Stier, Gustav Wilhelm, Architekt und Professor der Baukunst in Berlin , ein streng wissenschaftlich gebildeter Künstler, begann seine Studien an der Akademie der genannten Stadt, und begab sich dann mit den berühmten Architekten Hittorf und Zanth nach Italien , wo diese Künstler von 1825—25 wichtige Studien machten, besonders in Sicilien, bei den Untersuchungen über die Architektur dieses Landes. Dadurch, und durch das genaue Studium der classischen Werke der römischen Kaiserzeit und jener der italienischen Köp- fenhäupter des 16. Jahrhunderts, wurde es ihm möglich, nach allen Richtungen hin in das Wesen seiner Kunst einzudringen. Er blieb nicht allein bei der alten Pracht-Architektur, wie sie sich in Tempeln, Theatern, Palästen, Triumphbogen u. s. w. ausspricht, sondern erforschte auch das griechische und römische Wohnhaus, von der früheren Zeit bis zur reichen Ausdehnung in der alexan- drinischen Periode. In der Architekten-Versammlung legte er über das Laurentinum des Plinius allein eine Reihe geistreicher Zeichnungen vor, und bekanntlich fanden die Architekten von jeher an der Restauration dieses Landhauses große Schwierigkeiten. Auch die Gesetze des romanischen und germanischen Styles sind ihm klar geworden, so dass wenige Künstler das Gesammtgebiet der Architektur mit einer solchen Schärfe überschauen, als Stier.
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