzufordern, eher den Esel zu besteigen, als ihn am Zaume zu führen.
Der Bauer auf dem Esel und der Junge hintendrein. Ein Herr zu Pferd tadelt den Alten, dass er den Buben nach- laufen lasse.
Der Bauer und sein Bube auf dem Esel, von zwei Män- nern getadelt, weil sie das Thier quälen.
Der Bauer und sein Junge tragen den Esel, werden aber von Soldaten verlacht.
Beide auf der Brücke, wie sie den Esel hinab in das Was- ser stürzen, weil sie Niemanden recht thun konnten.
- (B. 9, — 13.) Die Stufenleiter des männlichen Alters, Folge von 5 Blättern nach Stimmer's Zeichnungen von dem Mono- grammisten M B. geschnitten. H. 11 Z. 6 L. Br. 10 Z.
Das Kind auf dem Steckenpferde. 1. Jahr Kindisch. Dabei ein Jüngling mit dem Falken auf der Hand. 20 Jahr Kindisch. Ohne Zeichen.
Ein Mann mit der Pistole. 30. Jahr ein Mann. Ein anderer Mann mit einer Papierrolle. 40. Jahr haus- halten. Mit dem Zeichen.
Ein Mann mit den Handschuhen in der Rechten. 50. Jahr still stehn. Dabei ein Mann mit langem Bart. 60 Jahr gehts alter ihn. Mit dem Zeichen.
Ein Alter steckt den Degen in die Scheide. 70. Jahr ein Greis. Der Achtziger mit dem Stocke. 80. Jahr nimmer weis. Ohne Zeichen.
Ein Alter auf den Stock gestützt. 90. Jahr der Kinder spot. Ein Greis im Sessel. 100. Jahr genad dir Gott.
- (B. 14 — 18.) Das Stufenalter des weiblichen Geschlechtes,
Die Fortsetzung obiger Darstellungen.
Ein Kind mit der Puppe auf dem Boden. Rechts ein Mann mit der Violine, zu dessen Spiel ein Mädchen tanzt,
Jahr Kindischer Art. 20. Jahr ein Jungfrau zart. Ohne Zeichen.
Eine junge Frau mit dem Kinde auf dem Arme. 30 Jahr im haus die Frau. Eine Frau mit zwei Hunden.
Jahr ein Matron genau.
Eine Frau, wie sie die Tochter der spinnenden Grossmut- ter vorstellt. 50. Jahr eine Grossmutter. 60. Jahr dess Alters Schuder. Ohne Zeichen,
Eine Alte mit Gebetbuch, Rosenkranz und Stock, 70 Jahr alt Ungestalt. Eine Alte am Bette sitzend. 80 Jahr, wüst und erkalt. Ohne Zeichen,
Eine alte Frau sitzend, wie ihr ein Kind die Puppe reicht.
Jahr ein Marterbild, 100. Eine Alte vom Tode über- fallen. C. Jahr das Grab ausfüllt.
- (B. 37 — 45.) Die Musikantinnen, Folge von 9 Blättern mit halben Figuren, anscheinlich nach Stimmer's Zeichnungen geschnitten. H. 11 Z. 6 L., Br. 10 Z.
Die Violinspielerin.
Die Guitarspielerin.
Die Lautenspielerin.
Die Flötenspielerin.
Die Pfeiferin.
Das Weib mit der Schalmey.
- (B. 46 — 53.) Der Ball, Folge von 8 Blättern zum Zusammen- fügen, wahrscheinlich nach Stimmer. H. 12 Z. 3 L. Br. circa 10 Z.
Vier sitzende Musikanten, rechts der Bassspieler,
Ein Tänzer mit seiner Dame, die er mit der Rechten er- fasst, während er mit der Linken den Hut hält.
Ein Tänzer mit Wams und kurzem Mantel, neben ihm die Dame.
Ein anderes Paar, der Tänzer mit bloßem Kopfe, und die Dame mit dem Sacktuche in der Rechten.
