Stett, WI.

Stett, WI., Zeichner und Maler von Bern , war Schüler von J. Weber und C. Meyer, bis er in Paris an seinem Mitbürger Joseph Werner jun. einen weiteren Lehrer fand. Später arbeitete er in St. Gallen bei Peter Aubry, lieferte aber meistens Zeichnun- gen. Unter diesen sind solche nach Sebastian Brand's Narrenschiff , welche Kaspar Marian in Kupfer radirt hat. Für den gelehrten Carl Patin zeichnete er einen grossen Theil der Münzen, welche für dessen Medaillenwerk gestochen wurden. Stettler verdient als Zeichner grosses Lob. Neben andern Arbeiten dieser Art verdan- ken wir ihm eine schöne Copie des Todtentanzes von Nicolaus Manuel (Deutsch), deren wir im Artikel Manuel's erwähnt haben. Seine Zeichnungen, meistens mit der Feder und in Tusch ausge- führt, sind sehr zahlreich. Im Besitze der Familie Stettler ist noch ein Folioband mit solchen Zeichnungen, die theils nach Gemälden, Sculpturen, Münzen und Alterthümern ausgeführt sind, theils in eigenen Compositionen bestehen. Er war ein fleissiger Beobachter des Lebens, und als Resultat seiner Bemühung gilt eine grosse Anzahl von Genrebildern. Auch viele historische Darstellungen finden sich von ihm. Wenige Künstler seiner Zeit haben geistrei- chere Studien gemacht, und selten genauere Kenntniss des Alter- thums bewiesen, als Stettler. Uebrigens malte er sehr gut in Mi- niatur. Er starb als Mitglied des grossen Rathes zu Bern.

Dann haben wir von Stettler eine kleine Abhandlung: Bericht von dem rechten Wege zur Malerei. Bern 1679. Füssly nennt ihn auch Kupferstecher, wir fanden aber keines seiner Blätter angegeben. Nach seinen Copien des Todtentanzes von N. Manuel erschien

folgendes Werk: Nicolaus Manuel's Todtentanz, gemalt zu Bern

um 1515 — 1520, lith. nach den getreuen Copien des berühmten Kunstmalers Wilh. Stettler. Auch mit französischem Text. 24 Blät- ter, lith. von J. Bergmann, gr. qu. fol. —

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