Der Tänzer mit dem Hute in der Linken, wie er mit der anderen die Dame führt.
Der Tänzer mit seiner Dame nach links hin tanzend, beide vom Rücken gesehen, ersterer den Kopf nach der Tän- zerin wendend.
Ein anderes Paar, ebenfalls vom Rücken gesehen, und beide sich anblickend.
Ein Mann umarmt eine Dame.
- (B. 54 — 61) Die Dorfhochzeit, Folge von acht Blättern zum Zusammenfügen, anscheinlich nach Stimmer's Zeich- nung in Holz geschnitten, H. 12 Z. 3 L., Br. circa 10 Z.
Der Dudelsackpfeifer und der Trompeter.
Der Bauer mit einem jungen Weibe tanzend, indem er ihr den Rücken wendet.
Der Bauer mit einem Blumenkranz auf dem Hute, wie er mit einer jungen Bäuerin tanzt.
Der Bauer hebt seine Tänzerin empor.
Der nach rechts tanzende Bauer mit der Hand auf dem Rücken, nach einer Alten deutend.
Der Bauer seine Tänzerin an der rechten Hand fassend, so dass man sie rechts vom Rücken sieht.
Ein tanzendes Paar vom Rücken gesehen, der Mann nach links, das Weib nach rechts gerichtet.
Der Bauer mit seiner Tänzerin in Umarmung.
Ein altdeutscher Soldat mit gespanntem Pistol in der Hand, neben ihm ein Mann mit kurzem Mantel eine Papierrolle in der Rechten haltend, hinter ihm eine Weinrebe, (Ol.
Ein einzeln stehender Krieger in reicher Uniform.
Ein Liebespaar in einer Laube, angeblich von T. Stim- mer, 12.
Der Titel zu folgendem Werke: Practica eximia atque om- nium aliarum praestantissima. Petri de Ferrarits, 1581.
Das Titelblatt: zu Ferd. Vasque's Traktat von Testament und Erbe. Frankfurt bei Feyerabend 1577. Dieses Bildt stellt Salomon's Urtheil vor.
Neues Jägerbuch: Jacoben von Fouilloux, einer fürnehmen Adelsperson in Frankreich aus Gassin in Poitou. Erst- frisch von neuem aus dem Französischen in gutes Wehr- männisch Teutsch — verteutscht und vertiert, als Anhange Wolffs-Jagt. Johannsen von Clamorgan, Herrn von Sane- mont in welcher begriffen und darthon ist, dass Wolffs Natur u. s. w. Mit 48 schönen Holzschnitten von T. Stim- mer und Ch. Maurer. Gedruckt zu Strassburg durch B. Jobin. 1590, fol.
Folgende Fülle enthält 70 Blätter, nicht 68 wie Bartsch angibt. Ansicht von Strassburg mit der Cathedrale, äusserst fein in Holz geschnitten. Oben rechts Beschreibung in Versen. Ge- stellt auffs einfältigst durch Dan. Speckle und Bernhard Jobin Formschneider zu Strassburg MDLVI. In zwei Blät- tern. H. 20 Z., Br. 14 Z.
Im Cataloge der v. Blücher'schen Sammlung wird diese Ansicht dem gl. Stimmer zugeschrieben, so wie das folgende Bll.
Abbildung der astronomischen kunstreichen, neuerlich durch den Mechanikus Schwilgur hergestellten Uhr nebst Glocken- spiel, im Strassburger Münster. Mit Erklärung in beweg- lichen Lettern zu den Seiten. Da lesen wir neben andern: »Von Thobia Stimmer gemalet« und weiter: »Hat Bernhard Jobin solcher massen Schleichlich das Werk für- malen lassen.« H. 14 Z. 2 L., Br. 7 Z. 10 L.
Dieses sehr seltene Blatt erklärt R. Weigel Cat. Nro. 12719 als Original-Holzschnitt,
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